Welthunger-Index 2008: Nahrungsmittelpreise verschärfen Hungerkrise

Entwicklung der Getreidepreise weltweit.
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Entwicklung der Getreidepreise weltweit

Zwischen 1974 und 2005 sanken die realen Lebensmittelpreise nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) um ungefähr 75 Prozent. Seit 2005 jedoch steigen die realen Lebensmittelpreise an. Der Index für Lebensmittelpreise der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) stieg 2006 um neun Prozent, 2007 um 23 Prozent und zwischen Mai 2007 und Mai 2008 um mehr als 50 Prozent. Praktisch alle Lebensmittelwaren sind von den Preissteigerungen betroffen. Die Preise für Weizen und Geflügel haben sich seit 2003 verdoppelt, die Preise für Mais und Butter verdreifacht und der Preis für Reis vervierfacht.

Die Gründe: Wirtschaftswachstum und steigende Einkommen in einigen Entwicklungsländern haben Ernährungsgewohnheiten verändert, die Nachfrage nach Lebensmitteln verstärkt und in einigen Ländern die Getreidelager verringert. Richtlinien für Biokraftstoffe und großzügige Subventionen in Europa und den USA haben die Nachfrage nach Mais und Soja gesteigert und den komparativen Vorteil anderer Länder auf dem Weltmarkt verzerrt. Steigende Ölpreise haben die Kosten für Anbau, Dünger und Transport von Getreide in die Höhe getrieben.

Extreme Witterungsverhältnisse in bedeutenden Ländern für Getreideanbau wie Australien und Ukraine haben zu Ernteeinbußen geführt. Die unzureichende Steigerung der Agrarproduktion lässt sich auch auf fehlende Investitionen in landwirtschaftliche Innovation und auf Probleme bei der Verfügbarkeit von Land und Wasser zurückführen. Einige Länder wie Argentinien, Bolivien, China, Ägypten, Äthiopien, Indien und Pakistan haben Ausfuhrbeschränkungen erlassen, die den Vorrat auf demWeltmarkt eingeschränkt und den Druck auf die Preise verschärft haben.

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