Welthunger-Index 2007: Ein Drittel der Länder auf Kurs, Afrika bleibt Brennpunkt

Schulspeisung in Mali. © DWHH
Schulspeisung in Mali.

(12.10.2007). Kuba und Peru in Lateinamerika, Mosambik und Ghana in Subsahara-Afrika sowie Indonesien und Vietnam in Asien gehören zu den Entwicklungsländern, die auf gutem Weg sind, die Millenniumsziele zum Thema Hunger zu erreichen. Ziel bis 2015 ist es, den Anteil hungernder Menschen insgesamt sowie den der unterernährten Kinder unter fünf Jahren zu halbieren und die Kindersterblichkeitsrate um zwei Drittel zu senken. Diese Indikatoren werden vom Welthunger-Index (WHI) erfasst, den das Washingtoner Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) und die Deutsche Welthungerhilfe 2006 erstmals vorgestellt haben und der jetzt anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober aktualisiert wurde.

Am schlechtesten steht Subsahara-Afrika da. Zwar machen die meisten Länder Fortschritte, doch nach den bisherigen Trends werden nur sechs von 42 Ländern die Hunger-Millenniumsziele erreichen. Insgesamt ist etwa ein Drittel der 91 untersuchten Länder nach dem WHI-Fortschrittsindikator auf Kurs. 

 

Erdnüsse aus dem Kongo. © Kaiser
Erdnüsse aus dem Kongo.
© Kaiser
Ein gutes weiteres Drittel hat zwar Fortschritte gemacht, aber das Tempo ist zu langsam. In knapp einem Drittel hat sich die Ernährungslage kaum verändert oder sogar verschlechtert. Dazu gehören die beiden letzten auf der Rangliste, Burundi und die Demokratische Republik Kongo, die noch immer unter den Folgen von bewaffneten Konflikten leiden. "Hingegen zeigt bei einem Land wie Äthiopien die deutliche Verbesserung des Wertes, dass in Friedenszeiten Fortschritte möglich sind, wenn in Gesundheit, Bildung und Landwirtschaft investiert wird", sagt Doris Wiesmann, Ernährungswissenschaftlerin bei IFPRI.

 

Reispflanzungen in Indonesien. © Lohnes
Reispflanzungen in
Indonesien. © Lohnes
"Die Fortschritte sind ermutigend, aber wir dürfen in unseren Anstrengungen nicht nachlassen", sagt Ingeborg Schäuble, Vorsitzende der Welthungerhilfe. "Noch immer geht einer von sieben Menschen jeden Tag hungrig zu Bett." Sie verweist auf die Erfolge, die in den Millenniumsdörfern der Welthungerhilfe nachgewiesen werden können. In 15 ausgewählten Dörfern in Afrika, Asien und Lateinamerika wird durch Haushaltsbefragungen und ein Monitoring-System beispielhaft die Entwicklung dokumentiert. So sinkt etwa die Unterernährungsrate und Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren: Während in Äthiopien durchschnittlich 38 Prozent der Kinder unterernährt sind, wurden im Millenniumsdorf Sodo bei Jungen 18 und bei Mädchen 25 Prozent gemessen.

"Wir müssen verstärkt in die ländliche Entwicklung investieren, denn drei von vier extrem armen Menschen leben auf dem Land", sagt Schäuble. "Es ist beschämend, dass die Industrieländer die Ärmsten sträflich vernachlässigen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat zwar die Mittel für ländliche Entwicklung von 382,3 im Jahr 2005 auf 576,8 Millionen Euro 2006 erhöht – das sind aber immer noch nur 7 Prozent der gesamten deutschen staatlichen Entwicklungshilfe von 8,25 Milliarden Euro."

Letzte Änderung an dieser Seite: 12.10.2007
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