Fortschritte und Wirkung

Die Welt hat in den vergangenen Jahrzehnten beachtliche Fortschritte in der Hungerbekämpfung gemacht. Doch um das Ziel „Zero Hunger“ bis 2030 zu erreichen, muss mehr getan werden. Die Welthungerhilfe trägt ihren Teil dazu bei.

Seit Beginn der Messung durch den Welthunger-Index hat es große Fortschritte bei der globalen Hungerbekämpfung gegeben.
Seit Beginn der Welthunger-Index-Messungen hat es große Fortschritte in der globalen Hungerbekämpfung gegeben. Trotzdem ist das große Ziel Zero Hunger bis 2030 in Gefahr.

Neben Projekten zur nachhaltigen Ernährungssicherung und humanitärer Hilfe arbeitet die Welthungerhilfe zusammen mit Bündnispartnern und politischen Initiativen daran, in nationaler und internationaler Politik verstärkte Bemühungen gegen den Hunger einzufordern. Ein entscheidendes Instrument, um Handlungsbedarf in den Ländern dieser Welt zu erkennen und Handlungsdruck aufzubauen, ist der Welthunger-Index. Der WHI bewertet jährlich Erfolge und Rückschläge in der globalen Überwindung des Hungers.

Unser Beitrag

Allein im Jahr 2016 hat die Welthungerhilfe in 39 Ländern mit 407 Auslandsprojekten rund 8,4 Millionen Menschen – Männer, Frauen und Kinder – unterstützt. Konkret heißt das: die Menschen konnten überleben, viele ernten mehr, können sich besser ernähren, haben jetzt sauberes Trinkwasser und Toiletten vor Ort, sind weniger krank, können ein Einkommen oder Überschüsse erwirtschaften oder eine Ausbildung beginnen. Für die Kinder bedeutet die Unterstützung durch die Welthungerhilfe die Chance auf eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung.

Hilfe für 8,4 Millionen Menschen

Jahresbericht der Welthungerhilfe 2016 dokumentiert Fortschritte trotz Dürre und Konflikten

Im Fokus der Welthungerhilfe-Projekte stehen nachhaltige, ländliche Entwicklung sowie die Förderung von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Ein Blick auf die Länder mit der höchsten Projektförderung zeigt jeoch einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit: Menschengemachte Krisen und Naturkatastrophen erfordern schnelle, Leben rettende Soforthilfe.

Doch auch in diesen Fällen geht die Unterstützung der Welthungerhilfe über die bloße Verteilung von Nahrung und Unterkunft hinaus. Im Irak beispielsweise hilft die Welthungerhilfe beim Wiederaufbau der Basisinfrastruktur in den vom IS befreiten Gebieten. Die von einer fatalen Hungerkrise bedrohten Menschen am Horn von Afrika werden mittels nachhaltiger Resilienz-Projekte auf die nächsten Dürreperioden vorbereitet.

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Unser Ziel: Wir machen uns überflüssig

Entwicklungszusammenarbeit soll vor allem eines leisten: Sie muss zur Selbsthilfe befähigen. Nach diesem Leitbild arbeitet die Welthungerhilfe seit ihrer Gründung 1962. In zahlreichen Regionen ist es bereits gelungen, Projekte in die Hände lokaler Partnerorganisationen zu übergeben und sich so aus der Region zurückziehen zu können. In Ecuador oder auf den Philippinen beispielsweise konnte die Bevölkerung vor Ort so gestärkt werden, dass eine "Entwicklungshilfe von außen" dort nicht mehr benötigt wird. Doch auch dort, wo die Welthungerhilfe weiterhin selbst tätig wird, greift das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.

Hilfe zur Selbsthilfe

Wie wir Wirkung messen

Bei über 400 laufenden Projekten weltweit stellt sich die Frage: Wie lässt sich der Erfolg eines Projektes definieren? Und wie kann die Welthungerhilfe sicherstellen, dass alle Maßnahmen von Afghanistan bis in die Zentralafrikanische Republik wirkungsvoll umgesetzt werden?

Die Projekte werden hinsichtlich ihrer Zielerreichung einer systematischen Analyse unterzogen. Dabei setzt die Welthungerhilfe neben der projektspezifischen Fortschrittserhebung auf projektübergreifende, sogenannte Erfolgsindikatoren. Diese Erfolgsindikatoren umfassen im Kern diese vier Fragen:

Mit Hilfe der Ergebnisse hinterfragt und verbessert die Welthungerhilfe laufend ihre Arbeit. Neben der Selbstkontrolle wird die Arbeit der Organisation zudem regelmäßig von unabhängigen Gutachtern evaluiert (Mehr über das Qualitätsmanagement).

Es ist viel zu tun

Wie der Welthunger-Index zeigt, leiden heute weniger Menschen unter Hunger als noch vor 50, 25 oder fünf Jahren. Neben vielen anderen Hilfsorganisationen hat auch die Welthungerhilfe dazu beigetragen. Bis zum Jahr 2030 kann und soll der Hunger weltweit beendet werden. Darauf hat sich die Weltgemeinschaft verpflichtet. Schon heute könnten theoretisch alle 7,5 Milliarden Menschen ausreichend versorgt werden. Eine ungerechte Verteilung von Ressourcen steht diesem Ziel bisher im Wege.

Um bis 2030 real Fortschritte machen zu können, muss das Tempo der Hungerbekämpfung drastisch erhöht werden. Wenn zum Beispiel Afrika südlich der Sahara und Südasien ihre Hungerwerte bis 2030 im gleichen Tempo wie bisher verringern, würden sie immer noch „mäßige“ bis „ernste“ Hungerwerte verzeichnen – und Zero Hunger damit weit verfehlen. Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und zivilgesellschaftliche Organisationen müssen ihr Zusammenspiel verbessern und ihre Strategien wie auch ihr Tun so gestalten, dass die Ziele der Agenda 2030 erreicht werden. 815 Millionen hungernde Menschen haben ein Recht darauf.

Letzte Aktualisierung 20.02.2018

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