Wo und wie wir arbeiten
Interaktive Karte: So geht's

Finden Sie unsere Projekte direkt in der Weltkarte! Per Klick auf die Symbole gelangen Sie zum Projekt. Oder suchen Sie mithilfe des Filters Projekte speziell nach Kontinent, Land oder Thema.

Ein neues Leben für Gemüsebauern in Bangui, Zentralafrikanische Republik

Unsere Hilfe in der Zentralafrikanischen Republik

Unruhe, Gewalt und Flucht: Wir unterstützen die Menschen dabei, ihr Leben in der Krise zu meistern.

Gut, wenn man ein Gemüsefeld hat. Gut, wenn es sogar so viel Ertrag bringt, dass man etwas davon auf den lokalen Märkten verkaufen kann. Gut, wenn man auf diesem Feld in Sicherheit arbeiten kann. Die Zentralafrikanische Republik könnte eigentlich ihren Einwohnern alle dafür notwendigen Voraussetzungen bieten: Die Böden sind fruchtbar, es gibt ausreichend Regen. Drei Viertel aller Menschen leben von der Landwirtschaft – eigentlich… Doch andauernde Gewalt und Unruhen stürzen das Land seit 2013 ins Chaos.

(Oktober 2015) Politische Krisen und gewaltsame Konflikte erschüttern seit mehr als zweieinhalb Jahren die Zentralafrikanische Republik und zwangen viele Menschen – insbesondere die Landbevölkerung – zur Flucht. Jeder zweite der 4,6 Millionen Einwohner ist auf humanitäre Hilfe angewiesen (UNOCHA 09/2015). Auch die landwirtschaftliche Produktion ist drastisch zurückgegangen und die Preise für Nahrungsmittel sind explodiert. Die Landwirtschaft – einst Rückgrat des wirtschaftlichen Lebens – liegt brach. Mehr als 30% der Bevölkerung leidet an Hunger und hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen.

Unruhen in der Zentralafrikanischen Republik haben viele Menschen zur Flucht gezwungen. Wir helfen den Vertriebenen dabei, sich eine Existenz aufzubauen und mit Gemüseanbau zu ernähren.
Unruhen in der Zentralafrikanischen Republik haben viele Menschen zur Flucht gezwungen. Wir helfen den Vertriebenen dabei, sich eine Existenz aufzubauen und mit Gemüseanbau zu ernähren.
Hunderttausende Menschen flohen vor der Gewalt in die Hauptstadt Bangui. Dort kamen sie auf dem internationalen Flughafen unter.
Hunderttausende Menschen flohen vor der Gewalt in die Hauptstadt Bangui. Dort kamen sie auf dem internationalen Flughafen unter.
Gemüseanbau direkt neben der Startbahn: Langfristig können die Vertriebenen nicht auf dem Flughafen unterkommen und sich ernähren.
Gemüseanbau direkt neben der Startbahn: Langfristig können die Vertriebenen nicht auf dem Flughafen unterkommen und sich ernähren.
Die Lösung: 100 Hektar neues Land. 1.800 Gemüsebauern und ihre Familien erhalten nur wenige Kilometer entfernt neue Parzellen zum Wohnen und für den Anbau von Nahrungsmitteln.
Die Lösung: 100 Hektar neues Land. 1.800 Gemüsebauern und ihre Familien erhalten nur wenige Kilometer entfernt neue Parzellen zum Wohnen und für den Anbau von Nahrungsmitteln.

Letzte Zuflucht: Flughafen

Hunderttausende Menschen flohen vor der Gewalt in die Hauptstadt Bangui. Lange Zeit war einer der sichersten Orte der internationale Flughafen, auf dessen Gelände sich die Flüchtlinge zusammendrängten. Viele von ihnen konnten in den letzten Monaten wieder in ihre Dörfer zurückkehren. Doch noch immer leben 10.000 Menschen in provisorischen Hütten und Unterkünften zwischen alten Hangars und Flugzeugwracks in aller nächster Nähe der Startbahn und sind auf die Nahrungsmittelpakete der Hilfsorganisationen angewiesen.

Die Gemüsebauer von Bangui – Felder neben der Startbahn

Viele der Vertriebenen haben inzwischen begonnen, Gemüse anzubauen. Es wachsen Kohl, Wassermelonen, Gurken, Tomaten und vieles mehr mitten auf dem Flughafen. Und auch auf der gegenüberliegenden Seite der Startbahn baut die dort lebende Bevölkerung bereits länger und in zunehmendem Umfang Gemüse an. Eine Umsiedlung ist dringend nötig – nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen.

Land dafür gibt es bereits: 100 Hektar freie Fläche zum Besiedeln – das sind ungefähr 140 Fußballfelder, nur einige Kilometer entfernt. Die Regierung hat es zur Verfügung gestellt. Welthungerhilfe-Landeskoordinator Georg Dörken und sein Team haben die Pläne ausgearbeitet, die jetzt Schritt für Schritt umgesetzt werden.

Die Welthungerhilfe unterstützt Menschen mit Anbauflächen, Saatgut und Trainings

Bei der Rodung von Brachfläche und Befestigung von Wegen.
Bei der Rodung von Brachfläche und Befestigung von Wegen.
Der Gemüseanbau lohnt sich: Die Böden sind fruchtbar, es gibt ausreichend Regen.
Der Gemüseanbau lohnt sich: Die Böden sind fruchtbar, es gibt ausreichend Regen.
Eigenes Einkommen schaffen durch den Verkauf von Gemüse auf dem Markt.
Eigenes Einkommen schaffen durch den Verkauf von Gemüse auf dem Markt.

1.800 Gemüsebauern und ihre Familien erhalten nun neue Parzellen für den Anbau von Nahrung. Jede davon wird einer Familie eine neue Zukunft bieten. Dazu kommen zwei Brunnen, eine Schule, Entwässerungskanäle, Zugangswege und eine Krankenstation. Auch Marktstände und ein Lagerhaus wurden bereits auf dem neuen Siedlungsland gebaut, um so die angebauten Nahrungsmittel auch an Händler und an Kunden bringen zu können.

 


Sobald die Parzellen angelegt und verlost sind, bekommen die Bauern alle notwendigen Arbeitsgeräte und ein Starter-Paket. Dazu gibt es hochwertiges Saatgut sowie Training und Beratung, wie sie ihre Erträge steigern und ihr Saatgut vermehren können. Dieses Wissen wird dann von Bauer zu Bauer weitergegeben.

Wir helfen den Menschen, die besonders unter der Krise leiden. Ihre Spenden unterstützen intern Vertriebene, Kleinbauern, junge Erwachsene und Frauen.

  • Weitere 5.000 Gemüseproduzenten in der Präfektur Bangui Rurale erhalten im Rahmen unseres Projektes landwirtschaftliche Arbeitsgeräte.

  • Mehr als 510 Tagelöhner und ihre Familien erhalten Geld für ihre Arbeit (Cash for Work): Sie helfen bei der Rodung und Inwertsetzung der 100 Hektar Land.

  • Mehr als 13.700 Arbeiter – davon 20% Frauen – aus der Umgebung werden beim Wege- und Straßenbau sowie bei der Erschließung und der Vorbereitung für den Bau von Schulen, Brunnen und Krankenstationen beschäftigt.

Unterstützen Sie die Menschen in der Zentralafrikanischen Republik dabei, ihre Lebenssituation, ihr Einkommen und ihren Zugang zu Nahrungsmitteln zu verbessern. Spenden Sie für unsere Projekte!

Jetzt spenden

Die Welthungerhilfe arbeitet gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in der Zentralafrikanischen Republik.

Aktuelle Berichte zum Projekt
Afrikas vergessene Mitte

Afrikas vergessene Mitte

Multimediatagebuch: Erste Schritte der Hilfe

(September 2014) Zentralafrikanische Republik: Tausende Flüchtlinge leben in Bangui - am Flughafen. Ralph Dickerhoff beschreibt seine Eindrücke im Multimediatagebuch.

Gewalt und Leid

Gewalt und Leid

Warum eskaliert die Krise?

(März 2014) Kriegsverbrechen und Lynchmorde - Bettina Rühl erläutert die Hintergründe des grausamen Konflikts in der Zentralafrikanischen Republik.

Infos: Zentralafrikanische Republik

Die ZAR gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und verfügt über so gut wie keine Infrastruktur. Der Lebensstandard der Bevölkerung ist äußerst niedrig. Nach dem Putsch im März 2013 hat sich die Versorgungslage drastisch verschlechtert. 2,7 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Noch immer finden Gewalt und Kämpfe zwischen Rebellengruppen, anderen extrem gewaltbereiten Gruppen und den UN-Friedenstruppen statt.

Anfang 2014 startete die Welthungerhilfe mit ihren Projekten.

Radio-Interview mit Landeskoordinator
Landesdirektor in der Zentralafrikanischen Republik

Georg Dörken ist Landesdirektor in der Zentralafrikanischen Republik und arbeitet seit über 20 Jahren in Krisengebieten.

"Meine Arbeit ist nicht immer leicht! Tagtäglich lauern Gefahren überall und trotzdem: Ich habe den tollsten Job der Welt!"

Erfahren Sie mehr im Blog!

Projektinfos

Stärkung & Übergangshilfe für Menschen in Bangui

Ziele:

  • Ernährung sichern
  • Landwirtschaftliche Produktion sichern
  • stabiles Einkommen schaffen
  • Infrastruktur (Straße, Schule, Krankenstation, Brunnen etc.) aufbauen
  • durch Cash for Work Kaufkraft steigern
  • zivilgesellschaftliches Engagement stärken

125.000 Menschen werden unterstützt
Laufzeit: 2014 – 2016  - Gefördert durch die GIZ

Projekte in der Zentralafrikanischen Republik:
Riskant, aber dringend notwendig!