Wasserverschmutzung: Den Anfang und das Ende macht der Mensch

Trinkwasser ist lebensnotwendig, und wird immer knapper. © Grossmann
Trinkwasser ist lebensnotwendig, und wird immer knapper. © Grossmann

Sauberes Wasser ist lebensnotwendig. Nimmt der Mensch verschmutztes Wasser zu sich, wird er krank. Wie kommt es zu der Wasserverschmutzung? Ein Ausflug in die Biologie erläutert den Prozess.

Gedüngte Dunkelheit

Düngemittel enthalten Substanzen, die Umwelt und Wasserressourcen stark belasten. Durch Bewässerung und Regen werden die Düngemittel vom Feld gewaschen, die enthaltenden Phosphate und Nitrate verschmutzen Fließ- und Grundwasser. Es kommt zur "Eutrophierung", das heißt, die Gewässer reichern sich mit Nährstoffen an, die das Wachstum von mikroskopisch kleinen Algen und höheren Pflanzen verstärken. Entwickeln sich die Algen (Phytoplankton) massenhaft im Freiwasser, kommt es zu Lichtmangel. Unterwasserpflanzen gehen ein und können ihre Aufgabe, die Produktion von Sauerstoff, nicht mehr leisten. Mit zunehmender Eutrophierung verändert sich das Leben unter Wasser enorm: Pflanzen sterben ab, Tiere finden keine Nahrung mehr oder ersticken in der zunehmend trüben, sauerstoffarmen Brühe.


Was fischt der Fischer, wenn es keine Fische mehr gibt?

Bei dem Zersetzungsprozess der Unterwasserpflanzen wird übermäßig viel Sauerstoff verbraucht. In gesunden Gewässern bauen aerobe (sauerstoffverbrauchende) Bakterien organische Reste von Pflanzen oder toten Tieren ab. Fällt der Sauerstoffgehalt des Wassers unter ein bestimmtes Mindestmaß, können die aeroben Bakterien nicht mehr existieren. Die anaeroben Bakterien übernehmen das Feld und verursachen Fäulnis. Das Gewässer beginnt "umzukippen". Es kommt zum Fischsterben. Die Zerstezungsprozesse laufen im Faulschlamm am Gewässergrund weiter. Dabei können sich giftige Stoffe wie Schwefelwasserstoff, Ammoniak oder Methan bilden.

Weltweit sind von den an Binnengewässern lebenden Tieren 24 Prozent der Säugetierarten und zwölf Prozent der Vogelarten durch derartige Verunreinigungen bedroht. Das Gleiche gilt für die zehn Prozent der Fischarten, die bislang untersucht wurden. Dies hat wiederum konkrete Auswirkungen auf die Bevölkerung. Vor allem, wenn das Gewässer ihre einzige Wasserquelle ist. Fischer erhalten immer weniger Erträge. Krankheiten wie Durchfall, Cholera, Haut- und Lungenkrankheiten brechen aus. Die Lebensgrundlage der Menschen verschwindet. 

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Letzte Änderung an dieser Seite: 21.03.2011
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