12.07.2016 | Blog

Sechs Antworten zur Situation im Südsudan

Warum wird im Südsudan überhaupt gekämpft? Was bedeuten die Kämpfe für die Menschen im Land? Und wie kann man helfen? Fragen und Antworten im Blog.

Konflikt und humanitaere Krise im Suedsudan Conflict and humanitarian crisis in South Sudan © LAIF
Konflikt und humanitaere Krise im Suedsudan Conflict and humanitarian crisis in South Sudan © LAIF
Ulrich Schlenker Team Communications

Warum wird im Südsudan überhaupt gekämpft?

Vor ziemlich genau fünf Jahren erklärte sich Südsudan nach einem 20 Jahre dauernden Bürgerkrieg unabhängig vom Sudan. In dem jungen Staat rangen zwei Männer um das Präsidentenamt: Salva Kiir und Riek Machar, die Führer der zwei größten und mächtigsten Volksgruppen. Anhänger der beiden Kontrahenten begannen sich zu bekämpfen. Im August 2015 wurde schließlich ein Friedensabkommen unterschrieben, das aber von Anfang an brüchig war. Eine Neuaufteilung der Provinzen des Landes fachte die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern Kiirs, dem Präsidenten, und Machar, dessen Vizepräsident, wieder an. Kurz vor dem 5. Jahrestag der Unabhängigkeit am 9. Juli erreichten die Kämpfe zwischen Armee und ehemaligen Rebellen rund um die Hauptstadt Juba einen neuen Höhepunkt, rund 270 Menschen starben.

Was bedeuten die Kämpfe für die Menschen im Land?

Ende Mai waren nach Angaben von UNOCHA 1,69 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht vor Gewalt und Nahrungsmittelknappheit. Viele suchen Schutz in Flüchtlingscamps. Weitere 2,8 Millionen Menschen sind von Hunger bedroht. Mehr als 720.000 Menschen sind in Nachbarländer geflohen.

Ich bin pessimistisch, dass die tiefe Kluft zwischen den beiden Ethnien schnell überwunden werden kann.

Jonas Wiahl, Landesdirektor Südsudan

Die jüngsten Kämpfe verschlimmern die Situation. Tausende flüchten wieder auf die ohnehin überfüllten UN-Stützpunkte, um dort Sicherheit und ein wenig Nahrung zu bekommen. Die humanitäre Situation ist angespannt, besonders weil viele internationale Organisationen ihre Arbeit einstellen und Mitarbeiter/innen in Sicherheit bringen mussten.

Gleichzeitig flohen zehtausende auch über die Grenze nach Uganda. Die Situation vor Ort ist kritisch. Es fehlt an vielem, aber besonders dringend wird frisches Trinkwasser gebraucht. Die Welthungerhilfe plant 16 Brunnen bohren, um schlimmeres zu verhindern.

Was macht die Welthungerhilfe im Südsudan?
Projekte der Welthungerhilfe im Südsudan.
Projekte der Welthungerhilfe im Südsudan. © Welthungerhilfe

Sind Mitarbeiter der Welthungerhilfe in Gefahr?

In normalen Zeiten arbeiten 22 internationale und mehr als 100 lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Welthungerhilfe im Südsudan. Im Norden und Westen des Landes ist die Lage derzeit ruhig und die Arbeit kann weitergehen. In Juba selbst haben wir alle unsere Mitarbeiter in Sicherheit gebracht. Einige ausländische Kollegen verlassen heute oder morgen mit deutschen Militärmaschinen das Land und bleiben in Uganda bis sich die Sicherheitslage wieder beruhigt. Die lokalen Angestellten in Juba sind zuhause oder an sicheren Orten in der Stadt untergebracht.

Wie hilft die Welthungerhilfe in der Krisensituation?

Für humanitäre Situation haben die Kämpfe dramatische Auswirkungen, die Versorgungslage vor allem rund um die Hauptstadt droht sich zu verschlimmern. In den Projekten außerhalb Jubas ist die Welthungerhilfe nach wie vor vor Ort, die Unterstützung der Menschen dort geht weiter. Sobald es die Sicherheitslage zulässt, werden wir prüfen, wie wir den Menschen rund um Juba helfen können. Im Nachbarland Uganda bereiten sich unsere Mitarbeiter vor, weitere Flüchtlinge aus dem Südsudan versorgen zu können.

Was kann ich tun?

Letzte Aktualisierung 05.02.2018

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