Überschwemmungen in Bolivien: Welthungerhilfe leistet Nothilfe gemeinsam mit ihren Partnern

Viele Häuser in Trinidad stehen unter Wasser. © HIVOS
Viele Häuser stehen in Trinidad unter Wasser.
© HIVOS

Wochenlange Regenfälle im Zuge des Klimaphänomen "El Nino" haben in Bolivien zu massiven Überschwemmungen geführt. Am dramatischsten ist die Lage im Tiefland-Departement Beni, wo 130.000 Menschen betroffen sind. Allein in der Departement-Hauptstadt Trinidad mussten 20 Prozent der Bevölkerung aus ihren Häusern fliehen. Mehr als 14.000 Personen befinden sich in Sammellagern oder campieren in provisorischen Zelten am Straßenrand. Die Versorgung der entfernteren Gemeinden ist wegen den zerstörten Straßen äußerst schwierig. 

Die Regierung hat die Situation zur nationalen Katastrophe erklärt und um internationale Hilfe gebeten Die Welthungerhilfe leistet Nothilfe über ihre Alliancepartner HIVOS und IBIS.

 

Die ersten mobilen Toiletten sind aufgebaut. © HIVOS
Die ersten mobilen
Toiletten sind aufgebaut.
© HIVOS

HIVOS hilft

Die Hilfsmaßnahmen von HIVOS konzentrieren sich auf die Flüchtlingssituation in Trinidad. Dort stellt ihre Partnerorganisation CIDDEBENI (Centro de Investigación y Documentación para el Desarollo de Beni) mobile Toiletten zur Verfügung. Ferner soll die Seuchengefahr gebannt werden, indem tote Tiere und infektiöse Abfälle gesammelt und verbrannt werden.

 

IBIS hilft

IBIS fokussiert seine Hilfe, gemeinsam mit der Partnerorganisation CPIB (Central de Pueblos Indígenas del Beni – Zusammenschluss der Indígenas im Beni), auf die betroffenen ländlichen Gebiete. Dort leisten sie Nothilfe für 20.500 Personen aus 132 indigenen Gemeinden. Zur Verteilung von Lebensmitteln und Medikamenten sowie für die Evakuierung der von den ablaufenden Wassermassen bedrohten Gemeinden werden Kanus mit Außenbordmotoren benötigt.

 

Überflutete Straßen in Trinidad. © DWHH
Wasser - überall. © DWHH

Situation in Trinidad

In Trinidad leben ca. 100.000 Menschen. 76 Prozent der Bevölkerung des Departements Beni leben in völliger Armut. Am schlimmsten betroffen von den Überschwemmungen sind insbesondere die städtischen Randgebiete, in denen die arme, meist vom Land zugewanderte Bevölkerung in einfachsten Verhältnissen lebt. Ihre Häuser sind mit simplen Materialien gebaut: Boden und Wände aus Lehm, die Dächer aus Blättern.

Bisher wurden offiziell knapp 3.000 Flüchtlingsfamilien registriert, das sind 14.575 Personen. Diese Menschen sind in Schulen, Zelten und in weniger stark betroffenen Gemeinden untergebracht. Bis auf die Überlandstraße Trinidad-Santa Cruz sind alle Verbindungsstraßen überschwemmt und unbefahrbar.

Während die Nahrungsmittelverteilung bereits recht gut angelaufen ist, stellt die sanitäre Situation als schwierig dar. Wo Sanitäreinrichtungen existieren, sind sie zumeist überlastet. Der in Zelten untergebrachten Bevölkerung steht keine Sanitärversorgung zur Verfügung.

Um Trinidad wurden ca. 20 Millionen Hektar Reisanbaufläche vernichtet. In dem stark von der Rinderzucht abhängigen Gebiet sind ca. 30.000 Rinder verendet. Es wird damit gerechnet, dass durch Futtermittelknappheit und Krankheiten als Folge der Überschwemmungen noch eine Millionen Rinder folgen werden.

 

Keine Entspannung in Sicht

Laut Wetterprognose soll der Wasserstand in den betroffenen Regionen innerhalb der nächsten Wochen weiter steigen. Die zusätzlichen Wassermassen könnten dann auch weiter nördlich und östlich gelegene Zonen überfluten. Doch selbst wenn die Flut sich demnächst langsam zurückziehen sollte, bleibt die Lage angespannt. Dann drohen Infektionskrankheiten, insbesondere Dengue, Gelbfieber und Malaria sowie Seuchen, die durch das im Wasser treibende tote Vieh und den Ausfall der Sanitärsysteme übertragen werden.

 

(Stand: 7. März 2007)

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