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Eine Frau trägt ihr Baby auf dem Rücken, während sie auf dem Feld arbeitet, Kongo 2021.
Demokratische Republik Kongo

Ernte und Zusammenhalt steigern im Kongo

Projektstatus laufend
Projektbudget 4.433.169 €
Themenschwerpunkt
Landwirtschaft & Umwelt Mehr erfahren
Kerstin Bandsom Team Communications

Masengesho Munyakazi Divine ist 33 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann und drei Kindern im Dorf Kirumbu in der Demokratischen Republik Kongo. Sie ist eine von 3.000 Teilnehmer*innen eines Projektes zur Verbesserung der Ernährungssituation. "Früher aßen wir sehr einseitig und der Ertrag der Landwirtschaft war schlecht. Daher habe ich versucht, billiges Gemüse für meine Familie zu kaufen. Diese schlechte Ernährung wirkte sich aber auf die Gesundheit meiner Familie aus, sodass wir einen großen Teil des Einkommens für die ärztliche und medizinische Versorgung ausgeben mussten“, erklärt sie.

Die Projektteilnehmerin verkauft Schuhe um ihren Lebensunterhalt aufzubessern, Kongo 2021.
Masengesho Munyakazi Divine sitzt an ihrem Stand an dem sie Schuhe aus Kunststoff verkauft. © Welthungerhilfe

Den Teufelskreis von Krieg und Hunger durchbrechen

Coverfoto des Welthunger-Index 2018: Frau im Flüchtlingscamp Bentiu, Südsudan Kriege und Hunger

Hunger erhöht das Risiko für bewaffnete Konflikte. Umgekehrt gefährden Kriege die Ernährungssituation der Bevölkerung.

Im Januar 2020 wurde Masengesho gemeinsam mit 3.000 weiteren kleinbäuerlichen Landwirt*innen aus der Region für das Projekt ausgewählt. Das Ziel ist es, die Bevölkerung widerstandsfähiger zu machen und ihre Ernährungssituation zu verbessern. In den letzten 20 Jahren gibt es in der Region immer wieder aufflammende Konflikte, die die Hungersituation verschlechtern. Deshalb fliehen viele Menschen innerhalb der Demokratischen Republik Kongo in andere Landesteile. Doch viele Regionen können diesen Bevölkerungszuwachs nicht tragen - es gibt ohnehin schon extreme Armut und schwache staatliche Institutionen. Besonders betroffen von dieser Krisensituation sind Frauen, die durch eine benachteiligte Stellung selten ein eigenes Einkommen verdienen und innerhalb der Gemeinden kaum Entscheidungen treffen können. All diese Faktoren sorgen für das Ausbleiben eines nachhaltigen Fortschritts in der Region. 

Masengesho nahm an Schulungen zu Ernährungs- und Anbautechniken teil und ist Teil einer Erzeugergruppe, die die Teilnehmer*innen mit Materialien und Saatgut unterstützt. So konnte sie die Qualität ihres Gemüses verbessern und gleichzeitig den Ertrag steigern. Teil des Projektes basiert auf der Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen und Gruppen von Landwirt*innen und Familien im ländlichen Raum. Dabei gibt es Maßnahmen zur Stärkung der Gemeindestrukturen, zur Instandsetzung der Wasser- und Abwasserinfrastruktur und zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion. So werden die Gemeinden gestärkt und sind können zukünftige Herausforderungen besser meistern. 

Neema Mwamini ist Teil einer Gruppe von Frauen, die Pilze auf Ernteüberreste züchtet. Durch das Projekt kann sie zum Einkommen ihrer Familie beitragen.
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"Nach der Ernte hatten wir verschiedene landwirtschaftliche Abfälle wie Blätter, Schalen und Maiskolben. Wir hatten davon gehört, dass diese Abfälle in kurzer Zeit für die Pilzzucht verwendet werden können und probierten es einfach aus", erzählt Neema Mwamini.
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Furaha Mauwa Yoboka ist 30 Jahre alt und Gemüsebäuerin. Sie sagt: "Vor dem Projekt hatte ich keinen Mut und war völlig abhängig von meinem Mann. Seit ich mit dem Projekt begonnen habe, bin ich unabhängiger geworden und arbeite mit Kraft und Stolz. Ich habe den ersten Sack Mais geerntet und ihn verkauft, um den Schulbesuch der Kinder zu finanzieren. Außerdem habe ich eine Ente und einen Sack Saatgut gekauft, um im nächsten Jahr zu säen." © Welthungerhilfe
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"Dieses Projekt hat es uns ermöglicht, nach einer langen Zeit des Misstrauens zwischen den verschiedenen Stämmen in Einheit zu arbeiten und zu leben. A b'ishize hamwe ndakibananirwa (Einigkeit macht stark)", sagt Nyirazaninka Rahabu, die Vorsitzende der Gruppe. © Welthungerhilfe
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In der Gruppe arbeiten 26 Frauen und 10 Männder. Viele der Mitglieder konnten sich mit dem zusätzlichen Einkommen Vieh und Geflügel für die eigene Zucht kaufen.
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Auch der Zugang zu Wasser und die Verbesserung der allgemeinen Hygiene sind ein wichtiger Bestandteil des Projektes. "Vor dem Bau des Wasserversorgungssystems gab es viele durch Wasser übertragene Krankheiten, wie Typhus und Durchfall. Jetzt gibt es immer weniger Krankheiten in dem Gebiet", sagt Chiza Abasabimana.
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„Durch die Gruppe hat sich der soziale Zusammenhalt und die Teamarbeit in meiner Gemeinde verbessert“, erzählt sie. „Abgesehen von den landwirtschaftlichen Aktivitäten, die wir gemeinsam durchführen, haben wir ein Beitragssystem eingerichtet, so wird es den Mitgliedern ermöglicht, Geld zu sparen. Viele von ihnen sind Frauen. Dieses Geld können sie zum Beispiel in ein eigenes kleines Unternehmen investieren. So stärken wir die finanzielle Unabhängigkeit der Frauen“, berichtet Masenheso stolz. 

Die Welthungerhilfe im Kongo

Schwerpunkte unserer Arbeit sind nachhaltige, landwirtschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung, Stärkung der Resilienz, Ernährungssicherung, WASH und Nothilfe.

Starke Frauen und starke Familien

Das Projekt unterstützt die aktive Beteiligung von Frauen in Komitees und fördert durch die Schulungen das Mitspracherecht innerhalb der Gemeinschaft und der Familie. Ziel ist es, den Frauen mehr Einfluss auf Entscheidungen und die Kontrolle über ihren Lebensunterhalt zu ermöglichen. 

Masengesho Munyakazi Divine kann jetzt für den Lebensunterhalt ihrer Familie sorgen. Mit dem Gewinn aus der Landwirtschaft gründete sie ein kleines Unternehmen, in dem sie Schuhe aus Kunststoff verkauft. „Mit dem Gewinn aus diesen Aktivitäten konnte ich zwei Kühe kaufen, jetzt hat meine Familie genug zu essen und ich verkaufe den Überschuss der Ernte.“ 

So hilft die Welthungerhilfe in der Masisi-Region

Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Alle Fakten zum Projekt

Sep 2019 Projektbeginn
Feb 2023 Projektende
782.000 € Projektbudget 2022
4.433.169 € Projektbudget insgesamt
Themenschwerpunkte
Nothilfe
Landwirtschaft & Umwelt
Ernährung
Wasser & Hygiene
Wirtschaftliche Entwicklung
Stärkung der Zivilgesellschaft
Projekt-ID COD 1139-19

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