Welthunger-Index 2010: Die entscheidenden ersten 1000 Tage

 

Sie stehen im Fokus: noch immer sind viel zuviele Kleinkinder und Mütter weltweit unterernährt.
Sie stehen im Fokus des Welthunger Index 2010:
Kleinkinder und Mütter, noch immer sind viel
zu viele weltweit unterernährt.
Zahlen, die schreckliche Realität bedeuten: In den Entwicklungsländern sind etwa 195 Millionen Kinder unter fünf Jahren viel zu klein und damit für ihr Alter unterentwickelt. Fast ein Viertel der unter Fünfjährigen, etwa 129 Millionen, ist untergewichtig und ein Zehntel der Kinder leidet sogar an starkem Untergewicht. Der Anteil der untergewichtigen Kinder unter fünf Jahren ist zwar nur einer von drei Messgrößen des Welthungerindexes (WHI), doch global gesehen trägt das Untergewicht bei Kindern am meisten zum weltweiten WHI-Wert bei.

Neueste Studien zeigen deutlich: Die Ernährung von Kindern innerhalb der ersten 1000 Tage ist entscheidend für die weitere Entwicklung und Zukunft. Das Zeitfenster beginnt bei der Zeugung und erstreckt sich bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres. In dieser Phase hat das Kind den größten Bedarf an ausreichender und hochwertiger Nahrung und die Chance ist am größten, den irreversiblen Folgen einer Unter- und Mangelernährung vorzubeugen. Danach ist es kaum noch möglich, Gesundheitsschäden wie eine eingeschränkte körperliche und geistige Entwicklung und ein schwaches Immunsystem rückgängig zu machen.


Das Augenmerk richtet sich auf wenige Länder und Regionen


Das Problem der Unterernährung bei Kindern konzentriert sich auf wenige Länder und Regionen. Über 90 Prozent der unterentwickelten Kinder weltweit leben in Afrika und Asien. Über 80 Prozent von ihnen leben in gerade einmal 24 Ländern. Indien stellt den weltweit größten Anteil an unterernährten Kindern. Hier leben 42 Prozent aller untergewichtigen und 31 Prozent aller unterentwickelten Kinder weltweit.

Yat Samath, Kambodscha:
Yat Samath, Kambodscha:
"Im Gesundheitszentrum
habe ich während der
Schwangerschaft Eisen
bekommen."
In Afrika südlich der Sahara ist der Hunger noch immer allgegenwärtig. So haben sich hier auch die WHI-Werte in den letzten 20 Jahren kaum verbessert. Beim Anteil untergewichtiger Kinder unter fünf Jahren ist nach neuesten Schätzungen nur ein leichter Rückgang um 3,6 Prozent zu verzeichnen. In einigen Ländern in Afrika südlich der Sahara ist etwa die Hälfte aller Kinder unterentwickelt: 53 Prozent der Kinder in Burundi, Madagaskar und Malawi; in Äthiopien und Ruanda sind es 51 Prozent und in Guinea-Bissau und Niger 47 Prozent. Auch in Ländern anderer Kontinente ist die Zahl der unterentwickelten Kinder besorgniserregend hoch: In Afghanistan, Guatemala, Ost-Timor und im Jemen ist ebenfalls die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren davon betroffen.

Die Spätfolgen frühkindlicher Mangelernährung

Mangelernährung in frühester Kindheit hat sowohl kurzfristige als auch langfristige Folgen, die bis ins Erwachsenenalter spürbar sind. Kinder, die bereits in der Gebärmutter und/oder während der ersten zwei Lebensjahre zu wenig Nahrung hatten, sind als Erwachsene häufig nicht so groß wie andere, besuchen nicht so lange die Schule, verdienen weniger und bekommen selbst Kinder mit einem niedrigeren Geburtsgewicht.


Tatiana Medina Sánchez,
Peru:"Die Ernährung der
Kinder verbessert sich
langsam  aufgrund der
Aktivitäten der Nicht-
regierungsorganisationen
und Gemeinden."
Es ist also sinnvoller und günstiger, einer Unterernährung bei Kindern vorzubeugen, als sie zu behandeln. Weltweite Vorsorgeprogramme zur Verbesserung der Gesundheit und Ernährung für Kinder unter zwei Jahren und deren Mütter könnte die Gesundheit und die Überlebenschancen von Millionen von Kindern verbessern. Länder, die sich bereits erfolgreich um eine gesunde Ernährung bemüht haben, können mit ihrem Erfolg als Beispiel dienen.

 

Letzte Änderung an dieser Seite: 11.10.2010
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