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19.12.2014 | Blog

Ende des Embargos zwischen USA und Kuba

Die USA haben nach 55 Jahren Embargo wieder diplomatische Beziehungen mit Kuba aufgenommen – und das ohne Bedingungen zu stellen. Für das kubanische Volk ist dieser Schritt ein großer Sieg. Was bedeutet das für die Kubaner?

Das Embargo wird aufgehoben, ein wichtiger Schritt für das kubanische Volk. © Sven Creutzmann
Susanne Scholaen Länderbüro Kuba

Am 17. Dezember 2014, um 12 Uhr mittags verkündeten zeitgleich der Präsident der Vereinigten Staaten, Barack Obama, und der Präsident Kubas – Raul Castro Ruz, dass:

Für das kubanische Volk ist dieser Schritt ein großer Sieg. Die USA haben nach 55 Jahren Embargo (in Kuba spricht man von Blockade) wieder diplomatische Beziehungen mit Kuba aufgenommen – und das ohne Bedingungen zu stellen!

Obama hat getan, was er konnte

Die Blockade oder auch das Embargo gegen Kuba wird sicher nicht mit sofortiger Wirkung aufgehoben werden, denn das impliziert Änderungen in der Gesetzgebung, die Zeit brauchen. Die Kubaner sind der Meinung, Obama hat das gemacht, was er machen konnte. Der Rest ist ein Prozess, der sich länger hinziehen wird. Viele Kubaner hoffen, dass nun auch die Wirtschaftsbeziehungen mit den Nachbarländern (z. B. der Dominikanischen Republik) einfacher werden, denn auch dort gab es politische Richtungen, die die USA unterstützten.

Im Hinblick auf unsere Arbeit in Kuba wird im Augenblick alles so weiter gehen wie bisher. Wenn die Blockade wirklich aufgelöst wird, wird sicher die Wirtschaft hier stärker florieren. Wir haben theoretisch gesehen weniger Probleme mit dem Import von Waren, da mehr Firmen nach Kuba liefern können und die Beschränkungen für die Schifffahrt aufgehoben werden könnten. Jedoch werden sicher weiterhin Importbeschränkungen für bestimmte Waren seitens Kuba bestehen bleiben. Gespannt sind wir, inwieweit sich das auch auf die Abschaffung der Doppelwährung auswirkt.

Positive Auswirkungen auf die Wirtschaft

Für die Kubaner wird die Quote der Devisen erhöht werden, die legal importiert werden dürfen. Im Moment ist der Import von 500 US $ vierteljährlich erlaubt, das wird auf 2000 US$ erhöht werden. Da diese „Remesas“ eine große Einnahmequelle für Kuba bedeuten, wird sich das sicher positiv auf die Wirtschaft auswirken.

Man nimmt zudem an, dass bei Aufhebung des Embargos die Bankgeschäfte besser florieren. Im Moment geht viel verloren, weil Gelder durch die US-amerikanischen Banken konfisziert werden.

Veränderungen brauchen Zeit

Kleine Anekdote am Rande: Die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen wurde – ob geplant oder Zufall – am Gedenktag des heiligen Sankt Lazarus verkündet und am Todestag von Simon Bolivar (Unabhängigkeitskämpfer und Nationalheld vieler südamerikanischer Länder) und zudem am Geburtstag des Papstes Franziskus, der ja bei den Vermittlungen zwischen den Ländern eine große Rolle spielte. Sankt Lazarus ist für viele Kubaner ein wichtiger „Heiliger“, denn die Auferstehung von Lazarus wird hier sinnbildlich für Veränderungsprozesse und Wechsel betrachtet. Diese Tatsache schürt die Emotionen noch stärker. Es wird in Kuba nun mit den Veränderungen die große Hoffnung verbunden, dass sich die ökonomische Situation ändert. Aber alle wissen, dass das nicht von heute auf morgen passieren wird.

Letzte Aktualisierung 15.02.2018

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