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31.08.2020 | Projektupdate

Mit Gemüse gut gewappnet

Für tausende Menschen in Afghanistan bedeuten die Folgen der Corona-Pandemie Arbeitslosigkeit, oft sogar Hunger. Die 50-Jährige Zia Gul hatte Glück: Weil sie im letzten Jahr mit Unterstützung der Welthungerhilfe einen Gemüsegarten angelegt hat, haben sie und ihre Familie auch in dieser unsicheren Zeit genug zu Essen.

Projektteilnehmerin Zia Gul bei der Kräuterernte. © Welthungerhilfe/Glinski
Stefanie Glinski Journalistin

Unermüdlich lockerte Zia Gul Erde und legte frische Beete an, als sie in ihren neuen Beruf als Gemüselandwirtin startete. Vor einem Jahr hatte die 50-Jährige eine Schulung der Welthungerhilfe besucht und Saatgut erhalten. Schon wenige Monate später sah Zia Gul die Resultate in ihrem Küchengarten: frische Tomaten, Auberginen, Paprika, Zwiebeln und Gewürze. Damals konnte sie nicht ahnen, welchen Lohn ihr die Mühe im darauffolgenden Jahr bringen würde.

Corona brachte Hunger

Während Zia Gul im Frühjahr wieder mit dem Gemüseanbau begann, erreichten beunruhigende Nachrichten ihr kleines Dorf in der afghanischen Provinz Herat. Zehntausende Wanderarbeiter*innen, die jahrelang im Iran gelebt hatten, überquerten die Grenze. Im Nachbarland war das Corona-Virus ausgebrochen. Es ging schnell, bis auch in Herat die ersten Infektionen gemeldet wurden. Angst breitete sich aus, denn eine gute Krankenversorgung gibt es hier nicht. Das Stadtzentrum, Schulen und Regierungsgebäude schlossen.

Für tausende Menschen in Afghanistan bedeuten die Folgen der Pandemie nun Arbeitslosigkeit, oft sogar Hunger. Lebensmittelpreise schießen in die Höhe und Importe bleiben aus. Auch in Zia Guls Dorf standen plötzlich viele ohne Arbeit und ohne jedes Einkommen da. „Wir sollten in unseren Häusern bleiben, damit wir uns nicht anstecken. Es verbreiteten sich Gerüchte über das Virus, niemand wusste, was der Wahrheit entsprach.“

Helfen Sie den Ärmsten in der Corona-Krise

Niemand hätte ahnen können, dass uns solch ein Virus treffen würde. Aber dank des Gartens waren wir so gut auf die Krise vorbereitet, wie es überhaupt möglich ist.

Zia Gul Gemüselandwirtin

Genügend Essen dank Gemüsegarten

Etwas Verlässliches gab es jedoch: Zias Guls Gemüsegarten. Er bot und bietet der zehnköpfigen Familie in dieser unsicheren Situation genügend und dazu gesundes Essen – außergewöhnlich schon zu normalen Zeiten. Denn über 40 Prozent der Bevölkerung in Afghanistan können sich nicht ausreichend und ausgewogen ernähren, bis zu 26 Prozent der Kinder zeigen Anzeichen von Mangelernährung. Im vergangenen Herbst konnte Zia Gul vom verkauften Gemüse sogar etwas Geld sparen. Auch das hilft der Familie jetzt aus der Not.

„Niemand hätte ahnen können, dass uns solch ein Virus treffen würde. Aber dank des Gartens waren wir so gut auf die Krise vorbereitet, wie es überhaupt möglich ist“, sagt Zia Gul. „Meine Arbeit ist zu Hause, also bin ich nicht arbeitslos geworden. Meine Kinder können nicht zur Schule – dafür helfen sie mir jetzt mit der Ernte“, lächelt Zia Gul.

Der Bericht der Journalistin Stefanie Glinski erschien in voller Länge im Welthungerhilfe-Spendermagazin, Ausgabe 3/2020.

Letzte Aktualisierung 03.09.2020

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