"Wem gehört die Welt? Globale Megatrends erkennen und gestalten"

Herzlos willkommen?

Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa

Zum Thema "Herzlos Willkommen: Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa" diskutierten am 14. Mai 2014 in München der Vorsitzende des Verwaltungsrats von FRONTEX, Ralf Göbel, und der Vorstandsvorsitzende der Münchener Lichterkette, Peter Probst.

Angesichts der dramatischen Bootsunglücke auf dem Mittelmeer und Szenarien, die aufgrund des Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten einen erheblichen Anstieg der Flüchtlingsbewegungen vorhersagen, forderte Peter Probst ein Umdenken in der europäischen Flüchtlingspolitik.

Vorstandsvorsitzender der Münchener Lichterkette, Peter Probst.
Christiane Florin, Redaktionsleiterin von Christ & Welt.
Bärbel Dieckmann eröffnete das Podium zu "Herzlos Willkommen: Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa".
Vorsitzender des Verwaltungsrats von FRONTEX, Ralf Göbel.
Prominenter Gast: Schlagersängerin Claudia Jung.
Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann mit Mitarbeitern der Christian-Liebig-Stiftung e.V.

Die Drittstaatenregel müsse aufgehoben werden, es müsse ein Schlüssel eingeführt werden, wie viele Flüchtlinge jedes Land, gemessen an seinem Bruttoinlandsprodukt, aufnehmen könnte. Auch müssten gerade im reichen Deutschland viel mehr Mittel für die Integration von Flüchtlingen bereitgestellt werden. Ralf Göbel betonte, dass die Grenzschutzagentur FRONTEX erst ins Spiel komme, wenn alle anderen Bemühungen – z.B. Entwicklungszusammenarbeit, Wirtschaftspolitik, Stabilisierung von fragilen Staaten - versagt haben. FRONTEX sei als Bollwerk nicht geeignet. Seine Aufgabe sei es, Flüchtlinge einem geordneten, rechtsstaatlichen Verfahren zuzuführen. FRONTEX habe hohe Standards und orientiere sich an den Grundrechten der Flüchtlinge. Göbel betonte, dass Forderungen FRONTEX abzuschaffen bedeuteten, auch den Grenzschutz einzelnen Mitgliedsstaaten zu überlassen, deren Methoden häufig die Grundrechte von Menschen verletzen. Auch die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, zeigte sich überzeugt, dass FRONTEX keine Lösung für den Flüchtlingsansturm sei. In einem abschließenden Statement sage sie:

"Ich bin davon überzeugt, dass wir sehr viel mehr Menschen aufnehmen könnten als bisher. Ich weiß aber auch aus eigener Erfahrung, dass viele Menschen gerne zu Hause bleiben würden, wenn die Bedingungen es zuließen. Machen wir also eine Politik der Angleichung, die Armut und Ungleichheit bekämpft. Wir brauchen mehr globale Gerechtigkeit, sonst können wir nicht verhindern, dass sich Menschen auf den Weg machen."

Die Veranstaltung war Teil der Reihe "Wem gehört die Welt? Globale Megatrends erkennen und gestalten" von DIE ZEIT mit Christ & Welt und der Welthungerhilfe.

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