Material und Publikationen

Brennpunkt 8/2009

Landgrabbing: Eine bodenlose Frechheit. Den Armen wird das Land unter den Füßen weggezogen.

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Details

Vor dem Hintergrund der Nahrungsmittelkrise 2007/08 ist noch einmal deutlich geworden, dass fruchtbares Land ein kostbares Gut ist. Und dieses Gut wird zunehmend knapp: Durch Faktoren wie Klimawandel, Intensivbewirtschaftung und Besiedelung geht fruchtbares Land verloren; der Bedarf an Fläche steigt durch den zunehmenden Anbau von landwirtschaftlichen Konkurrenzprodukten (vor allem Bioenergie); Bevölkerungswachstum und veränderte Ernährungsgewohnheiten sorgen für eine erhöhte Nachfrage nach Nahrungsmitteln.

Agrarland steht somit wieder verstärkt im Fokus von Ernährungssicherungsstrategien aber gleichzeitig auch auf der Einkaufsliste von Unternehmen, die Profite abschöpfen wollen: Vor allem Länder, die selber nicht ausreichend Land und Wasser haben, um ihre Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Energie zu versorgen (etwa Golfstaaten, China, Südkorea), erwerben mittels langfristiger Pacht- oder Kaufverträge Land in Entwicklungsländern, um die dort angebauten Produkte zugunsten der heimischen Ernährungssicherheit zu exportieren. Bei Unternehmen, die sich Land in Entwicklungsländern sichern, steht das wirtschaftliche Interesse im Vordergrund: Biokraftstoff-Beimischungsquoten und absehbare Gewinne durch globale Verknappung motivieren zu ländlichen Investitionen.

Leider sind diese Investitionen nicht so gestaltet, dass sie den Armen im ländlichen Raum zugute kämen: Im Gegenteil, begünstigt durch verantwortungslose Regierungsführung und Korruption, führt das sogenannte "Land Grabbing" zu Vertreibungen von Klein- und Subsistenzbauern, zu Abhängigkeit und im Ergebnis zu noch mehr Armut und Hunger. Investitionen in ländliche Entwicklung und Landwirtschaft sind dringend notwendig, aber "Land Grabbing" ist der falsche Weg.

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Sprache

Deutsch

Erscheinungsjahr

2009

Verwendungszweck

Positionspapiere

Themen

Landwirtschaft & Umwelt

Themen

Wirtschaftliche Entwicklung

Deutsche Welthungerhilfe e. V., Sparkasse KölnBonn IBAN DE15 3705 0198 0000 0011 15, BIC COLSDE33
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