Zertifizierung

© HofschlägerZertifizierung ist die unabhängige Überprüfung, ob ein Produkt oder eine Dienstleistung unter Einhaltung spezifischer Standards – oft im Qualitäts- oder Umweltmanagement – hergestellt und/oder gehandelt wird. Dies wird meist durch ein Gütesiegel (Label) bestätigt, das dem Käufer anzeigt, welchen Kriterien die Ware entspricht.
Für Entwicklungsländer ist Zertifizierung aus mehreren Gründen bedeutsam. Einerseits kann sie Produzenten dort den Zugang zu bestimmten Märkten (etwa für biologische Nahrungsmittel in Europa) erschweren, wenn sie die geforderte Kontrolle nicht leisten können. Hier kann technische Hilfe sinnvoll sein.
Andererseits ermöglichen Gütesiegel es Verbrauchern im Norden, gezielt Anreize für die Einhaltung sozialer oder ökologischer Standards oder verantwortliches Verhalten großer Konzerne auch im Süden zu setzen. Beispiele sind der faire Handel und das Zertifikat des Forest Stewardship Council (FSC), das zusichert, dass Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt und nicht aus Raubbau am Tropenwald.
Zertifiziert wird auch die Einhaltung von Sozialstandards (Verzicht auf Kinderarbeit, Gewerkschaftsrechte, existenzsichernde Löhne u.ä.); manche große Unternehmen beginnen dies aus Imagegründen von Zulieferfirmen, etwa in Asien, zu fordern. Auch für ethische Geldanlangen gibt es Zertifikate.
Die Kriterien für manche Zertifikate sind gesetzlich festgelegt. Andere sind das Ergebnis einer Verständigung zwischen Produzenten, Konsumenten und nichtstaatlichen Organisationen, die manchmal auch gemeinsam die Prüfgremien geschaffen haben (zum Beispiel den Forest Stewardship Council).
