Uganda: Sichere Ernährung stabilisiert den Frieden

- Millenniumsdorf Ogur in Uganda: Sichere Ernährung stabilisiert den Frieden© Bandowski
Wirtschaftlich wie politisch stabil, galt Uganda in den letzten Jahren als Vorbild für den gesamten Kontinent. Der Binnenstaat im östlichen Afrika verzeichnete viele positive Entwicklungen, wie beispielsweise eine rückläufige Armutsrate und Erfolge bei der HIV/AIDS-Bekämpfung. Politische Stagnation, Korruption, aber auch durch den Klimawandel bedingte Ernteausfälle gefährden diese Erfolge.
Im Norden des Landes steigt die Armut sogar. Seit 1986 leidet Norduganda unter dem gewaltsamen Konflikt zwischen der Lord’s Resistance Army (LRA) und der ugandischen Armee. Während des zwanzigjährigen Konfliktes wurden 1,7 Millionen Menschen intern vertrieben und lebten über Jahre in Flüchtlingslagern im eigenen Land. Hier, im Distrikt Lira, liegt auch das Millenniumsdorf Ogur.
Erfahrungen in der Landwirtschaft gingen verloren
Mit dem Waffenstillstandsabkommen von 2006 kamen die Menschen zwar in ihre alten Dörfer zurück, der jungen Generation fehlt jedoch jegliche Erfahrung in der Landwirtschaft. Dabei leben die Menschen von dem, was ihre Felder hervorbringen. Zusätzlich erschweren Dürren und Überschwemmungen den Wiederaufbau der Region, die ehemals als Zentrum für den Anbau von Nahrungsmitteln galt. Lira, mit dem Millenniumsdorf Ogur, ist einer von sechs Distrikten der Lango Region. Der Boden hier ist fruchtbar, auf den Feldern wachsen Mais, Sonnblumen, Hirse, Maniok, Straucherbsen und Bohnen. Entscheidend für eine sichere Zukunft in Ogur ist es, diese Ernte sicher zu lagern, weiter zu verarbeiten und die Produkte zu verkaufen. Deshalb schließen sich die Bauern zu Komitees zusammen, um mit vereinten Kräften ihre Dörfer voranzubringen.

- Das Wissen über den Ackerbau kommt zurück nach Ogur.
Als Grundlage stellt die Welthungerhilfe hochwertiges sowie dem Standort angepasstes Saat- und Pflanzgut zur Verfügung und schult die Bauen in Managementaufgaben für eine effektive Vermarktung. In Uganda zeigt sich der Klimawandel mit unberechenbaren Wetterbedingungen. Die Bewohner von Ogur reagieren darauf, indem sie ihre Böden mit angepassten Methoden noch besser vor Erosion schützen. Neu angelegte Waldparzellen und holzsparende Öfen schützen kostbare Ressourcen. Nach und nach erhalten die Bauerngruppen zudem Zugtiergespanne, um das Einkommen aus der Landwirtschaft zu steigern und die harte Feldarbeit zu erleichtern. Dank all dieser Aktivitäten können die Familien ihre Ernährung sichern und ein höheres Haushaltseinkommen erwirtschaften.
Kleiner Verdienst mit großer Wirkung
Um ihre zerstörten Dörfer wieder aufzubauen, setzen Männer und Frauen in so genannten Cash-for-Work-Programmen Straßen, Brücken oder Schulen instand und erhalten dafür einen kleinen Lohn. So gelangen sie mit ihrem Produkten nicht nur besser zum nächsten Markt und fördern die Bildung ihrer Kinder, sondern sichern ihre finanzielle Unabhängigkeit und beleben die lokale Wirtschaft. Verschmutztes Trinkwasser und dadurch hervorgerufene Krankheiten stellen eines der größten Probleme in Ogur dar. Deshalb werden verfallene Brunnen wieder aufgebaut, die die Lebensqualität gleich in mehrfacher Hinsicht verbessern. Das gesundheitliche Risiko sinkt, zudem gewinnen Frauen und Kinder, die für das tägliche Wasserholen verantwortlich sind, durch die kürzeren Wege Zeit für andere Tätigkeiten. Die Mitglieder der Wassernutzerkomitees stellen sicher, dass gute Hygienebedingungen in den Gemeinden aufrechterhalten und die Brunnen gewartet werden.
Die Kindheit vieler Jugendlicher ist vom Krieg geprägt, ein friedlicher Alltag ist ihnen fremd. Für ein versöhnliches Miteinander führt die Welthungerhilfe Workshops zur Konfliktlösung durch und bildet junge Menschen zu Schlichtern aus. Wenn das tägliche Überleben der Bewohner von Ogur gesichert ist und sie eine Chance auf ein eigenständiges Leben haben, wird auch das den Frieden in ihrer Region stabilisieren.
Bankverbindung der
Welthungerhilfe
Millenniumsdörfer
Erfahren Sie mehr über die Initiative Millenniumsdörfer der Welthungerhilfe.
Messen der Erfolge
Wir haben ein Verfahren entwickelt, mit dem die Fortschritte in den Dörfern regelmäßig überprüft werden.
Fakten
Durchführung: Welthungerhilfe
Kooperationspartner: Bauer Premium Group
Kofinanzierung: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Burkina Faso - Kongoussi
Indien - Nimpith
Kambodscha - Kanat Toch
Mosambik - Mabote
Nepal - Korak
Nicaragua - Auhya Pihni
Peru - Ayacucho
Tadschikistan - Veshab
Uganda - Ogur

