Zivil-militärische Zusammenarbeit

Militärischer Einsatz in Afghanistan. © KropkeDer Begriff zivil-militärische Zusammenarbeit beschreibt das Zusammenwirken militärischer und ziviler Kräfte. Seit den 1990er Jahren hat die Zahl sog. Peacekeeping Missionen stark zugenommen. Gleichzeitig hat sich der Charakter dieser Operationen grundlegend gewandelt. Während vor 1989 die eher passive Überwachung von Waffenstillständen im Vordergrund stand, hat sich das Militär seitdem hin zu einer aktiveren Rolle im Friedensprozess bewegt.
Friedensmissionen der internationalen Gemeinschaft sind demnach zunehmend durch ein breit ausgelegtes militärisches Mandat und durch die Integration gesellschaftlicher und staatlicher Aufgaben gekennzeichnet. Humanitäre Hilfe (HH) und Entwicklungszusammenarbeit (EZ) sind als wichtige Pfeiler komplexen Krisenmanagements anerkannt. Diese Entwicklung bedingt, dass in einer Krisensituation immer häufiger militärische und zivile Akteure Teil der gleichen Intervention werden. Die einst klar gezogenen Grenzen zwischen Militärs und HH/EZ-Organisationen verschwimmen.
Dabei ist zwischen dem Militär als Konflikt- und nicht Konfliktpartei zu unterscheiden. Wenn das Militär als Konfliktpartei auftritt stellt zivil-militärische Zusammenarbeit eine Parteiergreifung dar, die mit großen Risiken verbunden ist. Insbesondere für die Mitarbeiter von NRO´s bedeutet eine Verwechslung oder Assoziation mit dem Militär ein Sicherheitsrisiko. Stellt das Militär einen neutralen Akteur dar, so sind durch informelle Kontakte, operative Abstimmung oder Nutzung von Infrastruktur Effizienzgewinne möglich. Von einer gemeinsamen Implementation der Projekte wird jedoch grundsätzlich abgesehen.
