Der Zufall arrangierte die Treuhandstiftungsgründung

 

Der Unternehmensberater Markus Weick mit seinen Kindern.
Der Unternehmensberater Markus Weick mit
seinen Kindern.
Es war im Herbst 2003 und Markus Weick saß gerade im Zug auf der Heimreise von Frankfurt nach Köln, als seine Aufmerksamkeit zufällig an einer Unterhaltung zwischen zwei Welthungerhilfe-Mitarbeiterinnen haften blieb. Die beiden waren ebenfalls in Frankfurt zugestiegen und hatten dort einen Vortrag des Geschäftsführers der Stiftung Welthungerhilfe zum Thema Treuhandstiftungsgründung besucht. Unter dem frischen Eindruck des Vortrages tauschte man sich über das zuvor Gehörte und über die Vorteile von Treuhandstiftungen aus. Auf dieses Stichwort hin konnte der Unternehmensberater nicht anders, als der Konversation für eine Weile zu folgen. Schließlich hatte er sich schon seit längerem mit dem Gedanken getragen, irgendwann mal eine Treuhandstiftung zu gründen. Allerdings war dieser Gedanke bis dahin noch recht abstrakt. Bislang hatte sich Markus Weick weder mit Detailfragen zum Gründungsverfahrens beschäftigt, geschweige denn, dass er Recherchen zu potentiellen Treuhändern angestellt hätte. So lauschte er offen und interessiert den beiden Sitznachbarinnen, die in ihr Gespräch vertieft waren und nahm sich vor, sie bei passender Gelegenheit auf das Thema anzusprechen.

Als der Zug im Zielbahnhof Köln einlief, war es soweit: Markus Weick bekannte sich dazu, "Ohrenzeuge" ihres Gesprächs geworden zu sein, überreichte den beiden Welthungerhilfe-Mitarbeiterinnen seine Karte und bat um einen Anruf zwecks Gründung einer Treuhandstiftung. Die beiden Kolleginnen staunten nicht schlecht angesichts dieser unerwarteten Intervention und freuten sich sehr, einen wildfremden Menschen mit ihrer Konversation zu einer Stiftungsgründung "angestiftet" zu haben. Am nächsten Tag übergaben sie den angebahnten Kontakt dem Geschäftsführer der Stiftung Welthungerhilfe, und von dem Zeitpunkt an nahm das Gründungsverfahren seinen Lauf. Die Idee der Stiftungsgründung sollte für Markus Weick nun endlich Gestalt annehmen und Wirklichkeit werden.

Seitdem er sich im Jahr 2002 als Unternehmensberater zusammen mit einem Partner selbstständig gemacht hatte und die Geschäfte auch recht bald gut liefen, dachte Markus Weick mehr als einmal daran, eine Treuhandstiftung zu gründen. Sein Motiv: Etwas vom geschäftlichen Erfolg zurück geben an Menschen, die nicht soviel Glück hatten wie er. Die Erträge der Weick-Stiftung unterstützen nun ganz allgemein die Arbeit der Welthungerhilfe. "Ich habe großes Vertrauen in die Projektarbeit der Welthungerhilfe und überlasse es gern den Profis, wo sie die Erträge am sinnvollsten einsetzen", so Markus Weick. Eines aber war dem Vater von drei schulpflichtigen Kindern wichtig: "Ich wollte meine Kinder in jedem Fall durch die Stiftungserträge abgesichert wissen, was ja durch die vom Gesetzgeber eingeräumte Drittelregelung problemlos einzurichten war", erklärt er, "doch wenn die Kinder irgendwann selbst für ihr Auskommen sorgen können, fällt die Drittelregelung wieder weg", fügt Weick ergänzend hinzu.

Die Tatsache, dass ausgerechnet der Zufall diese Stiftungsgründung arrangierte, verdient insofern besondere Erwähnung, als dass Markus Weick Diplom-Mathematiker ist und somit einer Zunft angehört, die ihr Denken und Handeln an Fakten, Logik und Wahrscheinlichkeiten ausrichtet, statt sich von Zufällen treiben zu lassen. Doch als Risikomanager sagt Markus Weick "Rechne mit allem, - auch mit dem Zufall."

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