Welthunger-Index 2011

Herausforderung Hunger: Wie steigende und stark schwankende Nahrungsmittelpreise den Hunger verschärfen

Bei der Vorstellung des Welthunger-Index 2011 in Berlin: Manuchehr Rakhmatdzhonov, Mitarbeiter der Welthungerhilfe in Tadschikistan, Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe und Klaus von Grebmer, Leiter Öffentlichkeitsarbeit IFPRI (v.l.).© Jungeblodt

Das Ausmaß des weltweiten Hungers ist noch immer "ernst" - auch im Jahr 2011 geben die Berechnungen des Welthunger-Index keinerlei Grund zur Entwarnung. Es sind vor allem die hohen und stark schwankenden Preise für Nahrungsmittel, die für arme Menschen immer weniger und immer schlechtere Nahrung bedeuten. Die höchsten Werte und damit den größten Hunger erleiden die Menschen in Südasien und Afrika südlich der Sahara.

Welthunger-Index 2011

Interaktive Karte: Klicken Sie sich durch die WHI-Karte 2011

Ein Ende der Preisspekulationen ist nicht in Sicht. © Lohnes
Ein Ende der Preisspekulationen ist nicht in Sicht. © Lohnes

Das Konzept des WHI

Die Welt nähert sich dem Jahr 2015 und damit dem Ablauf der Frist zum Erreichen der Millenniumsentwicklungsziele (MDGs). Eines der Ziele strebt die Halbierung des Anteils hungernder Menschen an. Der Welthunger-Index (WHI) bietet hierzu eine nützliche und mehrdimensionale Momentaufnahme der weltweiten Hungersituation. Der WHI ist ein vom Internationalen Forschungsinstitut für Entwicklungs- und Ernährungspolitik (IFPRI) entwickeltes Instrument. Er gibt Auskunft darüber, in welchen Regionen und Ländern die Menschen am stärksten von Hunger betroffen sind. 

Mehr zum Konzept des WHI

In einigen Regionen wurden Fortschritte erzielt. © Lohnes
In einigen Regionen wurden Fortschritte erzielt. © Lohnes

Globale, nationale und regionale Trends

Auch wenn der Anteil der hungernden Menschen weltweit seit 1990 etwas zurückgegangen ist, konnten grundlegende Fortschritte nicht erreicht werden. Dabei ist die Verteilung der Menschen, die unter Hunger, Unterernährung und Untergewicht leiden, weltweit betrachtet sehr unterschiedlich. 26 Länder stechen besonders deutlich aus der Hungerstatistik heraus, denn dort wird die Hungersituation als gravierend bzw. sehr ernst eingestuft. Viele dieser Länder befinden sich in Südasien und Afrika südlich der Sahara.

Wo ist der Hunger am schlimmsten?

Arme Menschen sind den hohen und stark schwankenden Preisen ausgeliefert.
Arme Menschen sind den hohen und stark schwankenden Preisen ausgeliefert.

Hohe und stark schwankende Preise verschärfen den Hunger

Auf den globalen Nahrungsmittelmärkten gibt es seit einigen Jahren zwei Trends: Die Preise steigen und schwanken kräftig. Diese Preistrends haben schwerwiegende Folgen insbesondere für arme und hungernde Menschen, da diese kaum in der Lage sind, darauf zu reagieren. Sie essen weniger und nehmen nicht ausreichend Vitamine und Nährstoffe auf, insbesondere für Kinder leiden unter unwiderruflichen Schäden dieser Ernährung. Zudem bleibt kaum Geld für Dienstleistungen wie sauberes Wasser, medizinische Versorgung und Bildung.

Extreme Preistrends und ihre verheerenden Folgen

Es gibt Lösungen, um den Hunger zu besiegen. ©
Es gibt Lösungen, um den Hunger zu besiegen. ©

Tadschikistan: Preisspekulationen gefährden die Kleinbauern

In Tadschikistan stiegen die Preise für Nahrungsmittel dieses Jahr auf Rekordniveau. Allein der Preis für Weizen, das wichtigste Grundnahrungsmittel des Landes, stieg im Vergleich zum Vorjahr um 60 bis 70 Prozent. In Tadschikistan wird die Hungersituation mit einem WHI-Wert von 17,0 als "ernst" eingestuft. Neben hohen sind es vor allem die stark schwankenden Preise, unter denen die Menschen leiden.

Wie kann die Situation verbessert werden?

Grand Mercury Award 2011

Der Welthungeri-Index 2011 hat den Grand Mercury Award 2011/12 in der Kategorie 'Bester Jahresbericht - Europa' gewonnen.

Weitere Informationen

Blogbeitrag von Bärbel Dieckmann: Spekulationen auf Kosten der Hungernden

Der Kampf um das tägliche Brot: Ernährungsprojekte in Tadschikistan

WHI-Factsheet

FAQs zum Welthunger-Index 2011

Interview mit unserem tadschikischen Mitarbeiter Manuchehr Rakhmatdzhonov: Unerträglich teuer.

Studie zu Nahrungsmittelpreisen in Tadschikistan "The impact of volatile and increasing foodprises on smallholders"

Marktstand-Aktion in Berlin: Preistreiber des Hunger

Preise auf der Achterbahn - Führt das Auf und Ab der Nahrungsmittelpreise zu Hunger? Die Welthungerhilfe hakt nach! - Diskussionsveranstaltung zur Veröffentlichung des WHI 2011 in Berlin

Fallstudie Tadschikistan: Wolfgang Jamann bei der Präsentation des Welthunger-Index 2011 in Iowa (English)

Welternährung, 3. Quartal 2011

Karten und Graphiken

Welthunger-Index 2011 nach Schweregrad in den einzelnen Ländern

Poster: Welthunger-Index 2011

Was ist der WHI?

Hunger seit 1990

Gewinner und Verlierer für den WHI 2011 im Vergleich zum WHI 1990

Beitrag der Indikatoren zum Gesamtwert des WHI 1990, WHI 1996, WHI 2001 und WHI 2011 zum Gesamtüberblick für die Entwicklung des WHI

Inflationsbereinigte Preise von Agrargütern und Öl, 1990 - 2011 (wöchentliche Werte)

Schlüsselfaktoren für den Anstieg der Agrarpreise und für die Preisvolatilität

Unterrichtsmaterial

Oberstufe und Erwachsenenbildung: Die Nahrungsmittelpreise in den Griff bekommen

Presse

Pressemitteilung Welthunger-Index 2011

Digitale Pressemappe

Alle Berichte

Welthunger-Index 2011. Herausforderung Hunger: Wie steigende und stark schwankende Nahrungsmittelpreise den Hunger verschärfen

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