Welthunger-Index 2011
Herausforderung Hunger: Wie steigende und stark schwankende Nahrungsmittelpreise den Hunger verschärfen
Das Ausmaß des weltweiten Hungers ist noch immer "ernst" - auch im Jahr 2011 geben die Berechnungen des Welthunger-Index keinerlei Grund zur Entwarnung. Es sind vor allem die hohen und stark schwankenden Preise für Nahrungsmittel, die für arme Menschen immer weniger und immer schlechtere Nahrung bedeuten. Die höchsten Werte und damit den größten Hunger erleiden die Menschen in Südasien und Afrika südlich der Sahara.
Interaktive Karte: Klicken Sie sich durch die WHI-Karte 2011

- Ein Ende der Preisspekulationen ist nicht in Sicht. © Lohnes
Das Konzept des WHI
Die Welt nähert sich dem Jahr 2015 und damit dem Ablauf der Frist zum Erreichen der Millenniumsentwicklungsziele (MDGs). Eines der Ziele strebt die Halbierung des Anteils hungernder Menschen an. Der Welthunger-Index (WHI) bietet hierzu eine nützliche und mehrdimensionale Momentaufnahme der weltweiten Hungersituation. Der WHI ist ein vom Internationalen Forschungsinstitut für Entwicklungs- und Ernährungspolitik (IFPRI) entwickeltes Instrument. Er gibt Auskunft darüber, in welchen Regionen und Ländern die Menschen am stärksten von Hunger betroffen sind.

- In einigen Regionen wurden Fortschritte erzielt. © Lohnes
Globale, nationale und regionale Trends
Auch wenn der Anteil der hungernden Menschen weltweit seit 1990 etwas zurückgegangen ist, konnten grundlegende Fortschritte nicht erreicht werden. Dabei ist die Verteilung der Menschen, die unter Hunger, Unterernährung und Untergewicht leiden, weltweit betrachtet sehr unterschiedlich. 26 Länder stechen besonders deutlich aus der Hungerstatistik heraus, denn dort wird die Hungersituation als gravierend bzw. sehr ernst eingestuft. Viele dieser Länder befinden sich in Südasien und Afrika südlich der Sahara.

- Arme Menschen sind den hohen und stark schwankenden Preisen ausgeliefert.
Hohe und stark schwankende Preise verschärfen den Hunger
Auf den globalen Nahrungsmittelmärkten gibt es seit einigen Jahren zwei Trends: Die Preise steigen und schwanken kräftig. Diese Preistrends haben schwerwiegende Folgen insbesondere für arme und hungernde Menschen, da diese kaum in der Lage sind, darauf zu reagieren. Sie essen weniger und nehmen nicht ausreichend Vitamine und Nährstoffe auf, insbesondere für Kinder leiden unter unwiderruflichen Schäden dieser Ernährung. Zudem bleibt kaum Geld für Dienstleistungen wie sauberes Wasser, medizinische Versorgung und Bildung.

- Es gibt Lösungen, um den Hunger zu besiegen. ©
Tadschikistan: Preisspekulationen gefährden die Kleinbauern
In Tadschikistan stiegen die Preise für Nahrungsmittel dieses Jahr auf Rekordniveau. Allein der Preis für Weizen, das wichtigste Grundnahrungsmittel des Landes, stieg im Vergleich zum Vorjahr um 60 bis 70 Prozent. In Tadschikistan wird die Hungersituation mit einem WHI-Wert von 17,0 als "ernst" eingestuft. Neben hohen sind es vor allem die stark schwankenden Preise, unter denen die Menschen leiden.
Grand Mercury Award 2011
Der Welthungeri-Index 2011 hat den Grand Mercury Award 2011/12 in der Kategorie 'Bester Jahresbericht - Europa' gewonnen.
Weitere Informationen
Blogbeitrag von Bärbel Dieckmann: Spekulationen auf Kosten der Hungernden
Der Kampf um das tägliche Brot: Ernährungsprojekte in Tadschikistan
FAQs zum Welthunger-Index 2011
Interview mit unserem tadschikischen Mitarbeiter Manuchehr Rakhmatdzhonov: Unerträglich teuer.
Marktstand-Aktion in Berlin: Preistreiber des Hunger
Welternährung, 3. Quartal 2011
Karten und Graphiken
Welthunger-Index 2011 nach Schweregrad in den einzelnen Ländern
Gewinner und Verlierer für den WHI 2011 im Vergleich zum WHI 1990
Inflationsbereinigte Preise von Agrargütern und Öl, 1990 - 2011 (wöchentliche Werte)
Schlüsselfaktoren für den Anstieg der Agrarpreise und für die Preisvolatilität
Unterrichtsmaterial
Oberstufe und Erwachsenenbildung: Die Nahrungsmittelpreise in den Griff bekommen
Presse
Pressemitteilung Welthunger-Index 2011
