Stadt, Land, Fluss: Ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasserressourcen ist nötig

Ein Mann wäscht sich in einer Pfütze auf den Straßen Port-au-Princes, der Hauptstadt Haitis. © Herzau
Ein Mann wäscht sich in einer Pfütze auf den Straßen Port-au-Princes, der Hauptstadt Haitis. © Herzau

Ob in der Stadt oder auf dem Land: In Deutschland kommt immer sauberes Wasser aus dem Wasserhahn - frei von Bakterien und kontrolliert nach der staatlich verordneten Trinkwassernorm. Den Luxus hat nicht jeder: 900 Millionen Menschen weltweit haben noch immer keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mehr als 30 Länder sind laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vom Wassermangel bedroht, 80 Prozent der Krankheiten dort gehen auf verschmutztes Trinkwasser zurück.

Einen rascher Ausweg aus dieser Situation ist nicht in Sicht: Die Wasserinfrastruktur in  Entwicklungs- und  Schwellenländern ist – wenn überhaupt – nur rudimentär vorhanden. Zudem verfügen viele Haushalte nicht über sanitäre Einrichtungen. Gerade in den Metropolen der  Entwicklungsländer könnte sich die Wasserbilanz weiter verschlechtern: Die Industrialisierung, eine Zunahme der Stadtbevölkerung und der Klimawandel lassen den Bedarf an sauberem Trinkwasser steigen, gleichzeitig vervielfacht sich die Abwassermenge. Bei einer stetig wachsenden Bevölkerung kommen Regierungen und internationale Organisationen mit der Installation von Wasser- und Toilettenanschlüssen nicht nach.

Das Problem der Städte beginnt auf dem Land

Unter dem Motto "Wasser für Städte: Antworten auf urbane Herausforderungen" macht der Weltwassertag deshalb auf den Missstand in Städten aufmerksam. Dabei geht es sowohl um Wasserknappheit als auch um Wasserverschwendung.

Auch die Welthungerhilfe ruft am Weltwassertag zum bewussten Umgang mit der Ressource auf. Allerdings lenkt sie den Blick auf die ländlichen Regionen, in denen die Wasserversorgung noch schlechter ist als in den Metropolen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation leben weltweit acht von zehn Menschen auf dem Land – das sind rund 780 Millionen – ohne Zugang zu Trinkwasser. In der Hoffnung auf ein besseres Leben fliehen viele in die Städte.

Der Ansturm wiederum führt dazu, dass sich die ohnehin schlechte Wasserversorgung dort weiter verschlechtert. Um dieses Problem einzudämmen, muss also zunächst im ländlichen Raum investiert werden. Denn nur bessere Lebensbedingungen für die Landbevölkerung können die Landflucht eindämmen. Ohne den Bevölkerungszustrom vom Land werden die Belastungen für die Städte sinken – und damit wäre die Voraussetzung für ein effizientes Wassermanagement gegeben.

 

Euro

Letzte Änderung an dieser Seite: 21.03.2011
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