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Uganda: Anna Angoms Neuanfang

Anna Angoms Neuanfang

Uganda: Wie eine Frau nach jahrelanger Flucht in ihr zerstörtes Dorf zurückkehrt

Lange Zeit galt Uganda als afrikanischer Vorzeigestaat. Die Armut ging zurück, HIV/Aids wurde erfolgreich bekämpft. Wegen seiner Schönheit und Artenvielfalt galt Uganda als „Perle Afrikas“. Doch der Terror des 20-jährigen Bürgerkriegs hat tiefe Spuren hinterlassen. 1,7 Millionen Menschen mussten fliehen und das Land, von dem sie gelebt haben, verlassen. Seit 2005 kehren sie zurück und bauen ihre Dörfer neu auf.

Wie viele Tausend Familien mussten auch Anna Angom (40), ihr Mann und ihre Kinder bei null anfangen. Sie kamen nach fünf Jahren auf der Flucht in ihr Heimatdorf Ogur im Norden Ugandas zurück. Das Dorf war zerstört, die Felder verwahrlost. Es fehlte an Saatgut, an Werkzeug, an Zugtieren. Viele der jüngeren Rückkehrer im Dorf mussten nach der Flucht erst lernen, ein Feld zu bestellen. „Alle Häuser im Dorf waren vernichtet. Die Felder lagen brach. Das Leben war hart für uns“, sagt Anna.

Nach fünf Jahren auf der Flucht ist Anna Angom in ihr Heimatdorf Ogur zurückgekehrt. © Haeberle
Nach fünf Jahren auf der Flucht ist Anna Angom in ihr Heimatdorf Ogur zurückgekehrt. © Haeberle
Reiche Sesam-Ernte: Wie man Obst und Gemüse richtig anbaut, hat Anna Angom in der Feld-Schule gelernt.
Reiche Sesam-Ernte: Wie man Obst und Gemüse richtig anbaut, hat Anna Angom in der Feld-Schule gelernt.
Die Aussat ist gut gewachsen, die Feldarbeiter ernten Soya.
Die Aussat ist gut gewachsen, die Feldarbeiter ernten Soya.

Neue Ernten und Hoffnung säen

Die Welthungerhilfe hat Anna und vielen anderen im Dorf geholfen, nach der Flucht neu anzufangen: Annas erste Aussaat ist gut gewachsen und so konnte sie Feldfrüchte für den Eigenbedarf und den Verkauf ernten. Um die schwere Feldarbeit zu meistern, teilt sie sich ein Ochsengespann mit anderen Bauernfamilien. Wie man den fruchtbaren Boden optimal nutzt, hat Anna in der Feld-Schule der Welthungerhilfe gelernt. Heute gelingt ihr sogar der Gemüseanbau.

Um die Infrastruktur der zerstörten Dörfer nach dem Bürgerkrieg wieder aufzubauen, hat die Welthungerhilfe „Cash for Work“-Programme gestartet. Gegen einen kleinen Lohn helfen die Bauern mit beim Bau von Straßen, Brunnen und Schulen. So bauen sie in mehrfacher Hinsicht eine bessere Zukunft. Sie können die Schulgebühren für ihre Kinder bezahlen und stärken mit ihren Einkäufen die lokalen Märkte.

Zukunft dauerhaft sichern

Dank der Unterstützung der Welthungerhilfe geht es Annas Familie heute besser. „Ich kann alle Kinder in die Schule schicken“, sagt sie stolz. Sogar für ein Fahrrad hat es gereicht – auf dem fährt sie ihr selbst  angebautes Gemüse zum Markt. Für Anna sind das „große Fortschritte im Leben“, wie sie es nennt.

Und doch hat sie noch Wünsche. Saatgut für Zwiebeln wünscht sie sich und auf lange Sicht einen eigenen Ochsen, der ihnen die schwere Feldarbeit erleichtert. Anna denkt noch weiter: „Uns fehlen eine Scheune und ein Transportfahrzeug, dann können wir die Ernte selbst auf dem Markt verkaufen.“ Zugleich werden alle im Dorf so unabhängiger von den Händlern, die sonst die Preise diktieren.

Lebensfreude wächst

Noch etwas ist ihr wichtig: „Viele Jugendliche haben in ihrer Kindheit nur Krieg und das Leben im Flüchtlingslager erlebt. Doch mit neuen Perspektiven auf ein besseres Leben wächst ihre Lebensfreude. Dieser aufkeimende Optimismus kann den Frieden bei uns sichern.“

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