Umweltverschmutzung - Folgen für das Wasser

Die Wasserstelle in Rajasthan, Indien ist in der
Dürrephase stark eingetrocknet. © Böthling
Grundwasser ist ein Bodenschatz. Er bildet sich nur dann, wenn Regenwasser auch vom Boden aufgenommen werden kann. Wenn immer mehr Flächen zugebaut und asphaltiert werden, kann das Regenwasser nicht mehr versickern. Es fließt in die Kanalisation oder in Flüsse. So gelangen Niederschläge schneller ins Meer, das Grundwasser wird jedoch nicht aufgestockt. Tiefe Brunnen zapfen immer häufiger nicht erneuerbare Grundwasservorräte an. Langfristig wird Süßwasser immer knapper.

Düngemittel belasten die
Umwelt - und auch das
Wasser. © Klindtworth
Artensterben durch Algenwachstum
Zu den stärksten umweltbelastenden Substanzen zählen Düngemittel. Sie verschmutzen abfließendes Wasser und Grundwasser mit Phosphaten und Nitraten. Dieses führt zur sog. Eutrophierung: Gewässer reichern sich mit Nährstoffen an, die das Wachstum von Algen und höheren Pflanzen verstärken. Bei einer Massenentwicklung von mikroskopisch kleinen Algen (Phytoplankton) im Freiwasser kommt es zu Lichtmangel für die Unterwasserpflanzen. Als Folge verändert sich mit zunehmender Eutrophierung die Zusammensetzung von Tier- und Pflanzengesellschaften.
Folgen für das Ökosystem
Sterben Unterwasserpflanzen durch zunehmende Algenbildung ab, wird bei dem anschließendem Zersetzungsprozess übermäßig viel Sauerstoff verbraucht. Fällt der Sauerstoffgehalt des Wassers unter ein bestimmtes Mindestmaß, können organische Verunreinigungen durch aerobe (sauerstoffverbrauchende) Bakterien nicht mehr abgebaut werden. Die so aktivierten anaeroben Bakterien verursachen Fäulnis. Das Gewässer beginnt "umzukippen". Es kommt zum Fischsterben. Im Faulschlamm am Gewässergrund laufen die Zersetzungsprozesse allerdings weiter. Dabei können sich giftige Stoffe wie Schwefelwasserstoff, Ammoniak oder Methan bilden.

"Kranke" Gewässer: Die
Lebensgrundlage vieler
Fischer ist bedroht.
© BoleschAm Ende der Kette: der Mensch
Verschmutzte Gewässer wirken sich gefährlich auf die biologische Vielfalt von Seen und Flüssen und deren Ufer aus. Weltweit sind von den an Binnengewässern lebenden Tieren 24 Prozent der Säugetierarten und 12 Prozent der Vogelarten bedroht. Das Gleiche gilt für die 10 Prozent der Fischarten, die bislang untersucht wurden. Dies hat wiederum konkrete Auswirkungen auf die Bevölkerung, die an Gewässern lebt. Vor allem, wenn sie von ihren Erträgen wirtschaftlich und existenziell abhängig ist.
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