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Ein Fischer wirft sein Netz aus.
Mali

Fischzucht im Wüstenstaat

Projektstatus laufend
Themenschwerpunkt
Landwirtschaft & Umwelt Mehr erfahren
Reinhard Brockmann

24 Jahre und auf dem Sprung: In Gedanken war Demba Liangarie bereits auf dem Weg nach Europa, so wie alle, die in Mali keinen Job und schon gar keine Zukunft für sich sehen. Der Vater hatte einst das Abenteuer gewagt. Hohe Arbeitslosigkeit, Folgen des Klimawandels und schlechte Ernten sind einige der Gründe, warum ein Fünftel der Bevölkerung der Region Kayes ihre Heimat verlässt. Weshalb also nicht eines Nachts verschwinden und als gemachter Mann zurückkehren? 

Der junge Mann mit dem bunten Supermario-Shirt ist geblieben. Er hat Fischzuchtbecken betoniert, Schwimmkäfige in den Senegal-Fluss gelassen und ist gerade dabei, eine Wanne voll Catfish zu wiegen. In zwei Monaten ist die Welsart schlachtreif. Dann muss nicht Demba gehen, dann kommen die Käufer selbst von der mauretanischen Grenze zu ihm.

Welthungerhilfe-Generalsekretär Mathias Mogge mit drei malischen Fischzüchtern an einem Zuchtbecken
Fischzucht in Mali: Sourakata Bathily, Dembe Liangarie und Sékou Gassama zeigen Welthungerhilfe-Generalsekretär Mathias Mogge (links) ihre Zuchtbecken. © Daniel Pilar

Fischerboote fahren schon mal von der Atlantikmündung bei Dakar den Senegalfluss bis nach Westmali hinauf, aber Fischwirtschaft auf dem Steilufer des hier bis zu 250 Meter breiten Stroms ist völlig neu. In Kooperation mit der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat die Welthungerhilfe zusammen mit lokalen Partnern einen vielversprechenden Versuch gestartet. Der offizielle Titel lautet: Schaffung von Arbeit für junge Erwachsene in der Region Kayes. Die Arbeitslosenquote ist hier die höchste im ganzen Land. 

Das Projekt gibt Hoffnung zwischen Hunger und Terror 

In Gemüsegärten, zehn Bassins und sechs Schwimmkäfigen schaffen jetzt 66 Männer und 36 Frauen begehrte Produkte, die sie selbst vermarkten. Dabei zeigt sich, dass viele Begabungen gefragt sind. Sourakata Bathily (23) ist der geschickteste Netzwerfer. Deshalb darf er bei einem Besuch von Welthungerhilfe-Generalsekretär Matthias Mogge zeigen, was er gelernt hat. Andere räuchern den Fang oder fahren auf den Gemüsemarkt. Mogge ist überzeugt, dass das Unternehmen eines Tages Chancen für selbständige Fischhändler oder Gemüsebauern auftun könnte. Catfish und der afrikanische Buntbarsch Tilapia sind jedenfalls heiß begehrt im Wüstenstaat Mali, der gleich von zwei mächtigen Flüssen durchflossen wird – dem  Senegal- und dem Nigerfluss. Und auch wenn Mali im Norden von Dschihadisten terrorisiert wird, keimt im Süden Hoffnung. Vorrangig mag es um die Reduzierung von Fluchtursachen gehen, langfristig könnte Malis eigentliches Problem, der Hunger, mit vielen weiteren Maßnahmen weiter zurückgedrängt werden. 

Mathias Mogge mit Frauen aus dem Dorf Lattakaf auf einem Feld
Bewässerungsprojekt in Mali: Welthungerhilfe-Generalsekretär Mathias Mogge und Frauen aus dem Dorf Lattakaf auf einer Auberginenplantage. © Daniel Pilar

Vom Jahr 2000 bis 2018 ging der Welthunger-Index um 28 Prozent zurück. Südlich der Sahara betrug der Wert sogar 33 und in Mali fast 38 Prozent. Trotzdem gilt die Lage für 4,1 Millionen Malier immer noch als „ernst“. Seit dem Vormarsch der Dschihadisten bis vor die Tore der Hauptstadt Bamako 2012 tritt die Entwicklung auf der Stelle. 

Wenn das große Ziel der Vereinten Nationen Null Hunger bis 2030 erreicht werden soll, muss zu allererst Frieden her. Die Bundeswehr wirkt mit ihrem inzwischen weltweit größten Auslandseinsatz daran mit, wieder Sicherheit im Norden zu schaffen, was aber nur in bescheidenem Umfang gelingt. Solange Milizen, Schleuser, Waffen- und Drogenschmuggler destabilisieren, bringen gute Ideen wie die Fischzucht in der Wüste Punktsiege, aber noch keinen Durchbruch.

So hilft die Welthungerhilfe in Mali

(Projektnummer: MLI 1104)

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