Welthunger-Index 2008:

33 Länder haben sehr ernste bis gravierende Hungersituation

Zubereitung einer Maisspeise am Rande der Wüste, Mali. © WHH
Zubereitung einer Maisspeise am Rande der
Wüste, Mali. © WHH
(14.10.2008). In 33 Ländern weltweit herrscht eine sehr ernste bis gravierende Hungersituation. Diese Länder bilden die Schlusslichter im Welthunger-Index 2008 (WHI 08), den das Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) aus Washington und die Welthungerhilfe anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober heute in Berlin vorgestellt haben.

Die Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Burundi, Niger und Sierra Leone schneiden dabei am schlechtesten von insgesamt 88 Ländern in dem Ranking ab. Dort ist die Situation teils sehr gravierend. Nach Weltregionen gruppiert, steht Afrika südlich der Sahara am schlechtesten da, gefolgt von Südasien. Insgesamt ist die Zahl der Hungernden weltweit von 848 auf 923 Millionen Menschen gestiegen.

Erstmals zeigt der WHI auch eine langfristige Entwicklung durch den Vergleich der aktuellen Werte mit denen von 1990. Das Ergebnis, eine Mischung aus Fortschritt und Rückschritt in verschiedenen Ländern, ergebe auf globaler Ebene Stagnation, erläutert Joachim von Braun, Direktor des IFPRI: "Der Welthunger-Index verdeutlicht, dass es durchaus Fortschritt in der Hungerbekämpfung gibt, aber leider nicht auf breiter Front. Damit können wir uns nicht abfinden."

 

Ingeborg Schäubel und Joachim von Braun. © Bildschön
Ingeborg Schäubel und
Joachim von Braun.
© Bildschön
Ingeborg Schäuble, Vorstandsvorsitzende der Welthungerhilfe: "Fast eine Milliarde Hungernde sind eine Schande für die Menschheit. Im Gegensatz zu den Banken sind sie nicht selbst schuld an ihrer Misere. Das allgemeine Umdenken über die Rolle des Staates und der internationalen Gemeinschaft, das durch die Finanzkrise eingesetzt hat, muss sich auch auf die Hungerkrise erstrecken. Die Welt braucht ein Rettungspaket gegen den Welthunger, deshalb fordern wir eine Erhöhung der Mittel für die Entwicklung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern von jährlich mindestens zehn Milliarden Euro sowie die Schaffung fairer Handelsbedingungen."

Joachim von Braun zur aktuellen Finanzkrise: "Die Finanzkrise trägt zum Absinken der Agrarpreise bei. Dies bedeutet eine kurzfristige Erleichterung für die Armen. Aber dadurch wird Kapital für Agrarinvestitionen und für Ernährungsprogramme jetzt noch knapper. Das droht die nachhaltige Überwindung der Welternährungskrise zu verhindern."

 

Der Welthunger-Index

Der WHI wird zum dritten Mal vom International Food Policy Research Institute (IFPRI, Washington DC) in Zusammenarbeit mit der Welthungerhilfe und Concern Worldwide (Dublin) herausgegeben. Er wird für 88 Länder berechnet. Für einige, etwa Irak, Somalia oder Afghanistan, liegen keine Daten vor. Der WHI kombiniert die drei Indikatoren "Kindersterblichkeit unter fünf Jahren", "Untergewichtige Kinder unter fünf Jahren" und "Anteil der Unterernährten in der Bevölkerung".

Welthunger-Index 2008

Einleger Errata (für Druckversion Bericht Okt. 08)

Welthunger-Index 2007

Welthunger-Index 2006

Welthunger-Index 2008 für Indien

The India State Hunger Index: Comparisons Of Hunger Across States (engl.)

Aktuell

Pressemitteilung

Statement von Ingeborg Schäuble zur Veröffentlichung des Welthunger-Index 2008

Themenspecial: Der Welthunger-Index 2008

FAQ’s zum Welthunger-Index (WHI) 2008

Standpunkt: Kampf gegen den Hunger wird auf dem Land entschieden

Brennpunkt: Steigende Nahrungsmittelpreise beeinträchtigen Menschliche Sicherheit - Fallbeispiel Burkina Faso

Karte: Der aktuelle Welthunger-Index 2008

IFPRI: Key Findings and Facts (engl.)

Grafiken aus dem aktuellen Welthunger-Index

Pressemappe

Hunger - das Kernthema der Welthungerhilfe

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Lava hat die Stadt Goma im Kongo unter sich begraben. Auf den ausgeglühten Autowracks spielen heute Kinder. © WHH/Kaiser (2,3 mb)

Einem Kleinkind in Burundi wird die Umfang des Oberarms vermessen. © Haeberle (1,3 mb)

Eine junge Frau mit ihrem Kind beim Alphabetisierungskurs für Erwachsene in Mangaleze, Mosambik. © Kropke (1,2 mb)

Kostenlose Grafiken zum Thema

Hunger durch Biokraftstoff: Biokraftstoffproduktion lässt Lebensmittelpreise steigen

Steigende Preise für Lebensmittelimporte in armen Ländern

Weiterhin hohe Agrarsubventionen der Industrieländer - Umschichtungen anstelle von Kürzungen 

Die Getreidepreise bleiben hoch: Maßnahmen zum Schutz der Ärmsten sind nötig

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