09.07.2013 | Blog

Langer Atem lohnt sich

Eine Studie zeigt die Wirkung langfristiger Arbeit in Haiti.

Frau mit Spaten
Langfristig angelegte Projekte zeigen auf Haiti Wirkung. © Andreas Herzau

Das Klima im Norden Haitis ist alles anders als ‚traumhaft karibisch‘. Regelmäßig zerstören hier Wirbelstürme, Überschwemmungen und Dürren die Lebensgrundlagen der Menschen. Die ohnehin spärlichen Ernten und das kostbare Ackerland werden immer wieder zerstört. So kämpfen auch die 37.000 Familien im Projektgebiet der Welthungerhilfe gegen Hunger und Armut.

50 bis 200 Prozent mehr Ernte

Doch was genau sich durch das langfristig angelegte Programm für die Region um Jean Rabel verändert hat, dokumentiert jetzt eine Studie. Das Ergebnis ist ebenso informativ wie ermutigend, wie Birgitta Hahn, Länderreferentin Haiti der Welthungerhilfe, berichtet.

zwei Kinder essen in einem Haus Welthungerhilfe in Haiti

Wissenswertes über Haiti und Infos über die Projekte vor Ort

So haben sich etwa die landwirtschaftlichen Erträge stark verbessert: Bei den Grundnahrungsmitteln wie Mais, Bananen und Bohnen gibt es 50 bis 200 Prozent mehr Ernte. Dies wurde durch die neuen  Bewässerungssysteme erreicht, die auch in Dürrezeiten die Bewirtschaftung der Felder möglich machen. Außerdem wurden Brachflächen in fruchtbaren Boden verwandelt und damit mehr Ackerland geschaffen. Hinzu kommt der ganzjährige Anbau von Obst und Gemüse, sowie die Viehhaltung und in Küstengebieten die Fischerei. So steigen die Einkommen der Familien langfristig.

Enge Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort

Alternativen zur Landwirtschaft bieten die so genannten Cash- oder Food-for-Work Modelle. Hier wird jeweils zehn Personen eine zehntägige Beschäftigung auf lokalen Baustellen angeboten. Als Lohn gibt es Geld oder Lebensmittel. Dadurch hat sich die akute Nahrungsmittelknappheit laut Studie um 30 bis 50 Prozent vermindert. Wichtig ist: Bewässerung, Erosionsschutz und Straßenbau führen zu strukturellen Veränderungen und damit zu langfristigen besseren Lebensbedingungen.

Die Studie zeigt: 15.600 Menschen profitieren von neuer Lebensqualität. Wir haben entscheidende Schritte in die richtige Richtung getan. Um künftig noch gezielter zu handeln, werden kleine Kurskorrekturen empfohlen, die an Erreichtes anknüpfen. Dabei gilt als oberstes Gebot, mit den Menschen vor Ort weiter eng zusammen zu arbeiten. Und auch hier dokumentiert die Studie, dass das Verantwortungsbewusstsein wächst: Die Gemeinde will schnell in eine selbstbestimmte Zukunft starten.

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