Weltbericht Bildung für Alle: Neuer UNESCO-Bericht kritisiert Geldgeber

Kinder in einer Schule in Pudhupettai, Indien.
© RechenburgIm Januar hat die UNESCO ihren neuen Weltbericht "Bildung für alle" herausgegeben. Der jährlich erscheinende Report zeigt auf, was noch getan werden muss, damit alle Kinder auf der Welt zur Schule gehen können. Grundschulbildung für Alle ist eines der 15 UN-Millenniumsziele, die bis zum Jahr 2015 erreicht werden sollen. Der UNESCO-Bericht erscheint jedes Jahr.
Negative Auswirkungen der Finanzkrise auf Bildung befürchtet
Der Weltbildungsbericht warnt vor den Auswirkungen der Finanzkrise auf die Bildungssituation. Noch immer besuchen 72 Millionen Kinder und 71 Millionen Jugendliche keine Schule. Geringeres Wirtschaftswachstum, steigende Armut und Sparzwänge gefährden die Fortschritte der letzten Jahre. Denn durch die Auswirkungen der Finanzkrise droht Millionen Kindern der Zugang zu Bildung verwehrt zu bleiben. Um bis 2015 "Bildung für alle" zu gewährleisten, muss die Weltgemeinschaft jährlich 16 Milliarden US-Dollar aufbringen.

Schüler in Burkina Faso. Erfolge nicht ausreichend
Der aktuelle Weltbildungsbericht zeigt anhand von Beispielen aus Benin und Äthiopien, dass einige Entwicklungsländer die Einschulungsquote schnell erhöhen konnten. Gleichzeitig hebt er den mangelnden Willen der Regierungen hervor, bestehende Ungleichheiten im Bildungssystem zu bekämpfen. So ist die Einschulungsrate nach wie vor bei Mädchen, ethnischen Minderheiten und in ländlichen Regionen am Niedrigsten. Schließlich kritisiert der Report das Ausbleiben der zugesagten Mittel der Industrieländer.
Bis 2015 "Bildung für alle" noch zu schaffen?
Weltweit leben 1,4 Milliarden Menschen mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag.
Setzt sich der derzeitige Trend fort, werden auch im Jahr 2015 noch 56 Millionen Kinder im Grundschulalter keine Schulbildung erhalten. Besonders arme Familien können sich einen Schulbesuch ihrer Kinder häufig nicht leisten. Oder sie benötigen die Kinder als zusätzliche Arbeitskräfte.
Industrieländer halten Versprechen nicht
Auf dem Weltbildungsforum in Dakar wurde im Jahr 2000 versprochen, dass kein Land aufgrund fehlender Finanzmittel die Bildungsziele verfehlen soll. Dieses Versprechen wird von den geldgebenden Industrieländern nicht eingehalten. Insbesondere seit 2005 stagnieren oder sinken die Mittel für Grundbildung. Daher fordert der Bericht den UN-Generalsekretär auf, eine hochrangige Geberkonferenz im Jahr 2010 einzuberufen, um diese Lücke zu schließen.
Weitere Informationen
Weltbildungsbericht 2010: Bildung für alle (deutsche Kurzfassung)
Globale Bildungskampagne
Die Welthungerhilfe unterstützt die globale Bildungskampagne
