Fehlernährung und verborgener Hunger

Verborgener Hunger

Wenn Vitamine und Mineralstoffe fehlen, leiden Gesundheit und Entwicklung. Zwei Milliarden Menschen sind weltweit betroffen.

Satt sein reicht nicht. Zwei Milliarden Menschen leiden an „verborgenem Hunger“.
Satt sein reicht nicht. Zwei Milliarden Menschen leiden an „verborgenem Hunger“. Sie nehmen zu wenig Vitamine und Spurenelemente auf, und sich gesund zu ernähren.


Nicht nur eine ausreichende Menge an Nahrung ist für ein gesundes Leben entscheidend, sondern auch ihre ausgewogene Zusammensetzung. Jeder Mensch braucht Mikronährstoffe, also Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, um sich gesund zu entwickeln. Fehlen zum Beispiel Vitamin-A, Jod, Eisen oder andere wichtige Nährstoffe, leidet die körperliche und geistige Gesundheit. 

Nahezu zwei Milliarden Menschen – das ist fast ein Drittel der Weltbevölkerung -  hungern weltweit unerkannt, weil sie zu wenig Vitamine und Mineralstoffe zu sich nehmen. Sie leiden am sogenannten „Verborgenen Hunger“. Auch Menschen, die sich kalorienreich ernähren, kann es an Mikronährstoffen mangeln. So sind auch Menschen in Schwellen- und Industrieländern vom verborgenen Hunger betroffen.

Kinder und Schwangere haben den größten Bedarf

Für Schwangere und Kinder während der sogenannten ersten 1.000 Tage zwischen der Empfängnis und ihrem zweiten Geburtstag hat ein solcher Mangel gravierende Folgen für ihre körperliche und geistige Entwicklung. Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt, ein geringes Geburtsgewicht, Wachstumsverzögerungen, eine verringerte Lernfähigkeit und ein lebenslanges Risiko für chronische Erkrankungen können ihre Folge sein. Kinder sind anfälliger für Krankheiten und sterben deshalb viel häufiger.

Verborgenen Hunger bekämpfen

Der Schlüssel zu einer nachhaltigen Überwindung des verborgenen Hungers liegt in einer ausgewogenen Ernährung und dem Zugang zu vielfältigen und nährstoffreichen Nahrungsmitteln.

Vitamin- und Mineralstoffgaben oder die Anreicherung von Nahrungsmitteln sind zwei unter vielen Möglichkeiten, um dem verborgenen Hunger vorzubeugen. Besonders in Krisen und Katastrophensituationen und in bestimmten Lebensphasen wie der Schwangerschaft und Stillzeit können angereicherte Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein.

Mit diesen Ansätzen lassen sich aber nur die Symptome und nicht die Ursachen von Mangelernährung bekämpfen. Zur nachhaltigen Lösung des Problems müssen wir jedoch an den Ursachen ansetzen. Es geht um die Diversifizierung der Landwirtschaft, die Förderung einer ausgewogenen Ernährung, sauberes Trinkwasser und Abwasserversorgung, Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung, die Stärkung der Rolle der Frau - und ganz besonders die Steigerung der lokalen Einkommen. Denn Mangelernährung ist vor allem auf den Umstand zurückzuführen, dass sich die betroffenen Menschen keine gesunde Ernährung leisten können.

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