Weltwassertag am 22. März: Qualität wichtiger als Menge
Das Wasser-Spezial: Daten, Fakten und Informationen

Schulkinder in Kenia trinken Wasser. © Maedje(21.3.2010) Die Welthungerhilfe macht anlässlich des internationalen Weltwassertages am 22. März darauf aufmerksam, dass nicht die Menge des verfügbaren Wassers entscheidend ist, sondern vor allem die Qualität. "Viele Menschen haben zwar Zugang zu einer Wasserquelle, aber sie werden krank, weil das Wasser verunreinigt ist", sagt Stephan Simon, Wasserexperte der Welthungerhilfe. Jährlich sterben 1,9 Millionen Menschen an wasserbedingten Durchfallerkrankungen. "Es besteht eine enge Verbindung zwischen Wasserqualität, menschlicher Gesundheit und Ökosystemen", so Simon.
Die Welthungerhilfe führt derzeit 35 Projekte im Wassersektor mit einem Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro durch. Regionaler Schwerpunkt ist der ländliche Raum im südlichen und östlichen Afrika. Die Hilfsorganisation baut und repariert Trinkwasseranlagen, dabei wird stets die lokale Bevölkerung mit eingebunden. Insgesamt profitieren 1,2 Millionen Menschen von dieser Hilfe. Oft liegt die Lösung auch darin, das vorhandene Wasser besser zu nutzen wie zum Beispiel beim Sammeln von Regenwasser als Trinkwasserreserve in Kenia.
Sanitäre Grundversorgung und Trinkwasserhygiene werden bei allen Wasserprojekten berücksichtigt. Durch den Bau von Toilettenanlagen und Einrichtungen zum Händewaschen soll ein verbessertes Hygieneverhalten bereits früh in der Erziehung verankert werden. Regionale angepasste Lösungen und kulturelle Akzeptanz sind entscheidend für den Erfolg
Rund 884 Millionen Menschen haben noch immer keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Besonders betroffen sind davon die Bewohner der Entwicklungsländer, wo 84 Prozent der Menschen täglich lange und beschwerliche Wege zurücklegen müssen, um zumeist schmutziges und verunreinigtes Wasser zu schöpfen.
Die Bilanz der letzten beiden Jahrzehnte gibt allerdings Anlass zu Hoffung. Während 1990 fast eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser hatten, hat sich die Zahl 18 Jahre später um 10 Prozent reduziert. Die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft und der Nichtregierungsorganisationen haben sich damit ausgezahlt.
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