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06.06.2019 | Blog

Wann wird's mal wieder richtig Sommer?

Rissige Böden, verdorrte Felder, ausgetrocknete Flussbetten – Eine Dürre wie in 2018 hat es in Deutschland noch nie gegeben. Eine Wiederholung ist nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich. In anderen Teilen der Welt bedrohen wiederkehrende Dürren das Leben der Menschen.

Ein ausgetrocknetes Maisfeld in Haiti.
Dürre in Deutschland? So wie dieses ausgetrocknete Maisfeld in Haiti sahen im Sommer 2018 auch viele Felder in Deutschland aus. © Thomas Rommel
Hannah Döttling Team Communications

In Deutschland war das Jahr 2018 das trockenste Jahr seit Beginn der Messaufzeichnungen. Noch nie war es im Schnitt so warm und sonnig – plötzlich spielt sich der Klimawandel auch vor unserer Haustür ab. Schon länger häufen sich auch in Deutschland extremere Wetterereignisse, wie Stürme und Starkregen mit Überschwemmungen. Die bis in den Herbst anhaltende Dürre im vergangenen Jahr traf das komplette Land, auch finanziell: So schossen Benzin- und Heizöl-Preise in die Höhe, weil der Pegel wichtiger Wasserstraßen zu niedrig war und sie deshalb von Tank-Schiffen nicht befahren werden konnten. Landwirte beklagten hohe Ernteverluste und in einigen Regionen sogar Totalausfälle der Ernten mit hohen finanziellen Einbußen.

Insgesamt regnete es in den Sommermonaten 2018 nur halb so viel wie sonst. Bis jetzt haben sich die Böden noch nicht wieder erholt – denn auch der Winter war in vielen Regionen viel zu trocken. Experten prognostizieren, dass Deutschland auch in Zukunft von extremen Trockenperioden heimgesucht werden könnte.

Bei uns problematisch – andernorts lebensbedrohlich

Ein erschöpfter Vater mit seinem Kind in Somaliland
Dürre in Somaliland: Ein erschöpfter Vater mit seinem Kind in der Region Lughaya. © Welthungerhilfe
Klimawandel und Ernährung

821 Millionen Menschen weltweit leiden Hunger. Die Auswirkungen des Klimawandels tragen zum Anstieg dieser Zahl bei.

Jedes Jahr Dürre – in vielen Länder des globalen Südens ist dies schon längst traurige Realität. Besonders auf dem afrikanischen Kontinent bleibt immer öfter der Regen aus. Und die Folgen sind klar: Wenn Ernten ausfallen, müssen mehr Menschen hungern. Anders als in Deutschland verfügen ärmere Länder über schlechtere Anpassungskapazitäten und Schadensregelungsmechanismen. Zudem verdienen in Entwicklungsländern mehr Menschen ihren Lebensunterhalt mit kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Die direkte Abhängigkeit von lokalen Erntebedingungen macht sie besonders anfällig gegenüber Extremwetterereignissen.

Bei uns in Deutschland werden die Folgen des Klimawandels gerade erst sichtbar, in anderen Ländern sind sie bereits jetzt lebensbedrohlich. Lange ging die Anzahl der weltweit hungernden Menschen stetig zurück, in den letzten Jahren steigt sie wieder an – unter anderem aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels. Die Menschen im globalen Süden müssen neue Strategien entwickeln, um mit Naturkatastrophen wie Dürren umzugehen.

Resilienz gegenüber Dürren stärken

Frau am Malawi-See Das Wasser wird knapp

In Malawi setzt der Klimawandel Fischern und Bauern zu. Der größte See verliert Wasser, die Ernten werden unberechenbar.

Hier setzt die Welthungerhilfe an: Mit Projekten, die die Widerstandskraft der Bevölkerung gegenüber den Folgen des Klimawandels stärken. Diese sogenannte Resilienz wird zum Beispiel mit einem Projekt in Malawi gesteigert, wo Familien das Konzept der Permakultur kennenlernen. Im Vergleich zur einseitigen Monokultur wird in der Permakultur darauf geachtet, Synergien aus natürlichen Ökosystemen zu schaffen. Die naturnahen Kreisläufe schützen die Böden und sparen Wasser. Mehrere Ernten im Jahr machen die Bäuerinnen und Bauern widerstandsfähiger gegenüber außergewöhnlichen Wetterbedingungen.

Ein anderes positives Beispiel gibt es aus Burundi: Dort lebt 90 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Schlechte Ernten haben deshalb katastrophale Folgen für die Menschen. Weil das Saatgut, das die Bäuerinnen und Bauern auf dem lokalen Markt kaufen können, von minderer Qualität ist, sind große Ernteeinbuße bei Dürren Normalität. Die Welthungerhilfe stellt gemeinsam mit Dorfbewohnern eigenes, hochwertiges Saatgut her, das resistenter gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels ist.

Der Klimawandel geht uns alle etwas an

Solche Ergebnisse machen Hoffnung für die Zukunft der Menschen im globalen Süden. Denn Fakt ist: Nicht nur in Deutschland werden die Naturkatastrophen in den nächsten Jahren weiter zunehmen.

Für uns bedeuten Dürren glücklicherweise keine Engpässe in der Nahrungsmittelversorgung. Aber sie sollte uns darauf aufmerksam machen, welche globalen Folgen der Klimawandel hat. Und vor allem: Was wir dagegen tun können. Besonders die deutschen Landwirte bangen nun vor einem weiteren Dürrejahr. Für kleinere Betriebe ginge es dann womöglich auch um ihre Existenz.

Letzte Aktualisierung 05.08.2019

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