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Der Kampf gegen Unterernährung

Warum sterben jährlich noch immer Millionen Kinder an den Folgen von Unterernährung?

Bärbel Dieckmann im Bild mit Frauen und Kindern aus Mali.
Bärbel Dieckmann besuchte während ihrer Reise in Mali auch Frauen und Kinder - sie müssen stärker unterstützt werden. © Knickriem
Bärbel Dieckmann Präsidentin Welthungerhilfe

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wussten Sie, dass in Entwicklungsländern etwa ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren zu klein für ihr Alter und damit unterentwickelt sind? Das sind etwa 195 Millionen Kinder – eine erschreckende Zahl. Der Welthunger-Index 2010 zeigt: Unterernährung bei Kindern ist einer der Hauptgründe dafür, dass der Hunger weltweit weiterhin existiert. Und neuere Erkenntnisse belegen, dass es entscheidend für die weitere Entwicklung eines Kindes ist, Unterernährung in den 1.000 Tagen zwischen Empfängnis und der Vollendung des zweiten Lebensjahres zu bekämpfen.

Warum sind ausgerechnet diese ersten 1.000 Tage für den weiteren Lebensweg so entscheidend?

Gerade in dieser Zeit haben Kinder den größten Bedarf an speziellem Schutz sowie an ausreichender und gesunder Nahrung. Deshalb ist dann auch die Chance am größten, mit Gegenmaßnahmen Unterernährung und damit Fehlentwicklung vorzubeugen. Wenn aber Mütter und Kinder innerhalb der ersten 1.000 Lebenstage an Unterernährung leiden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese Kinder später nicht so lange die Schule besuchen, weniger verdienen und nur ein schwaches Immunsystem haben. Dies macht sie anfälliger für Krankheiten und schränkt ihre Lebenserwartung ein. Körperliche und geistige Fehlentwicklungen, die bis zum zweiten Lebensjahr durch Unterernährung entstehen, sind später kaum noch rückgängig zu machen.

Auch die Ernährung der Mütter spielt bei der Lösung dieses Problems eine entscheidende Rolle. Wenn eine Mutter jedoch vor und während der Schwangerschaft an Mangelernährung leidet, bringt sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ein zu kleines Baby zur Welt. Diese Kinder erreichen meist auch im Erwachsenenalter keine normale Größe und bekommen später wiederum Kinder mit einem zu niedrigen Geburtsgewicht. So entsteht ein Teufelskreis der Unterernährung, der durch einen niedrigen Sozialstatus und die meist geringe Bildung der Frauen verfestigt wird und sich deshalb über Generationen fortsetzt.

Warum wird weltweit noch immer zu wenig für die Bekämpfung der frühkindlichen Unterernährung getan?

Zum Weltarmutsgipfel in New York im September 2010 wurde über die Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele in den letzten zehn Jahren Bilanz gezogen. Dabei wurde deutlich, dass das erste Ziel – die Halbierung des Anteils der hungernden Menschen zwischen 1990 und 2015 – nur mit großen Anstrengungen innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erreichen ist. Die Unterernährung bei Kindern bildet dabei keine Ausnahme. Im Gegenteil: Gerade Kinder sind den Folgen des Hungers besonders schutz- und hilflos ausgeliefert.

Das Problem der frühkindlichen Unterernährung ist dabei nicht gleichmäßig über den Globus verteilt, sondern konzentriert sich auf wenige Länder und Regionen. Über 90 Prozent der Kinder, die für ihr Alter zu klein sind, leben in Afrika und Asien – allein in Indien leben 42 Prozent aller unterernährten Kinder weltweit.

Doch einige Länder sind im Kampf gegen die frühkindliche Unterernährung mit positivem Beispiel vorangegangen, wie die Berichte aus Thailand, China und Brasilien im aktuellen Welthunger-Index zeigen. Sie belegen, dass mit gezielten Maßnahmen die Unterernährung bei Kindern bekämpft und wirkungsvoll eingedämmt werden kann.

Woran scheitert also eine umfassende und wirkungsvolle Bekämpfung der Unterernährung bei Kindern?

Was meinen Sie?

Viele Grüße,

Ihre Bärbel Dieckmann

Schlagworte
Letzte Aktualisierung 21.08.2017

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