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Fröhliche Kinder sitzen auf Schulbänken und schauen Richtung Tafel
Burundi

Bildung geht durch den Magen

Projektstatus laufend
Themenschwerpunkt
Wirtschaftliche Entwicklung Mehr erfahren
Kerstin Bandsom Team Communications

„Dank des Projekts gehen mehr Kinder in die Schule – das ist gut für die Entwicklung der gesamten Region“, fasst Rosette Maniratunga es treffend zusammen. Sie ist Vorsitzende des Elternkomitees in der Gemeinde Vumbi, im Norden Burundis. Die Schule, die ihre Kinder besuchen, ist eine von 160 Grundschulen, an der die Welthungerhilfe gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm ein umfangreiches Schulspeisungsprogramm durchführt, das Bildungschancen verbessert.

Burundi: Mehr Kinder gehen wieder zur Schule
Burundi: Mehr Kinder gehen wieder zur Schule

Über die Hälfte der etwa elf Millionen Einwohner*innen Burundis leidet an Mangelernährung. Betroffen sind vor allem Kinder, denn Unter- und Mangelernährung verursachen Entwicklungsstörungen mit oft lebenslangen Folgen. Ein unterernährtes Kind kann sich schlecht konzentrieren, hat wenig Kraft und Ausdauer, ist anfälliger für Krankheiten. Mangelnde Bildung jedoch bedeutet oftmals, lebenslang in Armut und gesellschaftlicher Ausgrenzung gefangen zu bleiben.

Die meisten Familien hier leben von der Landwirtschaft, doch land- und forstwirtschaftlich nutzbare Flächen sind knapp. Auch fehlt es den Landwirt*innen zumeist an Mitteln und Wissen, um ihre kargen Erträge zu steigern. Unter dieser Situation leiden besonders die Kinder. Unter- und Mangelernährung verursachen Wachstumsstörungen und haben sogar direkte Auswirkungen auf die Einschulungsrate. Wenn die Kinder zu Hause nichts oder nur wenig zu essen bekommen, vermeiden sie den anstrengenden Schulweg. Die Familien brauchen die Arbeitskraft ihrer Kinder auf den Feldern. 

Schulkinder in Burundi: Gut ernährt lernt es sich viel leichter. © Desmarowitz/Welthungerhilfe
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Mit vollem Magen lernt sich gut: Schulspeisung in Burundi. © Karin Desmarowitz
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Auch diese Schüler freuen sich über die nahrhafte Mahlzeit am Mittag. © Karin Desmarowitz
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Zwei Frauen ernten Gemüse auf einem Feld in Burundi. © Karin Desmarowitz
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Wichtige Hygiene-Basics: Die Kinder waschen sich vor und nach dem Essen die Hände. © Desmarowitz/Welthungerhilfe
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Gibt es jedoch Essen in der Schule, verhilft dies vor allem Kindern aus hilfsbedürftigen Familien zum Schulbesuch. So auch in der Provinz Kirundo im äußersten Norden Burundis. Hier haben sich viele Familien wieder angesiedelt, die einst vor den Unruhen fliehen mussten.

Porträt einer Frau aus Burundi, die in die Kamera lächelt

Wir Eltern lernen in den Workshops vieles, was unser Leben verbessert. Zum Beispiel über bessere Ernährung und Hygiene.

Rosette Maniratunga Kleinbäuerin

Mit Unterstützung von zahlreichen Spender*innen fördert die Welthungerhilfe Schulkantinen für über 142.000 Schüler*innen an mittlerweile 160 Grundschulen. Hier erhalten sie täglich eine warme Mahlzeit. Das Projekt zeigt Wirkung: Nur noch drei Prozent der Kinder bleiben wegen Hunger zeitweise der Schule fern – vor Projektbeginn waren es über 20 Prozent. Außerdem schulen mehr Eltern ihre Kinder ein, vor allem die Zahl der Schülerinnen steigt deutlich.

Eigeninitiative bringt Erfolg

Ein Erfolg, der auch den Eltern zuzuschreiben ist. Sie kommen jeden Tag in die Schule, um für die Kinder eine warme Mahlzeit zu kochen. Für den reibungslosen Ablauf der Schulspeisung sorgt jeweils ein gewähltes Komitee aus Eltern, Lehrer*innen, Schüler*innen und Vertreter*innen der Lokalregierung. Damit sich erfolgreiche Praktiken verbreiten, wird der Austausch zwischen den Schulen gefördert. So haben interessierte Schulkomitees, die noch am Anfang der Planung stehen, die Möglichkeit von erfahrenen Nachbargemeinden zu lernen.

Hochwertiges Saatgut gegen den Hunger
Hochwertiges Saatgut gegen den Hunger

Für bessere Hygiene gibt es an den meisten Schulen nun Latrinen, Tanks mit gesammeltem Regenwasser zum Händewaschen und sauberes Trinkwasser. Zusätzliche Hygiene-Workshops sorgen dafür, dass Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern wissen, wie sie die Verbreitung von Krankheiten verhindern können.

Da sich Schülerinnen Hygieneprodukte meist nicht leisten können, bleiben sie während ihrer Periode oft zuhause. Die Welthungerhilfe schult Kleinbäuerinnen darin, waschbare Binden herzustellen, die ihnen dann von Schulen abgekauft werden. Durch die Binden wird sichergestellt, dass die Schülerinnen keinen Unterricht mehr verpassen. Rosette Maniratunga, Vorsitzende des Elternkomitees in Vumbi, schätzt die Fortschritte sehr: „Wir Eltern lernen in den Workshops vieles, was unser Leben verbessert. Zum Beispiel über Hygiene. Wir und unsere Kinder sind weniger krank. Dass durch das Projekt mehr Kinder in die Schule gehen, ist gut für die Entwicklung der gesamten Region.“

Unterstützung von kleinbäuerlichen Haushalten

Um die Schulen mit lokal angebauten Nahrungsmitteln zu versorgen, unterstützt die Welthungerhilfe gezielt Kleinbäuer*innen bei der Produktion mit Saatgut und Beratung. Das Welternährungsprogramm kauft ihnen ihre Erzeugnisse zu einem fairen Preis ab und verteilt sie dann an den Schulen. Von diesem nachhaltigen Kreislauf der Hilfe profitieren die Landwirt*innen, die ein verlässliches Einkommen haben, und die Kinder, die sich über tägliches gutes Essen freuen. Insgesamt unterstützt die Welthungerhilfe 43 bäuerliche Kooperativen mit 10.043 Mitgliedern, indem sie ihnen Zugang zu einem sicheren Markt sowie Schulungen für verbesserte Anbaumethoden gibt.

Unterstützung für Schulen und die ganze Region

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