Afghanistan
+++ Aktuell: Erdbeben im Norden Afghanistans +++ Ein schweres Erdbeben hat Anfang November den Norden Afghanistans erschüttert. Das Epizentrum befand sich etwa 30 Kilometer südöstlich der Stadt Masar-e Scharif. „Viele Häuser sind zerstört und der Winter steht vor der Tür”, sagt Welthungerhilfe-Landesdirektor Thomas tenBoer. Die Welthungerhilfe hat umgehend Teams in die zerstörten Dörfer entsendet und 200.000 Euro Soforthilfe für erste Hilfsmaßnahmen bereitgestellt. Erdbeben kommen in Afghanistan häufig vor. Zuletzt hatte es am 31. August 2025 ein schweres Beben im Osten des Landes mit mehr als 2.200 Toten gegeben. +++ Afghanistan gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Wirtschaft wächst nicht aus eigenem Antrieb, sondern ist in hohem Maße von der internationalen Gebergemeinschaft abhängig. Jahrzehntelanger Bürgerkrieg und Terror haben die Infrastruktur in weiten Teilen zerstört und die Wirtschaft des Landes massiv beeinträchtigt. Im August 2021 haben die Taliban die Regierung gestürzt und wieder die Macht übernommen. Es wird erwartet, dass die Anzahl der hungernden Menschen weiter steigen wird. Bereits jetzt lebt die Mehrheit der rund 42,2 Millionen Einwohner*innen in Afghanistan in Armut und hat nicht ausreichend zu essen. Aber auch andere Grundbedürfnisse wie medizinische Versorgung und Bildung ist für den Großteil der Bevölkerung nicht gesichert. Besonders auf dem Land bestehen große Hindernisse für eine eigenständige Verbesserung der Lebensverhältnisse: fehlende Infrastruktur, keine Arbeit außerhalb der Landwirtschaft und gerade einmal 10 Prozent der Menschen kann lesen und schreiben.