Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Seiteninhalt springen Zum Footer springen

16.11.2010 | Gastbeitrag

Respekt und Unterstützung für Menschen in Haiti

TV-Moderator Jörg Pilawa berichtet von seinem Besuch in Haiti nach dem verheerenden Erdbeben.

Jörg Pilawa Gastautor

Ich komme mit dem Flieger zurück nach Deutschland und weiß, dass ich in eines der ärmsten Länder dieser Erde besucht habe: Haiti. Das Land war schon vor dem Erdbeben im Januar 2010 das ärmste Land der westlichen Hemisphäre: 80 Prozent der Bevölkerung leben unter dem Existenzminimum von einem US-Dollar am Tag, 60 Prozent sind Analphabeten und 7,2 Prozent der Kinder Haitis unter fünf Jahren erleben nicht ihren fünften Geburtstag. Doch obwohl ich all das vorher wusste, bin ich erschüttert. So hätte ich es mir nicht vorgestellt.

Und dann noch das ungute Gefühl bei dem Gedanken an die Cholera, der inzwischen schon hunderte Haitianer zum Opfer gefallen sind. Aber für mich war beruhigend, dass Michael Kühn von der Welthungerhilfe mich während meiner Reise dort begleitete. Zehn Jahre hat er auf Haiti gelebt und alles dort gesehen – auch das Erdbeben.

Auf der Fahrt durch Port au Prince erlebte ich meinen ersten Schock: Auch neun Monate nach dem katastrophalen Beben sieht die Stadt noch immer wie nach einem Bürgerkrieg aus. Über eine Million Menschen müssen in Zelten unter Plastikplanen leben. Insgesamt gibt es 1300 Lager mit Notunterkünften auf der Insel. Wenn ich diese Not sehe, frage ich mich, was kann ein Mensch noch alles ertragen? Wenn der nächste Hurrikan kommt, wird hier alles weggefegt und trotzdem versuchen diese Leute ihr Leben so gut es eben geht zu organisieren. Ich bin von diesen Menschen beeindruckt, vor allem diejenigen, die ihre Verwandten verloren haben und dennoch weitermachen. Sie alle haben meinen großen Respekt verdient.

Auf dem Weg zwischen Port au Prince und Petit Goave sehen wir Menschen, die auf dem Mittelstreifen in kleinen Zelten vegetieren. Sie besitzen noch nicht einmal Matratzen, sie liegen auf dem nackten Boden. Das macht mich zutiefst betroffen. Dennoch: die Welthungerhilfe hat in den vergangenen Monaten unheimlich viel geleistet. Zwar leben noch viele der Menschen, die durch das Erdbeben ihre Häuser verloren haben, in Zelten. Doch in einigen Orten, Papatam ist einer davon, werden sie bald in Häuser ziehen können, die ihnen die Welthungerhilfe errichtet hat. Die konkreten Kosten für eines dieser Häuser belaufen sich auf 2.000 Euro inklusive Material und Arbeitslohn. Jede der Familien, die ein solches Haus erhält, beteiligt sich am Hausbau. So sind die Menschen eingebunden, können ihre Verbesserungswünsche einbringen und werden nicht fremdbestimmt.

Ich habe Haiti in den letzten Tagen kennen gelernt. Seit dem Erdbeben ist hier schon viel passiert: nach der dringenden Soforthilfe wird jetzt der Hausbau und die Wiederherstellung der Landwirtschaft angegangen. Der Fünfjahresplan der Welthungerhilfe ist der richtige Weg. Für den Neuanfang brauchen die Haitianer jeden Euro. Wenn es nicht wieder eine Naturkatastrophe gibt, dann haben die Menschen hier eine gute Chance. Die Hilfe der Welthungerhilfe geht in die richtige Richtung. Bitte spenden Sie – die Menschen hier in Haiti haben jede Form von Hilfe verdient.

Schlagworte
Letzte Aktualisierung 29.08.2018

Das könnte Sie auch interessieren

Deutsche Welthungerhilfe e. V., Sparkasse KölnBonn IBAN DE15 3705 0198 0000 0011 15, BIC COLSDE33
Newsletter abonnieren

Alle Informationen zu Katastrophen, Projekten und Veranstaltungen aus erster Hand erhalten.