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Shaima Abassi, 43, mit ihrem neuen Ofen von der Welthungerhilfe
Afghanistan

Warm im Winter

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Projektstatus laufend
Themenschwerpunkt
Nothilfe
Stefanie Glinski Journalistin

Shaima war schwanger als die Taliban ihr Dorf in der afghanischen Parwan Provinz angriffen. Doch obwohl fast alle flohen, entschied sich Shaima gemeinsam mit zwölf weiteren Frauen zu bleiben, um ihre Heimat zu verteidigen. Die letzten Jahrzehnte waren für die mittlerweile 43-Jährige nicht einfach, doch von einem ist sie überzeugt: Heute ist es noch viel schwieriger in Afghanistan. Ihr Sohn, der zu Zeiten der Taliban geboren wurde, ist heute ein Anwalt, doch selbst er kann keine Arbeit finden.

Winterhilfe in Afghanistan: Neue Öfen sparen Energie

“Wir hatten zu Zeiten der Taliban sehr viele Probleme. Es gab nicht genug zu essen und als Frauen war es uns hier nicht möglich, aus dem Haus zu gehen,” erzählt Shaima. “Heute sind es andere Dinge, die uns Schwierigkeiten bereiten. Die wirtschaftliche Lage ist so schlecht, dass wir kaum Jobs finden. Hier in den steilen Bergen können wir nicht einmal Gemüse anbauen. An der Situation hat sich seit langem nichts verändert.”

Es ist ein steiler Anstieg zu Shaimas Dorf, es liegt mitten zwischen schneebedeckten Bergen. Der Winter steht vor der Tür  und obwohl die meisten Häuser aus Backstein gebaut sind, sind sie eisig kalt. Für die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner gibt es nur eine Möglichkeit, warm zu bleiben: ein mit Holz geheizter Feuerofen.

Kinder in den Bergen der afghanischen Parwan-Provinz
Kinder in den Bergen der afghanischen Parwan-Provinz. © Stefanie Glinski

“Im Winter geben wir einen Großteil unseres Einkommens für Essen und Feuerholz aus”, erklärt Shaima. Viele Familien müssten ihre Kinder in die naheliegenden Wälder schicken, um dort Holz zu sammeln. In Afghanistans Bergen wird es zwischen Dezember und Februar so kalt, dass bei tiefen Minusgraden viel Feuerholz verbraucht wird und die Luft oft nach Rauch und Asche schmeckt und riecht.

Öfen sparen Holz und stundenlange Arbeit

Die Welthungerhilfe spendete im Salang Distrikt zu dem Shaimas Dort gehört 1.260 energiesparende Heiz- und Kochöfen. Sie verbrennen weniger Holz, heizen dafür aber umso besser.

“Besonders für unsere Kinder ist das ein riesiger Unterschied,” sagt Shaima. Sie hat nicht nur einen Ofen bekommen, sondern ist nun auch Mitglied einer Frauengruppe, in der sie zuerst lernte, die neuen Öfen zu benutzen. Heute genießt sie vor allem die Gemeinschaft mit den anderen. Gruppenleiterin Shamila erzählt, dass ihr Mitarbeiter der Welthungerhilfe erst zeigten, die Öfen zu benutzen und sie dies dann an die anderen Frauen weitergab. “Ich habe Poster bekommen und ein Lehrbuch. Gleichzeitig ist es aber auch schön, mit den anderen Frauen Zeit zu verbringen, sich auszutauschen und Tee zu trinken,” sagt die 24-Jährige.

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Dorfleben in Qala Malek in der Provinz Parwan, Afghanistan
Dorfleben in Qala Malek in der Provinz Parwan, Afghanistan. In der rauen Berglandschaft ist es kaum möglich, Obst oder Gemüse anzubauen. © Stefanie Glinski

Kinder haben mehr Zeit für Hausaufgaben

Aber es wird nicht nur Holz gespart, sondern auch stundenlange Arbeit. Der neunjährige Meherad, der einen braunen traditionellen Shalwar Kameez trägt, erklärt, dass er zuvor meist mehrere Stunden pro Tag Feuerholz suchen musste. “Das habe ich in den naheliegenden Bergen gemacht,” sagt er. “Jeden Tag nach der Schule hat mich meine Mutter losgeschickt.” Meist sind es Jungen, die auf Holzsuche geschickt werden, denn vielen Frauen in Afghanistan ist es nicht möglich, allein in die Wälder zu ziehen. “Jetzt schickt mich meine Mutter nur noch einmal pro Woche los und ich habe mehr Zeit, für meine Hausaufgaben.”

Das Leben in Afghanistan ist nicht einfach. “Es sind die kleinen Dinge, wie die neuen Öfen, die hier etwas verändern,” sagt Shaima.  Sie hofft auf eine bessere, friedlichere Zukunft.“Der Krieg bereitet uns Schwierigkeiten. Die Wirtschaft hat versagt. Unser Land ist in einer schwierigen Situation und ich bin froh, dass wir Hilfe erhalten.”

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