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16.11.2013 | Blog

Der Taifun Haiyan nahm vielen Philippinen alles

Wenn Nothelfer Jürgen Mika ich im Katastrophenfall gerufen wird, muss es schnell gehen – sehr schnell. Nachdem Taifun Hayan auf den Philippinen gewütet hat, war er mit dem ersten Team vor Ort.

Familie steht in ihrem zusammengekrachten Haus
Taifun Hayian brachte Zerstörung, Leid, Elend. Wie soll es hier weitergehen? © Mika
Jürgen Mika Humanitarian Directorate

Verschwitzt stehe ich vor dem kleinen Moped mit Kickstarter und schaue wohl skeptisch. „Come on!“ - ein junger Philippiner lächelt mir aufmunternd zu. Also steige ich auf und wir brettern los über die Insel Gigantes – ein kleines Eiland, das zu den Philippinen gehört. Wir fahren los – zum Treffpunkt mit meinen philippinischen Kollegen und Kolleginnen.

Wenn ich im Katastrophenfall angerufen werde, dann muss es in der Regel schnell gehen – sehr schnell. Wir versuchen innerhalb von 48 Stunden mit dem ersten Team vor Ort zu sein. Für mich und die anderen vier Mitglieder unseres Nothilfeteams bedeutet das: ständige Bereitschaft, kein ausgeschaltetes Handy – der Koffer ist immer halb gepackt.

Die schlimmste Not muss gelindert werden

Im November jagte hier der Taifun Haiyan über die Inseln, zerstörte die meisten Häuser und Felder. Ich bin mit dem Nothilfeteam der Welthungerhilfe vor Ort, um die schlimmste Not zu lindern. Planen, Decken, Trinkwasser, Werkzeug – die Welthungerhilfe hat gut geplant, was die Menschen in diesem Stadium nach der Katastrophe am dringendsten brauchen. Absprachen mit Regierungsstellen und anderen Hilfsorganisationen gehören dazu.

Das Moped knattert durch die engen Dorfstraßen der Insel und ich muss mich verdammt gut beim Fahrer festhalten. Die Arbeit im Katastrophengebiet hat manchmal auch etwas Abenteuerliches. Denn wir müssen flexibel sein und können oft wenig vorausplanen. Und wir müssen mit dem klarkommen, was wir antreffen. Zum Beispiel auch mit diesem ein Moped, dessen Haltbarkeitsdatum lange überschritten scheint.

Wie soll es hier weitergehen?

Jürgen Mika

Während der Fahrt sehe ich winkende Kinder, Menschen, die versuchen ihren Alltag neu zu organisieren. Und drum herum? Zerstörung, Leid, Elend.

Mit letzter Kraft quält sich das Zweirad den letzten steilen Hügel hinauf. Das Ziel ist ein kleiner Brunnen, die einzige Trinkwasserversorgung der Insel. Bis jetzt, denn wir haben gerade sechs neuartige Trinkwasserfilter mit auf die Insel gebracht. Mit den blauen Plastikbehältern, die den Namen „PAUL“ tragen, können die Bewohner mehrere Monate lang täglich über 600 Liter Wasser filtern.

Wasserfilter werden in der Schule verteilt

Wir nutzen ein Schulgebäude für die Verteilung der angekommenen Wasserfilter. Interessiert drängen sich die Inselbewohner in dem vom Taifun verschonten Gebäudeteil zusammen. Meine lokale Kollegin erläutert, wie die Filter funktionieren. Etwa 2.520 Menschen erhalten auf diese Weise jeden Tag sauberes Trinkwasser und können Krankheiten durch Schmutzwasser vermeiden. Wir haben unseren Einsatzort bewusst hier in dieser abgelegenen Gegend gewählt. Die Familien sind so dankbar, dass sie nicht vergessen werden.“

Nothilfe ist – na klar – oft ein harter Job, aber für mich auch eine sehr erfüllende Arbeit. Hilfe, die schnell, direkt und unmittelbar bei den Menschen ankommt. Auf den Philippinen stehen noch viele neue Aufgaben an…nicht nur sauberes Trinkwasser – sondern auch die Planung und Vorbereitung für den Wiederaufbau.

Schlagworte
Letzte Aktualisierung 27.11.2017

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