Weltrisikobericht 2014

Weltrisikobericht 2014

Risikoraum Stadt

Der Weltrisikobericht 2014 des Bündnisses Entwicklung Hilft berechnet für 171 Länder das Risiko, Opfer einer Katastrophe infolge von extremen Naturereignissen zu werden. Der diesjährige Weltrisikobericht geht insbesondere auf den Zusammenhang zwischen Urbanisierung und Ernährungssicherung ein.

Trümmer einer Fabrik in Dhaka: Die urbanen Risikoanalyse hat Bangladesch als risikobehaftet eingestuft. © Grossmann
Trümmer einer Fabrik in Dhaka: Die urbanen Risikoanalyse hat Bangladesch als risikobehaftet eingestuft. © Grossmann
Illegale Müllhalde in Sierra Leone. Slums und Armut machen Bevölkerungen anfällig und erhöhen das Risiko von Naturkatastrophen © Rosenthal
Illegale Müllhalde in Sierra Leone. Slums und Armut machen Bevölkerungen anfällig und erhöhen das Risiko. © Rosenthal
Besonders von Katastrophen bedroht sind die Weltregionen Ozeanien, Südostasien, Zentralamerika, Südliche Sahelzone. © Rosenthal
Besonders von Katastrophen bedroht sind Ozeanien, Südostasien, Zentralamerika, Südliche Sahelzone. © Rosenthal


Für 171 Länder berechnet der Weltrisikobericht 2014 die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Naturkatastrophe zu werden – infolge eines extremen Naturereignisses. Das höchste Risiko besteht demnach für Städte in Costa Rica, den Philippinen, Chile, Japan und Jamaica. Ein hohes Risiko entsteht immer dort, wenn ein Gebiet in einer Naturgefahrenzone liegt und zusätzlich gesellschaftliche Faktoren zu einer hohen Verwundbarkeit führen können, z.B. durch das Fehlen einer guten Infrastruktur oder eines ausgebauten Notwarnsystems.

Schwerpunkt: Urbanisierung und Ernährungssicherheit

Der diesjährige Weltrisikobericht beleuchtet insbesondere den Zusammenhang zwischen Urbanisierung und Ernährungssicherung.

Angesichts des Bevölkerungszuwachses in Städten und ihren Randgebieten weltweit, der oft in der Bildung neuer Slums sichtbar wird, steigt der Bedarf an Nahrungsmitteln enorm an. Die regionale Landwirtschaft steht vor der Mammutaufgabe, nachhaltiger und produktiver arbeiten zu müssen. So benötigt eine nigerianische Stadt mit vier Millionen Einwohnern beispielsweise 3.000 Tonnen Lebensmittel pro Tag. Dafür müssen alle drei Minuten zwei LKW mit drei Tonnen Ladung in die Stadt fahren. Nur eine zukunftsweisende Stadtplanung kann das leisten. Doch gerade Städten in Entwicklungs- und Schwellenländern fehlen dazu oft die Ressourcen.

Urban Gardening in Liberia: Aus der Not wird ein zukunftsweisender Trend

Weil Liberias Hauptstadt Monrovia während des Bürgerkriegs von 1989 bis 2003 als halbwegs sicher galt, suchten viele Bauern aus den ländlichen Kriegsgebieten dort Zuflucht. Da diese neuen Städter aber nicht über genug Kaufkraft verfügten, um lokal einzukaufen, bauten sie auf jeder freien Fläche Nahrungsmittel an – eine rettende Idee.

Die Welthungerhilfe unterstützt die Stadtbewohner in Monrovia bis heute mit Arbeitsgeräten und Saatgut und berät sie zur Bodenbearbeitung und Bewässerung. Die Stadtregierung hat inzwischen erkannt, wie wichtig eine weitsichtige Stadtplanung ist. Sie weisen unbedenkliche Flächen für Urban Gardening aus und wirken damit nicht nur der Slumbildung entgegen, sondern leistet auch einen Beitrag zur Überlebenssicherung.

Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes und Welthungerhilfe leisten als Bündnis Entwicklung Hilft akute und langfristige Hilfe bei Katastrophen und in Krisengebieten.

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