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Welthunger-Index 2016

Welthunger-Index 2016: Hunger sinkt um 29%

„Zero Hunger“ bis 2030 ist möglich – jedoch nicht mit aktuellem Tempo der Hungerbekämpfung

Der Hunger in Entwicklungsländern ist seit dem Jahr 2000 um 29 Prozent zurückgegangen. Doch ein Grund zur Entwarnung ist das nicht. In 50 Ländern ist die Hungersituation „ernst“ oder „sehr ernst“. Trotz der Fortschritte reicht das Tempo nicht annähernd aus, um das Ziel Kein Hunger bis 2030 tatsächlich zu erreichen.


Noch immer sind 795 Millionen Menschen von Hunger betroffen, ungefähr eines von vier Kindern leidet unter Wachstumsverzögerung und acht Prozent der Kinder sind ausgezehrt. In sieben Ländern wird der Schweregrad des Hungers als „sehr ernst“ eingestuft, in weiteren 43 Ländern als „ernst“.

Die Regionen mit den höchsten WHI-Werten – und damit den eklatantesten Hungersituationen – liegen in Afrika südlich der Sahara: Die Zentralafrikanische Republik und der Tschad haben die höchsten Hungerwerte des Berichts. Die beiden Länder konnten seit 2000 den Hunger nur geringfügig mindern. Bürgerkriege und extreme Wetterereignisse belasten die Nahrungsproduktion schwer. 

Weitere zentrale Zahlen und Fakten zum Hunger in der Welt:

  • In keinem Land wird die Hungersituation in diesem Jahr als „gravierend“ eingeschätzt. Jedoch liegen für 13 Länder keine WHI-Werte vor und den verfügbaren Daten zufolge besteht in zehn dieser Länder Grund zu ernsthafter Besorgnis. Dazu zählen u.a. Burundi, Kongo, Eritrea, Somalia, Südsudan und Sudan.

  • Der Fortschritt in der Hungerbekämpfung ist ungleichmäßig und es bestehen große Disparitäten zwischen Ländern und auch innerhalb von Ländern.

  • Manche Länder bleiben hinter anderen in ihrer Region zurück. Die Region Lateinamerika und die Karibik hat beispielsweise den niedrigsten WHI-Wert der Entwicklungsländer, jedoch ist Haitis WHI-Wert alarmierend hoch.

  • Subnational finden sich in vielen Ländern Unterschiede bei der Verbreitung von Unterernährung und Kindersterblichkeit – darunter sind Länder mit „niedrigen“ bis „sehr ernsten“ Hungerwerten. Dies gilt etwa für Mexiko, Jordanien, Kambodscha, Sierra Leone und Sambia.

  • Zwischen dem WHI 2000 und dem WHI 2016 konnten 22 Länder ihre Werte um mindestens 50 Prozent reduzieren. Die drei Länder in den Kategorien „ernst“ und „sehr ernst“, die ihre Hunger-Werte am stärksten senken konnten, waren Ruanda, Kambodscha und Myanmar.

  • „Zero Hunger“ ist möglich, aber nur, wenn sich die Politik stärker engagiert und Rechenschaft darüber ablegt.

Versprechen halten: Zero Hunger bis 2030

In Afrika südlich der Sahara konnte in absoluten Zahlen die größte Verbesserung seit dem Jahr 2000 erreicht werden, und auch in Südasien konnte der Hunger wesentlich reduziert werden. Jedoch: Die Verbesserungen müssen dringend beschleunigt werden, um das Ziel „Zero Hunger“ zu erreichen. Nimmt der Hunger weiterhin mit dem selben Tempo ab wie seit 1992, so werden im Jahr 2030 mehr als 45 Länder noch „mäßige“ oder „ernste“ WHI-Werte verzeichnen. 

Das Versprechen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung lautet: Niemanden zurücklassen. Um Hunger und Armut endgültig zu beseitigen, muss die Weltgemeinschaft ihre Anstrengungen verstärken. 

Unsere politischen Forderungen:

Deutschland muss seine internationale Verantwortung wahrnehmen und seinen Beitrag dazu leisten, dass alle Menschen sich ausreichend und gesund ernähren können. Dazu müssen sich auch unsere Produktions- und Konsummuster ändern. Wir fordern unter anderem:

  • Nachhaltigkeit fördern: Die Bundesregierung und die EU müssen sicherstellen, dass ihre Politiken eine nachhaltige Ernährung fördern. So müssen die ökologischen und sozialen Folgekosten der Massentierhaltung von den Herstellern übernommen und sich auch im Produktpreis niederschlagen. So würden die Konsumenten eher zu Produkten aus regionaler und nachhaltiger Produktion greifen. 

  • Folgen für das Recht auf Nahrung prüfen: Die Auswirkungen von Entscheidungen in sämtlichen Politikfeldern auf die Ernährungssicherheit und das Recht auf Nahrung in Entwicklungsländern müssen systematisch geprüft werden. So sollten z.B. bei Freihandels- und Investitionsabkommen stets eine unabhängige menschenrechtliche und ökologische Folgenabschätzung stattfinden. 

  • Soziale Produktionsstandards fördern: Die Landwirtschaft in Entwicklungsländern muss gerecht entlohnt werden. Unsere Regierung muss sich für verbindliche soziale Standards in den Produktionsregionen einsetzen und deren Umsetzung unterstützen.


>> Welthunger-Index 2016 herunterladen

Der Welthungerhilfe-Index ist ein gemeinsamer Bericht von Welthungerhilfe, dem Internationalen Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) und der irischen NGO Concern Worldwide. Die 11. Ausgabe ist am 11. Oktober 2016 erschienen.

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Interaktive Karte

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Kontakt
Andrea Sonntag

Andrea Sonntag

Referentin

0228-22 88 431

Das misst der Welthunger-Index

1. Anteil der Unterernährten an der Bevölkerung

2. Anteil der Kinder unter 5 Jahren, die ausgezehrt sind

3. Anteil der Kinder unter 5 Jahren, deren Wachstum verzögert ist

4. Anteil der Kinder, die vor ihrem 5. Geburtstag sterben

Der WHI basiert auf einer 100-Punkte Skala, deren Extremwerte nie erreicht werden.

  • unter 10 Punkte = wenig Hunger
  • über 50 Punkte = gravierender Hunger
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