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03.09.2018 | Gastbeitrag

"Wer einen Beruf erlernt, hat eine Perspektive"

TV-Moderator Jörg Pilawa hat die Ausbildungsinitiative "Skill up!" in Uganda besucht. Im Interview mit der Zeitschrift "auf einen Blick" spricht er über Hilfe zur Selbsthilfe und Perspektiven für junge Menschen.

Von links nach rechts: Verlegerin und Initiatorin des Ausbildungs-Projekts "Skill up!" Gudrun Bauer mit Projektleiter Benjamin Kennedy, Absolventin Zainabu und TV-Moderator Jörg Pilawa in Fort Portal, Uganda.
Von links nach rechts: Verlegerin und Initiatorin des Ausbildungs-Projekts "Skill up!" Gudrun Bauer mit Projektleiter Benjamin Kennedy, Absolventin Zainabu und TV-Moderator Jörg Pilawa in Fort Portal, Uganda. © Bauer Media Group
Zwei Männer im SkillUp!-Projekt sprechen auf einer Baustelle in Kenia miteinander. Skill Up!

Das Ausbildungsprogramm "Skill up!" bietet jungen Menschen in fünf Ländern die Chance auf einen Job.

"auf einen Blick": Herr Pilawa, übersehen wir nicht ein großes Problem Afrikas – die Perspektivlosigkeit?

Jörg Pilawa: Absolut! Wenn wir an Afrika denken, denken wir an Hungerkatastrophen. Denn das sind die Bilder, die wir zu Hause auch sehen. Hungernde afrikanische Kinder nach einer Dürre führen dazu, dass das Geldsäckelchen aufgemacht wird. Natürlich ist diese Soforthilfe wichtig. Aber genauso wichtig ist die Hilfe zur Selbsthilfe wie das Ausbildungsprojekt „Skill up!“. Das haben wir hier in Deutschland noch nicht so richtig erkannt.

Was geht es uns in Deutschland denn an, ob im entfernten Afrika ein junger Mensch eine Ausbildung bekommt oder nicht?

Da könnte man natürlich mit der Moralkeule kommen und erklären, dass viele Probleme von heute aus der Kolonialzeit kommen. Aber so weit würde ich gar nicht gehen. Die Verantwortung in einer globalisierten Welt besteht doch darin, dass wir dafür sorgen müssen, dass überall auf dieser Welt die Menschen sicher und eigenverantwortlich leben können. 64 Millionen Menschen sind aktuell auf der Flucht – nicht, weil sie nicht mehr zu Hause leben wollen, sondern weil sie nicht mehr zu Hause leben können. Die Auswirkungen, wenn wir zu wenig tun, sehen wir ja gerade.

Joerg Pilawa in Haiti

64 Millionen Menschen sind aktuell auf der Flucht – nicht, weil sie nicht mehr zu Hause leben wollen, sondern weil sie nicht mehr zu Hause leben können.

Jörg Pilawa Der TV-Moderator besuchte das "Skill up!"-Programm in Kenia.

Unser Fokus richtet sich derzeit sehr auf Flüchtlinge, die bei uns sind. Wäre es nicht wichtiger, auch das Elend und die Perspektivlosigkeit zu sehen, die in Afrika herrschen?

Ja! Wir lesen viel über die Flüchtlingsströme aus Syrien oder Afghanistan, Afrika ist da leider ein bisschen in Vergessenheit geraten. Ich glaube, perspektivisch sind das die größeren Flüchtlingsströme, die uns erwarten.

Nun sind wir gerade gemeinsam in Uganda. Was nehmen Sie von dieser Reise mit?

Sehr sehr viel Positives. Ich habe in Afrika viele Länder gesehen, bei denen auch mir die Fantasie fehlte, eine Perspektive zu erkennen. Uganda ist dagegen ein Land mit vielen Perspektiven. Es kann sich selbst ernähren, es gibt ein Schulsystem. Durch ein Projekt wie „Skill up!“ wird der nächste Schritt an die Hand gegeben. Denn wer einen Beruf erlernt, hat auch eine Perspektive. Nicht nur für sich, sondern für seine ganze Familie. Und diese Perspektiven werden in den nächsten Jahren immer wichtiger – hier in Uganda sind 50 Prozent der Menschen unter 15!

Dieses Interview erschien im August 2018 in der TV-Zeitschrift "auf einen Blick" (Bauer Media Group).

"Skill up!": Starthilfe für junge Menschen in Uganda
"Skill up!": Starthilfe für junge Menschen in Uganda
Letzte Aktualisierung 03.09.2018

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