Unternähurng bei Kleinkindern in Mali: "Jetzt erkennen wir das Problem und wissen, wie man es angeht."

Hier erfahren Mütter, wie sie für sich und ihre Kinder ausgewogene Mahlzeiten zubereiten können.
Hier erfahren Mütter, wie sie für sich und ihre
Kinder ausgewogene Mahlzeiten zubereiten
können.
32 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren weltweit leiden unter chronischer Unterernährung - zur Bekämpfung dieses Problems setzten die Welthungerhilfe und Concern Worldwide bei ihrer Arbeit direkt vor Ort an. Gemeinsam mit Müttern, Freiwilligen und anderen Betroffenen kämpfen sie gezielt gegen die drei indirekten Ursachen der Unterernährung: Ernährungsunsicherheit, unzureichende Fürsorge für Frauen und Kinder und begrenzter Zugang zu medizinischer Versorgung und einem gesunden Lebensumfeld. Die Welthungerhilfe arbeitet in einem Projekt im ländlichen Mali, Concern ist im städtischen Bangladesch aktiv.


Mali - Verbesserung der Ernährungssituation

Die Welthungerhilfe unterstützt in 100 Dörfern in den Landkreisen Nioro du Sahel und Diéma nahe der mauretanischen Grenze etwa 125.000 Menschen. Sie hilft dort, die Ernährung von Kindern unter fünf Jahren, Schwangeren und stillenden Frauen zu verbessern. Das Ziel ist vor allem, den Anteil der chronisch unterernährten Kinder in der Region zu halbieren.


Vielschichtige Probleme


Eine Grundlagenstudie vor Beginn der Projektmaßnahmen im Frühjahr 2008 zeigte, dass die Menschen wenig über Gesundheit und Ernährung wissen. Viele der Mütter waren selbst unterernährt und kaum gebildet.
Fast ein Drittel der Kinder erkrankte häufig und ebenso viele tranken regelmäßig von unsicheren Wasserquellen. Dabei gibt es nur beschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung. Hinzu kommt das Problem der jahreszeitlich bedingten "Hungerlücke". Diese entsteht, wenn die jährliche Ernte bereits aufgebraucht und die nächste Ernte noch nicht reif ist. All diese Probleme ging die Welthungerhilfe in ihrem Projekt ganzheitlich an.


Bessere Versorgung von Frauen und Kindern

Zu Beginn des Projekts wurden gemeinnützige Helfer aus den Gemeinden in die Aktivitäten mit einbezogen. Sie lernten in Kursen, welche Nahrung für Kleinkinder geeignet ist und wie man sie am besten zubereitet. Um ihr Wissen erfolgreich weitergeben zu können, wurden sie auch in ihren Vermittlungsmethoden geschult. Um der Aufklärung mehr Gewicht zu verleihen, wurden die Informationen auch in der Lokalsprache über das Radio verbreitet.

Eine Mutter berichtet von ihren Erfahrungen: "Vorher wussten wir nicht, wie man mit den Lebensmitteln, die man bei uns bekommt, angemessene Speisen zubereitet. (...) Ich habe bemerkt, dass ich durch die Beratungsgespräche mein Verhalten verändert habe und sich das auch bei der Entwicklung meines jüngsten Kindes zeigt. In den ersten sechs Monaten habe ich meine Tochter gestillt und danach angemessen zugefüttert. Ich kann einen Unterschied zu meinem älteren Kind erkennen. Seit ihrer Geburt ist meine jüngste Tochter kein einziges Mal krank geworden."

Die Ernährung der Mütter spielt bei der Überwindung des Problems frühkindlicher Unterernährung eine entscheidende Rolle.


Mehr gesunde Lebensmittel

Doch das Wissen über gesunde Ernährung kann nur etwas bewirken, wenn es genügend Nahrungsmittel gibt. Deshalb wurden landwirtschaftliche Schulungen angeboten z.B. in den Bereichen Erosionsschutz, Saatgutverbesserung und Lagerung. So konnten höhere und bessere Ernten erzielt und die Produkte diversifiziert werden. Trotz anfänglicher Skepsis ließen sich die Bauern von den Erfolgen schnell überzeugen: "Im ersten Jahr säten wir nur kleine Mengen neues Saatgut. Wir sahen, wie viel besser es funktionierte, und verwendeten im zweiten Jahr mehr davon. Dieses Jahr nehmen einige von uns nur noch das neue Saatgut. (...) Jetzt reicht der Bohnenvorrat in den Haushalten das ganze Jahr."


Auf der Basis ihrer Erkenntnisse des neustesten WHIs und früherer Erfahrungen haben die Welthungerhilfe, IFPRI und Concern Worldwide politische Handlungsempfehlungen formuliert, die Wege zur gesunden frühkindlichen Ernährung aufzeigen, WHI 2010: S. 47-48.

 

Letzte Änderung an dieser Seite: 11.10.2010
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