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08.02.2021 | Blog

Befragung: Corona steigert Hunger

Die Ergebnisse einer Alliance2015-Befragung zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie im Globalen Süden sind ernüchternd: Neun von zehn der Befragten sind heute ärmer, vier von zehn haben durch die Coronakrise einen schlechteren Zugang zu Nahrung. Entwicklungserfolge der letzten Jahrzehnte sind in Gefahr.

Ein Mann mit Mundschutz, er hält ein Baby auf dem Arm.
Für Menschen in Ländern des Globalen Südens hat die Coronakrise verheerende Auswirkungen: So wie in einem Slum bei Delhi in Indien, wo nach einem landesweiten Lockdown tausende Tagelöhner*innen und Wanderarbeiter*innen ihre Einkünfte verloren haben. © Florian Lang/Welthungerhilfe
Kerstin Bandsom Team Communications

Eine Umfrage der Alliance2015 aus Projekten in 25 Ländern des Globalen Südens bestätigt traurige Befürchtungen: Fast jede zweite befragte Person gibt an, dass die Qualität ihrer Nahrungsmittel deutlich abgenommen hat. 42 Prozent sagen, auch die Quantität der Nahrung hätte abgenommen – sie haben heute weniger zu essen als vor dem Ausbruch des Coronavirus. Darunter sind auch Familien, die sich bereits vor der Pandemie nicht ausreichend ernähren konnten.

Immer mehr Menschen hungern aufgrund der Pandemie

Neun von Zehn der in Kenia befragten Menschen sagen, dass sich die Qualität der Nahrungsmittel seit Beginn der Corona-Pandemie verschlechtert hat. © Welthungerhilfe
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Vier von zehn der befragten Menschen in Projektregionen im globalen Südens haben durch die Corona-Pandemie einen schlechteren Zugang zu Nahrung. © Welthungerhilfe
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Besonders dramatisch ist die Situation in Sub-Sahara-Afrika. In kenianischen Projekten sagen neun von zehn der Befragten, dass die Nahrungsmittel-Qualität heute schlechter ist. In Projekten in der Demokratischen Republik Kongo bestätigen über80 Prozent, dass sich die Quantität der Lebensmittel verschlechtert hat. Aber auch in Projekten in Ecuador, Haiti und Afghanistan sind die Auswirkungen auf die Ernährungssituation deutlich spürbar. 

Viele rutschen durch die Coronakrise in absolute Armut

Infografik mit Text: #PostCovidResilience - Die Welt mit Corona. 98% der Menschen in Afghanistan haben seit dem Beginn der Corona-Pandemie deutlich schlechtere Chancen, Arbeit zu finden.
98 Prozent der in Afghanistan befragten Menschen haben seit dem Beginn der Corona-Pandemie deutlich schlechtere Chancen, Arbeit zu finden. © Welthungerhilfe

90 Prozent der Befragten verdienen heute weniger Geld als vor der Pandemie. Am meisten sind Tagelöhner*innen betroffen, da schlichtweg Arbeitsmöglichkeiten fehlen oder die Löhne ausfallen. Aber auch Händler*innen und Landwirt*innen teilten mit, dass ihre Einkommen gesunken sind – weil Kund*innen wegbleiben oder die Menschen sich die Produkte nicht mehr leisten können.

Infografik mit dem Text: #PostCovidResilience - Die Welt mit Corona. 9 von 10 Menschen in Ländern des globalen Südens haben heute weniger Geld zum Leben als vor der Corona-Pandemie, da Einkommen weggefallen sind.
Neun von zehn der befragten Menschen in Ländern des globalen Südens haben durch die Corona-Pandemie weniger Geld zum Leben. © Welthungerhilfe

Der Verlust von Einkommen hat verheerende Konsequenzen, denn Einkommensausfälle werden in vielen Ländern des Globalen Südens nicht durch soziale Absicherungen aufgefangen. Für ärmere Menschen bedeutet der Verlust von Arbeit, dass sie sich und ihre Familie nicht mehr ernähren können – und hungern. 

Die Studie: COVID-19 and Community Resilience

Studie herunterladen (Englisch)

Der Verlust von Einkommen hat verheerende Konsequenzen, denn Einkommensausfälle werden in vielen Ländern des Globalen Südens nicht durch soziale Absicherungen aufgefangen. Für ärmere Menschen bedeutet der Verlust von Arbeit, dass sie sich und ihre Familie nicht mehr ernähren können – und hungern. 

Kinder haben schlechteren Zugang zu Bildung

Bildung ist der Schlüssel aus der Armut – doch diese Perspektive auf eine bessere Zukunft ist für viele Kinder im Globalen Süden in Gefahr: In zwei von drei der befragten Familien haben Kinder durch die Corona-Pandemie einen deutlich schlechteren Zugang zu Bildung. In Projekten in Liberia beispielsweise kann heute nur eine von zehn der befragten Familien ihre Kinder so regelmäßig in die Schule schicken wie vor dem Ausbruch des Coronavirus. In Kombination mit der finanziellen Notsituation, in der sich viele Familien derzeit befinden, steigt auch das Risiko für Kinderarbeit und Zwangsheirat.

Kinder haben schlechteren Zugang zu Bildung

Bildung ist der Schlüssel aus der Armut – doch diese Perspektive auf eine bessere Zukunft ist für viele Kinder im Globalen Süden in Gefahr: In zwei von drei Familien haben Kinder durch die Corona-Pandemie einen deutlich schlechteren Zugang zu Bildung. In Liberia beispielsweise kann heute nur eine von zehn Familien ihre Kinder so regelmäßig in die Schule schicken wie vor dem Ausbruch des Coronavirus. In Kombination mit der finanziellen Notsituation, in der sich viele Familien derzeit befinden, steigt auch das Risiko für Kinderarbeit und Zwangsheirat.

Bildung in Zeiten von Corona: Kinder in zwei von drei befragten Haushalten in Ländern des globalen Südens haben einen deutlich schlechteren Zugang zu Bildung. © Welthungerhilfe
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Eine von zehn der in Liberia befragten Familien kann heute noch ihre Kinder so regelmäßig in die Schule schicken wie vor der Corona-Pandemie. © Welthungerhilfe
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Herausforderungen im Umgang mit Corona-Pandemie sind enorm

Hinzu kommt die psychische Belastung, die die Coronakrise mit sich bringt: 80 Prozent der Befragten geben an, dass sie heute besorgter sind, 78 Prozent der Frauen sind trauriger als zuvor.

Mit den Herausforderungen im Umgang mit der Corona-Pandemie stoßen viele an ihre Grenzen: Zwar ist der Großteil der Befragten gut über die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus informiert, jedoch kann mehr als ein Drittel die Hygiene-Maßnahmen nicht einhalten, weil sie keinen Zugang zu sauberem Wasser, Seife und Masken haben.

Infografik mit Text: #PostCovidResilience - Die Welt mit Corona. Herausforderungen im Umgang mit der Corona-Pandemie für Menschen in Ländern des globalen Südens.
Die Herausforderungen im Umgang mit der Corona-Pandemie sind vielfältig: Zum Beispiel leben viele Menschen in zu beengten Wohnräumen, in denen Abstand halten schlichtweg nicht möglich ist. © Welthungerhilfe

Fast ein Viertel sagt, dass sie aufgrund ihrer Wohnverhältnisse in Flüchtlingscamps, Slums, oder sehr beengtem und kleinem Wohnraum keinen Abstand zu anderen Menschen halten können. Zudem können überfüllte Plätze wie Märkte nicht gemieden werden.

Menschen unterstützen – mit Hygiene und Nahrungsmitteln

Ein Mädchen bedeckt ihren Mund und Nase mit einem Tuch. Sie hält einen Teller mit Essen in der Hand. Globale Krise Coronavirus

So helfen wir Menschen, die aufgrund der Pandemie nun an Hunger leiden.

Die Welthungerhilfe unterstützt die Menschen in Ländern des Globalen Südens dabei, sich und andere vor dem Virus zu schützen: Wir installieren an öffentlichen Orten Hygieneeinrichtungen und stellen die Versorgung mit fließendem Wasser, Seife, Masken und Desinfektionsmittel sicher. Unter anderem verteilen wir Nahrungsmittel und Bargeld an Haushalte, die bereits jetzt Schwierigkeiten haben, sich ausreichend zu ernähren. 

Die Alliance2015-Befragung bestätigt: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben für die Menschen des Globalen Südens dramatische wirtschaftliche und soziale Konsequenzen. Ohne eine soziale Absicherung könnten Millionen Menschen in die absolute Armut rutschen und sich und ihre Familien nicht mehr ernähren. Wir unterstützen die Menschen, die die Coronakrise am härtesten trifft. Helfen Sie uns dabei – jeder gespendete Euro leistet wichtige Hilfe weltweit.

Helfen Sie Menschen weltweit in der Corona-Krise!

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Letzte Aktualisierung 11.02.2021

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