Preistreiber des Hungers: Marktstand-Aktion vor der Berliner Friedrichstraße

Ein Brot für knapp 30 Euro, der Beutel Kartoffeln kostet 50 Euro - die Rufe des Marktschreiers waren heute Morgen in der Berliner Friedrichstraße zu hören. Anlässlich der Vorstellung des Welthunger-Index 2011 war vor dem Bahnhof ein bunter Marktstand aufgebaut. Mit dem Versprechen von Schnäppchenpreisen lockte ein Marktschreier Passanten an den Stand. Dort wurden Brot, Reis und Gemüse zu völlig überhöhten Preisen verkauft.

 

"Wir wollen die Öffentlichkeit über die Schwankungen der Nahrungsmittelpreise und ihre Folgen für die Menschen in den Entwicklungsländern informieren", so Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe. "Was sich für uns grotesk anhört, ist für die Menschen in Entwicklungsländern traurige Realität. Sie müssen den Großteil ihres Einkommens für Nahrungsmittel verwenden."

 

Könnten wir uns so teure Lebensmittel leisten?
Könnten wir uns so teure Lebensmittel leisten?

Trotz strömendem Regens war das Interesse der Menschen auf der Straße groß: "Das sind horrende Preise. Unglaublich, dass arme Menschen gezwungen sind, so viel Geld für Essen auszugeben", so ein Besucher des Stands. "Das Kilo Tomaten für zehn Euro könnten wir uns auch nicht leisten."

 

Knapp 70 Prozent müssen Menschen in Entwicklungsländern teilweise für Nahrungsmittel ausgeben. In Deutschland dagegen geben die Menschen nur etwa zehn bis 15 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus. Der Grund für dieses ungleiche Verhältnis sind die Nahrungsmittelpreise, die in den letzten Jahren zunehmend von starken Schwankungen gekennzeichnet sind und durch die Spekulation an den Finanzmärkten extrem in die Höhe getrieben werden. 

Letzte Änderung an dieser Seite: 11.10.2011

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