Steigender Wasserverbrauch in der Nahrungsproduktion

In den vergangenen 100 Jahren hat sich der weltweite Wasserverbrauch fast verzehnfacht. Damit ist der Wasserbedarf deutlich schneller gestiegen als die Bevölkerungszahl. In 31 Ländern der Erde herrscht dauernder Wassermangel. Schon im Jahr 2025 werden es rund 50 Länder mit insgesamt etwa drei Milliarden Einwohnern sein. Doch auch in Ländern, in denen statistisch genug Wasser zur Verfügung steht, haben viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser.

 

Landwirtschaft im Norden von Laos. © Lachenmaier
Landwirtschaft im Norden
von Laos. © Lachenmaier
Größter "Schlucker" Landwirtschaft

Rund zwei Drittel der gesamten Wasserentnahme entfällt heute auf die Landwirtschaft. Etwa 20 Prozent verbraucht die Industrie, gut zehn Prozent fließen in private Haushalte. Dabei gibt es enorme regionale Unterschiede. In Europa entfällt mehr als die Hälfte der Wasserentnahme auf die Industrie. In Asien und Afrika sorgt die Landwirtschaft über 85 Prozent des Wasserverbrauchs.

Vor allem die sogenannte Grüne Revolution hat den Wasserbedarf der Landwirtschaft stark ansteigen lassen. Die neuen Pflanzensorten sind zwar widerstandsfähiger und bringen höhere Erträge, aber sie brauchen auch viel mehr Wasser als traditionelle Sorten.
 

 Reisanbau in Indonesien. © Lohnes
Reisanbau in Indonesien.
© Lohnes

Flächen ausweiten?

Heute werden weltweit rund 15 Prozent des kultivierten Landes bewässert. Diese Flächen lassen sich jedoch nicht beliebig ausweiten. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) befürchtet, dass Wassermangel in vielen Regionen den landwirtschaftlichen Fortschritt bremsen wird. Fachleute schätzen, dass sich die bewässerten Flächen vor allem in Asien nur noch um höchstens zehn Prozent ausweiten lassen.

Das aber ist zu wenig, um die weiter zunehmende Bevölkerung künftig ernähren zu können. Deshalb müssen die Bewässerungssysteme dringend modernisiert werden. Vor allem die Wasserverluste durch Verdunstung müssen drastisch verringert werden. Technische Lösungen, wie etwa die Tröpfchenbewässerung, existieren bereits. Vielerorts fehlt aber das Geld, um moderne Technologien zu installieren.

 

Zwei Frauen in Burundi transportieren Gemüsepflanzen. © Lyons
Zwei Frauen in Burundi
transportieren
Gemüsepflanzen. © Lyons
Nachfrage wird steigen

Selbst wenn es gelingt, die Wasserverluste in der Landwirtschaft, wie auch in der Industrie und den Haushalten drastisch zu senken, wird die Nachfrage nach Wasser weiter steigen. Das UNEP rechnet deshalb bis zum Jahr 2025 mit Steigerungen von mindestens 20 Prozent in der Landwirtschaft, rund 50 Prozent in der Industrie und sogar 80 Prozent bei den privaten Haushalten.

Übrigens: Um ein Kilo Brot herzustellen, werden insgesamt rund 1.000 Liter Wasser gebraucht. Für die Ernährung eines durchschnittlichen Bürgers der USA werden täglich rund 5.000 Liter aufgewandt. Für die Ernährung eines Menschen in Afrika stehen dagegen täglich weniger als 200 Liter zur Verfügung.

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