22.07.2015 | Projektupdate

Fortschritt in Nicaragua

Das Programm der Welthungerhilfe in Nicaragua endet 2015 nach vielen Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit. Die Bewohner Auhya Pihnis gehen aus der Initiative Millenniumsdörfer gestärkt hervor und blicken zukünftigen Herausforderungen selbstbewusst entgegen.

Menschen in der Schule
In Auhya Pihni wurde unter anderem Millenniumsziel 7 - die Geschlechtergleichstellung - durchgesetzt. Frauen werden nicht mehr bei der Bildung diskriminiert. © Tobias Brehm
Jeannette Weller Team Sector Strategy, Knowledge & Learning

Das Millenniumsdorf Auhya Pihni liegt abgeschieden an der nicaraguanischen Atlantikküste im Nordosten Nicaraguas. Tornados, Starkregen und immer wiederkehrende Hurrikane erschweren das Leben der Menschen hier. Was sie gestern aufgebaut haben, kann morgen zerstört sein. Kein Wunder also, dass viele in die USA oder nach Costa Rica abwandern, um dort zu arbeiten. Es sind meist Männer, die gehen – die Frauen bleiben zurück, um die Felder zu bestellen und die Kinder groß zu ziehen.

 

Abschlussbericht Nicaragua

Für die, die geblieben sind, hat sich in den vergangenen Jahren vieles zum Positiven bewegt. Im Jahr 2005 wurde Auhya Pihni Millenniumsdorf der Welthungerhilfe. Die Bewohner haben hier in den vergangenen Jahren im Rahmen der Initiative Millenniumsdörfer gemeinsam mit der Welthungerhilfe gegen Hunger und Armut gekämpft.

Video: Das Millenniumsdorf Auhya Pihni in Nicaragua

Das Ziel: Hunger und Armut bekämpfen

Erreichte Ziele in Auhya Pihni

Ziel 1: Hunger und Armut
Die Unterernährung von Kindern wird durch Schulspeisungen und verbesserten Anbau bekämpft.

Ziel 3: Gleichstellung der Geschlechter
Frauen werden nicht mehr bei der Bildung diskriminiert und die Menschen sind für Menschenrechete und Gendergerechtigkeit senibilisiert.

Ziel 7: Ökologische Nachhaltigkeit
Ökologisch nachhaltige Toiletten sind gebaut und werden genutzt.

In der ländlichen, von Unwettern heimgesuchten Region Auhya Pihni war Ernährungsunsicherheit ein großes Problem. Besonders die Kinder litten: Bei ihnen zeigten sich schnell Mangelerscheinungen, wenn sie zu wenig zu essen hatten. Daher hatten sich die Menschen in Auhya Pihni zu Beginn der Initiative dafür entschieden, in ihrem Millenniumsdorf in erster Linie Hunger und Armut zu bekämpfen.

Ein Einsatz, der sich gelohnt hat, findet Santiago Lewis. Der 56-Jährige kniet in seinem Bohnenfeld und zeigt auf prächtig gedeihende Pflanzen. Gemeinsam mit anderen Landwirten hat er ein kleines Unternehmen gegründet: „Wir produzieren Getreidesaatgut für den Eigenbedarf und den Verkauf.“ Mit dem Verkauf der Überschüsse erzielt Santiago Lewis Gewinne. Damit kann er seinen vier Kindern und acht Enkelkindern ein besseres Leben ermöglichen. Wenn der nächste Hurrikan kommt, hat er genügend Saatgut, um wieder aussäen zu können.

 

Nahrungsmittel reichen für mehr als zehn Monate

Heute reichen die Nahrungsmittel, die die Familien selbst anbauen, für mehr als zehn Monate im Jahr aus. 2011 waren es nicht einmal sechs Monate. Dieser Erfolg geht auf ein Bündel an Maßnahmen zurück: Die Ernten wurden mit angepassten Saatgut und besseren Anbaumethoden deutlich gesteigert. Außerdem setzen die Bauern inzwischen auf Sortenvielfalt bei ihren Anbaukulturen, um Wetter- und anderen Ernterisiken begegnen zu können. Früher haben Landwirte oft nur eine Feldkultur angebaut, heute ernten sie Bohnen, Mais, Reis und vieles mehr.

Inzwischen erzielen die Bewohner Auhya Pihnis fast sieben Tonnen Reis pro Hektar und damit mehr als doppelt so viel wie noch zwei Jahre vorher.

Wichtig sind auch die besseren Wegeanbindungen. Zwei neue Landstege verbinden die durch den Fluss getrennten Felder mit den Siedlungen. Außerdem wurde eine neue Straße gebaut. Dank der kürzeren Entfernungen zum Markt verderben ihre Waren nicht mehr, die Menschen sind unabhängiger von Zwischenhändlern, die ihnen schlechtere Preise bezahlt haben. Für mehr Hygiene in Auhya Pihni sorgen am Ende der Initiative mehr als 200 neue Toiletten, Waschhäuser und 22 neuen Brunnen für die Trinkwasserversorgung.

 

Im Jahr 2000 hatten sich 189 Staaten in der „Millenniumserklärung“ darauf geeinigt, bis 2015 für die Überwindung von Hunger und Armut zu sorgen. Auch die Welthungerhilfe stellt sich der Herausforderung seit 2006 mit ihrer Initiative Millenniumsdörfer. Im Rahmen der Initiative und der Millenniumserklärung wurden viele Verbesserungen erreicht – doch Hunger und Armut sind 2015 längst nicht überwunden. Deshalb haben die beteiligten Staaten eine neue Vereinbarung getroffen: 2016 werden globale Nachhaltigkeitsziele (SDG) die bisherigen Millenniumsentwicklungsziele (MDG) ablösen. Sie sollen die gänzliche Überwindung von Hunger und Armut bis 2030 verwirklichen. Gemeinsam mit ihren Partnern und der Bevölkerung wird die Welthungerhilfe die Umsetzung der SDGs unterstützen.

Letzte Aktualisierung 01.03.2018

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