
Die Mehrheit der Hungernden lebt auf dem Land - ausgerechnet dort, wo Nahrungsmittel produziert werden. In Afrika, Asien und Lateinamerika haben Bauern meist so wenig Boden zur Verfügung, dass selbst in guten Zeiten von den Erträgen kaum die ganze Familie ernährt werden kann. Geld für die Bewässerung der Felder, gutes Saatgut oder Dünger ist oft nicht vorhanden. Selten werden Überschüsse produziert, die verkauft werden könnten. So haben die Menschen weder genug zu essen noch Geld für andere überlebenswichtige Güter wie sauberes Trinkwasser, Kleidung, Bildung und Medikamente. Wenn Flut, Dürre oder Erdbeben das Land zusätzlich verwüsten, werden selbst die kargen Ernten zerstört, das Vieh stirbt und die Menschen müssen hungern.
Noch schlimmer als den Kleinbauern ergeht es den Millionen Landlosen. Auf dem Land gibt es außerhalb der Landwirtschaft nur wenig bezahlte Jobs. Auf der Suche nach Arbeit ziehen viele von ihnen in die Städte und bevölkern die Elendsquartiere an den Stadträndern. Doch in den Städten geraten Viele noch tiefer in Not: Ohne eine Ausbildung müssen sie sich mit schlecht bezahlter Gelegenheitsarbeit begnügen. Die kargen Löhne reichen oft nicht aus, um sich auf dem Markt Lebensmittel zu kaufen.
Besonders Frauen sind von Hunger betroffen. Wenn die Männer auf der Suche nach einem besseren Einkommen in die Städte ziehen, werden sie meist mit den Kindern zurückgelassen. Dann sind sie für das Überleben der Familie - und damit für Haushalt und Landwirtschaft allein verantwortlich. Aber in vielen Ländern können sie selten über eigenes Land verfügen. So verlieren sie ihre einzige Ernährungsgrundlage und Einkommensquelle. Vor allem bei Müttern ist chronischer Hunger folgenschwer: Stark unterernährte Frauen geben in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht genügend Nährstoffe an ihre Kinder weiter. Jedes Jahr kommen dadurch mehr als 20 Millionen untergewichtige Babys zur Welt.
Mangelernährung in der frühen Kindheit hat fatale Konsequenzen für alle Bereiche der Entwicklung. Mit hungrigem Magen ist kein Lernen und kein Fortkommen möglich. Viele Familien blicken auf eine lange Geschichte des Hungers zurück. Die Großeltern hungerten, ebenso wie die Eltern - und nun hungern die Kinder. Dieser Kreislauf muss durchbrochen werden. Mit dem Kampf gegen den Hunger ist der erste Stein für einen neuen Weg gelegt. Helfen Sie uns, lassen Sie unsere Nachbarn im globalen Dorf nicht allein.