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Projekte in Uganda: Neubeginn mit moderner Landwirtschaft

Mit der Thüringer Waldziege gegen Mangelernährung in Uganda

Frauengruppen und Familien in Karamoja kombinieren Tradition und neue Impulse

+++ Dürre und Trockenheit durch El Niño +++ In Uganda drohen Hunger und Mangelernährung. Besonders hart trifft es die Region Karamoja.

Karamoja im Norden Ugandas zählt zu den ärmsten Regionen der Welt und ist von langen Trockenzeiten bestimmt. Die Welthungerhilfe setzt sich dafür ein, die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig zu verbessern – mithilfe von Ziegen.

Frauengruppen kümmern sich gemeinsam um die Ziegen. Eine Neuheit für Karamoja: traditionell gehören die Tiere den Männern.
Frauengruppen kümmern sich gemeinsam um die Ziegen. Eine Neuheit für Karamoja: traditionell gehören die Tiere den Männern.
Zwei Hirten aus Karamoja
Viele Bewohner Karamojas sind Halbnomaden. Viehzucht ist eine lange Tradition. © Loeffelbein
Beim Melken einer Ziege
Dank vorsichtiger Kreuzung verschiedener Rassen geben Karamojas neue Ziegen besonders viel nahrhafte Milch. © Loeffelbein
Eine Gruppe spielender Kinder
Die Ziegenmilch liefert wertvolle Nährstoffe und Energie. Das macht sich auch bei den Kindern bemerkbar! © Loeffelbein

Die Einwohner Karamojas sind traditionell vor allem Hirten – zusätzlich pflanzen sie Nahrungsmittel an. Fällt zu wenig Regen für eine gute Ernte, können die Familien Vieh verkaufen und mit dem Erlös Nahrungsmittel kaufen. Rinder, Schafe und Ziegen waren stets die „Sparkasse” der Familien. Doch infolge von Dürren, Seuchen und Stammesauseinandersetzungen haben die Viehbestände in den vergangenen Jahren stark abgenommen. In Jahrzehnten, die von Konflikten und Unsicherheit geprägt waren, konnte das Vieh nicht mehr in die Weidegründe der Savanne getrieben werden.  

Mit der Thüringer Waldziege gegen Mangelernährung in der Savanne Ugandas

Heute besitzen vier von zehn Haushalten in Karamoja keine Tiere mehr, nicht einmal ein Huhn. Das macht sich bemerkbar: Früher galten Kinder in Karamoja als besonders gut genährt, heute fehlen ihnen Proteine. Die Hauptnahrung besteht aus Maisbrei, vielleicht mit etwas Bohnen. Die Mangelernährung ist erschreckend: jedes fünfte bis siebte Kleinkind akut unterernährt. 

Die Welthungerhilfe stellt daher seit 2010 bedürftigen Haushalten und Frauengruppen Ziegen zur Verfügung. Ziegenmilch ist besonders nahrhaft – doch viel Milch gibt die in Karamoja verbreitete Ziegenrasse, die „kleine ostafrikanische Ziege“ nicht. Das möchten wir ändern: durch vorsichtige Kreuzung mit leistungsfähigeren Arten – wie etwa mit der „Thüringer Waldziege“.

Frauengruppen: gemeinsam stärker im Kampf gegen Hunger

Im Ziegenprojekt der Welthungerhilfe erhalten besonders arme, viehlose Haushalte Ziegen, um sich selbst langsam eine bessere Zukunft erarbeiten und die Gesundheit der Familie verbessern zu können. Außerdem arbeiten wir mit Frauengruppen zusammen:

  • Jede Frauengruppe hat zehn Mitglieder, in der Regel Schwangere oder Mütter von Kindern bis zwei Jahren.

  • Die Frauen erhalten Ziegen und kümmern sich gemeinsam um die Pflege. Das ist für Karamoja neu: Traditionell sind die Männer Eigentümer der Ziegen. Wo immer wir dieses Eigentumsmodell einführen, diskutieren wir es zunächst mit den Dorfältesten und den Ehemännern – inzwischen ist der Ansatz bekannt und akzeptiert.

  • Die Frauen werden zu Themen wie artgerechte Tierhaltung, Unterbringung und Fütterung beraten.

  • Sie sparen gemeinsam etwas Geld an, mit dem sie Medizin kaufen können, wenn ein Tier krank wird. Zudem erhalten traditionelle Tierheiler Aus- und Fortbildungen, um Tierseuchen zukünftig auch mit Impfkampagnen wirkungsvoll begegnen zu können.

Und was bringt die Zukunft? Wir möchten das Ziegenprojekt erweitern und mit Tagelohnarbeiten verbinden. Die ärmsten Teile der Bevölkerung sollen die Chance auf ein eigenes Einkommen bekommen. Als Lohn für ihre Arbeit bekommen sie Geld, täglich eine warme Mahlzeit – und nach 50 Arbeitstagen ist genug angespart, um eine Ziege kaufen zu können. So gehen Entwicklung und Selbstständigkeit Hand in Hand.

Helfen Sie mit, die Menschen in Karamoja zu unterstützen. Nur mit Ihren Spenden können wir unsere weltweiten Projekte erfolgreich umsetzen.

Die Welthungerhilfe arbeitet gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Uganda.



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Unterstützung
Schauspielerin Gesine Cukrowski beim Projektbesuch in Uganda
Schauspielerin Gesine Cukrowski beim Projektbesuch in Uganda

Schauspielerin Gesine Cukrowski reiste im Juli 2015 nach Karamoja, um sich persönlich von unserer Arbeit zu überzeugen.

„Ich war sehr ergriffen von dem, was ich in Karamoja erfuhr. Viele Frauen sind Witwen und müssen sich und ihre Kinder allein durchbringen. Die Kinder- und Müttersterblichkeit gehören zu den höchsten der Welt, jedes fünfte bis siebte Kleinkind ist akut unterernährt. Die Welthungerhilfe hilft mit einem ganzheitlichen Ansatz. Es geht zum Beispiel um die Verteilung von Ziegen an schwangere Frauen und Witwen, um Ackerbau, den Bau von Klassenräumen, Brunnen und Latrinen.“

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Projektinfos

Ziegen in Karamoja

  • Seit 2010 haben ca. 2.000 Familien in Karamoja Ziegen von uns erhalten.
  • Insgesamt wurden etwa 7.000 Tiere verteilt.
  • Ca. 10.000 Personen in Karamoja haben von der Arbeit der Welthungerhilfe profitiert.
  • Die Verbesserung der Tiergesundheit kommt indirekt auch vielen weiteren Menschen in der Region zugute.

Aktuell

  • Ziegen an 200 Frauengruppen mit je 10 Mitgliedern
  • Schwangere und Mütter von Kleinkindern
  • Weitere Komponenten: Landwirtschaft, Ernährung, Wasser/Hygiene
  • Projektlaufzeit: 2013-2017
  • Ko-Finanzierung: USAID
  • Ziegen an 3 Frauengruppen mit insgesamt 35 Mitgliedern
  • Weibl. Haushaltsvorstände, Witwen, Alleinerziehende
  • Projektlaufzeit: 2015-2016
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