Welthunger-Index 2008: Globale und Regionale Trends

Vergrößerte Ansicht bitte hier klicken.Beitrag der drei Indikatoren zum WHI 1990 und WHI 2008
Im weltweiten Vergleich zeigt der WHI einige Verbesserungen gegenüber 1990, denn er fällt von 18,7 auf 15,2 bzw. um rund ein Fünftel. Dies lässt sich weitgehend auf den Fortschritt bei der Ernährung von Kindern zurückführen. Der Anteil untergewichtiger Kinder ging am stärksten– um 5,9 Punkte – zurück, während sich die Sterblichkeitsrate der unter Fünfjährigen und der Anteil der Unterernährten verbesserten. Dennoch bleibt das Niveau des WHI weltweit insgesamt Besorgnis erregend.
Die globalen Durchschnittswerte verdecken einige tiefgreifende Unterschiede in Bezug auf Regionen und Länder. In Subsahara-Afrika ging der WHI zwischen 1990 und 2008 um weniger als 11 Prozent zurück, während er in Südasien um ca. 25 Prozent und in Südostasien, in Nahost und Nordafrika um ca. 30 Prozent zurückging. Der Fortschritt in Lateinamerika ist mit einer Verringerung von fast 40 Prozent noch deutlicher, selbst wenn das Ausgangsniveau niedriger war.

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klicken.Länderfortschritte: Verringerung des Welthunger-Indexes von 1990 bis 2008
Beim Vergleich der WHI-Indizes von 1990 und 2008 machten nur wenige Länder signifikante Fortschritte und reduzierten ihren Welthunger-Index um 50 Prozent oder mehr. Gleichzeitig machte etwa ein Drittel der Länder bescheidene Fortschritte und verringerte die WHI-Werte um 25 bis 50 Prozent.
Ghana ist das einzige afrikanische Land südlich der
Sahara, das seinen WHI um mehr als 40 Prozent reduzierte. Kein Land der Region ist unter den zehn besten Ländern, die
seit 1990 ihren WHI verbesserten. Der überraschende Erfolg Kuwaits bei der Hungerbekämpfung liegt hauptsächlich an dem ungewöhnlich hohen Hungerniveau im Jahr 1990, als Irak das Land besetzt hatte. In Peru – dem zweitbesten Land
– haben ein starkes Wirtschaftswachstum und die Verringerung der Inflationsrate zum schnellen Fortschritt beigetragen.
Es ist zwar lobenswert, dass einige Länder ihren Welthunger-Index um mehr als die Hälfte reduzieren konnten. Allerdings ist es ebenso beachtlich, wie schnell manche Länder Fortschritte in absoluten Zahlen mit Blick auf dieses Ziel gemacht haben. Zwischen 1990 und 2008 verzeichnen Angola, Äthiopien, Ghana, Haiti, Malawi, Mosambik, Peru und Vietnam die größten Rückgänge bei ihren WHI-Werten: um mehr als zehn Punkte. In elf Ländern (außer Nordkorea alle in Afrika
südlich der Sahara) nahm der WHI zu.
Konflikte und politische Instabilität haben in Burundi, auf den Komoren, in der Demokratischen Republik Kongo, in Guinea-Bissau und Liberia den Hunger verschlimmert. In Botswana und Swasiland hat die hohe HIV/Aids-Rate gepaart mit großer Ungleichheit die Ernährungssicherheit trotz insgesamt landesweit gestiegenen Reichtums unterminiert. Negative Trends beim Wirtschaftswachstum und der Lebensmittelproduktion haben in Nordkorea zu höheren Raten von Unterernährung und untergewichtigen Kindern geführt.

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Welthunger-Index 1990 und 2008 nach Ländern
Die Länder mit der dramatischsten Hungersituation und den höchsten WHI-Werten befinden sich in Subsahara-Afrika. Die Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Burundi, Niger und Sierra Leone führen das untere Ende der Rangliste an. Kriege und gewaltsame Konflikte sind die Hauptursache für weitverbreitete Armut und Ernährungsunsicherheit. Obwohl der Mangel an politischer Freiheit und Bürgerrechten nicht immer mit Ernährungsunsicherheit einhergeht, fällt interessanterweise auf, dass alle 15 Länder mit den höchsten WHI-Werten von 2006 bis 2008 durchweg durch den Freedom House Index als unfrei oder teilweise frei eingestuft worden sind (Freedom House 2008).
Eritrea und die Demokratische Republik Kongo haben derzeit den höchsten Anteil an Unterernährten – 75 beziehungsweise 74 Prozent der Bevölkerung. Indien, der Jemen und Osttimor haben die höchste Rate an untergewichtigen Kindern unter fünf Jahren – mehr als 40 Prozent in allen drei Ländern. In Sierra Leone und Angola ist die Kindersterblichkeit bei den unter Fünfjährigen am höchsten – 27 beziehungsweise 26 Prozent.
Hunger - das Kernthema der Welthungerhilfe
Welthunger-Index 2008
FAQ’s zum Welthunger-Index (WHI) 2008
Einleger Errata (für Druckversion Bericht Okt. 08)
Karte: Der aktuelle Welthunger-Index 2008
IFPRI: Key Findings and Facts (engl.)
Grafiken aus dem aktuellen Welthunger-Index
Alle Berichte
Welthunger-Index 2008 für Indien
The India State Hunger Index: Comparisons Of Hunger Across States (engl.)
