Schon fünf Jahre sind vergangen, doch die Tsunami-Katastrophe bleibt unvergessen

Der Tsunami spülte ein Boot auf das Dach eines
Hauses in Indonesien. Die Fischer an Bord
überlebten. © LohnesFünf Jahre ist es nun her, dass die Bilder der meterhohen Flutwellen die Welt erschütterten. Der Tsunami am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 stellte die Welthungerhilfe vor eine ihrer größten Herausforderungen. Seit ihrem Bestehen waren noch nie zuvor so viele Länder auf einmal von einer Katastrophe betroffen gewesen.
Rund um den Indischen Ozean, verloren 230.000 Menschen ihr Leben, über 110.000 wurden verletzt und schätzungsweise 1,7 Millionen obdachlos. Die Welthungerhilfe reagierte gemeinsam mit ihren einheimischen Partnerorganisationen noch am Unglückstag und die ersten Hilfsmaßnahmen liefen sofort an. Jetzt fünf Jahre danach, sind fast alle Projekte beendet. Ein kleiner Überblick über unsere Arbeit.

Ein Arbeiter in dem Ort
Ladong nahe Banda Aceh
in Indonesien. © Lohnes
Indonesien
Das Seebeben, das für die Riesenwelle verantwortlich war, ereignete sich vor der zu Indonesien gehörigen Insel Sumatra. Deshalb war Indonesien auch am schlimmsten betroffen. Über 150.000 Menschen verloren dort ihr Leben. In den vergangenen fünf Jahren hat die Welthungerhilfe in der Region Aceh 20 Projekte durchgeführt.
Region: Aceh
Unterstütze Personen: 235.000 Menschen
Eingesetzte Spenden: 7.719.771,74 Euro
Öffentliche Zuwendungen: 13.099.851,43 Euro
Projekte: Nahrungsmittel und Trinkwasserversorgung in der Nothilfephase, dann Häuser und Shelterbau und einkommenschaffende Maßnahmen sowie landwirtschaftliche Rehabilitation

Aufbau eines Wohnheims
für den Übergang in
Avikovilady, Sri Lanka.
© Grossmann
Sri Lanka
Sri Lanka, das ehemalige Ceylon, war von der Naturkatastrophe ebenfalls sehr stark betroffen. Die Behörden gehen von etwa 31.000 bis 38.000 Opfern aus. Besonders hohe Schäden gab es im Osten und Süden der Insel. In der ersten akuten Nothilfephase unterstützte die Welthungerhilfe Maßnahmen im Norden, Osten und im Süden Sri Lankas. Bei der Wiederaufbauarbeit wurde der Schwerpunkt auf den Nordosten des Landes gelegt. Ein Konfliktgebiet, wo die Welthungerhilfe seit 1995 intensiv arbeitet.
Region: Nordosten Sri Lankas
Unterstützte Personen: 160.000 Menschen
Eingesetzte Spenden: 9.235.590,10 Euro
Öffentliche Zuwendungen: 8.092.032,00 Euro
Projekte: Reine Nothilfeprojekte in den ersten Tagen und Wochen, dörfliche Wiederaufbauprogramme und einkommenschaffende Maßnahmen, Hausbauprogramme im Nordosten, Wiederaufbau/Neubau/Ausstattung von beschädigten Schulen; Bau einer Berufsschule; Bau eines Friedenszentrums.

Neue Boote für die Fischer
in Pudhupettai, Distrikt
Cuddalore. © Lohnes
Indien
Indien war neben Sri Lanka und Indonesien mit über 16.000 Toten und Vermissten am schwersten von dem Tsunami betroffen. Fast 650.000 Menschen wurden hier entlang der Küste obdachlos. Unmittelbar nach der Katastrophe haben viele Tausend Menschen Nothilfe erhalten, dies umfasste unter anderem die Versorgung mit Nahrungsmitteln und die Verteilung von Sets mit Küchenutensilien an Tsunami-Opfer, die ihren gesamten Hausrat verloren hatten.
Region: Kerala, Tamilnadu and Andaman & Nicobar Islands (Insgesamt 622 Dörfer)
Unterstütze Personen: 357.430 Menschen
Eingesetzte Spenden: 8.908.462,37 Euro
Öffentliche Zuwendungen: 1.681.915,07 Euro
Projekte: Nothilfe, Wiederaufbau, Einkommensschaffende Maßnahmen, Institutionelle Entwicklung, zivilgesellschaftlicher Organisationen, Bildungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche, Katastrophenvorsorge.
