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Ein Mann kniet im Gewächshaus und hält eine Zucchini in der Hand.
Nepal

Vom Tagelöhner zum erfolgreichen Landwirt

Projektstatus laufend
Projektbudget 1.332.509 €
Themenschwerpunkt
Landwirtschaft & Umwelt Mehr erfahren
Kerstin Bandsom Team Communications

Der 52-jährige Kleinbauer Bude Rawat lebt mit seiner achtköpfigen Familie im Bajura-Distrikt im Nordwesten von Nepal. Die gebirgige Gegend ist einer der ärmsten des Landes, wiederkehrende Dürren sind an der Tagesordnung und es mangelt an kultivier­barem Land. Nahrungsmittel sind ständig knapp, mehr als die Hälfte der Bevölkerung leidet an Hunger und Armut. So auch Bude und seine Familie. Seine landwirtschaftlichen Erträge reichten bisher nicht aus, um seine Familie dauerhaft ausreichend zu ernähren. Deshalb arbeitete er oft mehrere Monate in Indien als Tagelöhner und war kaum bei seiner Familie.

Gesundes Gemüse durch nachhaltige integrierte Landwirtschaft

Wie der Zufall es wollte, kam er eines Tages auf dem Rückweg aus Indien an einem Hausgarten voller prächtig gedeihendem Gemüse unterschiedlicher Art vorbei. Bude war fasziniert – normalerweise bauen Kleinbäuer*innen in Nepal hauptsächlich Reis an. Er beschloss kurzerhand, den Inhaber des Gartens zu fragen, wie er es schafft, so viel Gemüse auf einmal anzupflanzen. Der Gärtner Late Biru Nath erzählte ihm von dem Konzept der nachhaltigen integrierten Landwirtschaft, die vorsah, anstatt der riskanten Monokultur, die den Boden mit der Zeit auslaugt, auf einen nachhaltigen, ganzheitlichen Ansatz zu setzen – genannt „Sustainable Integrated Farming Systems (SIFS)“.

Bauernhof als integraler Bestandteil seiner Umgebung

Das integrierte Anbausystem wurde von der Welthungerhilfe gemeinsam mit einem Netzwerk aus Partnern in Indien entwickelt. Es betrachtet den Bauernhof nicht nur als Produktionssystem für landwirtschaftliche Produkte, sondern vielmehr als eine Einheit, die in eine natürliche, soziale und kulturelle Umgebung eingebettet ist. Dabei werden nicht nur Getreidekulturen, sondern auch Sorten anderer land- und forstwirtschaftlicher Pflanzen, Bäume und Tiere kombiniert. Die kleinbäuerlichen Betriebe erhalten keine vorgefertigten Lösungen, sondern entwickeln sie durch partizipative Lern- und Aktionszyklen, in denen sie ihre Ressourcen und Einschränkungen bewerten und innovative und technologisch angemessene Lösungen schaffen.

Das Konzept der nachhaltigen integrierten Landwirtschaft betrachtet den Bauernhof nicht nur als Produktionssystem für landwirtschaftliche Produkte, sondern als eine Einheit, die in eine natürliche, soziale und kulturelle Umgebung eingebettet ist. © Christoph Adelmann/Original Bootcamp

Gärtnern statt Arbeit als Tagelöhner

Bude Rawat war interessiert und begann, selbst nach diesem Ansatz einen eigenen Hausgarten anzulegen und Gemüse anzupflanzen. Er bekam dabei Unterstützung durch das Distriktbüro für landwirtschaftliche Entwicklung, das ihm bei der Beschaffung der Materialien und der Entwicklung eines Konzeptes unter die Arme griff. Durch den Gemüseanbau schaffte es Bude nach und nach, auch ohne die zusätzliche Arbeit als Tagelöhner genügend Nahrung für seine Familie zu bewirtschaften.

Neues Leben mit eigener Baumschule 

Seine Bemühungen zahlten sich aus: Weil er als besonders geschickter und motivierter Landwirt auffiel, erhielt Bude von der Welthungerhilfe und ihren Partnerorganisationen eine intensive Ausbildung zur Entwicklung einer integrierten Baumschule inklusive der Materialien, die er dazu braucht - wie zum Beispiel einen Gewächshaustunnel, Sprinkler, Plastiktanks und Saatgut. Er nahm an vielen Schulungen teil, die im Rahmen des Projekts durchgeführt wurden, wie z.B. einer Fortbildung zur Erstellung von Geschäftsplänen und Wertschöpfungsketten.

Heute leitet Bude eine integrierte Baumschule, die auf dem Ansatzes des nachhaltigen integrierten Anbausystems basiert. Dort produziert er Gemüse- und Baumsetzlinge und schult auch andere Kleinbäuer*innen im "Sustainable Integrated Farming System". Er hat die Bienenzucht in seine Aktivitäten integriert und wurde deshalb auch zum Modell-Farmer ernannt. Seine komplette Familie ist nun in der Landwirtschaft tätig und kann ihre täglichen Bedürfnisse decken. Neuerdings plant Bude, seine landwirtschaftliche Nutzfläche zu erweitern, um mehr Setzlinge zu produzieren. Er setzt sich dafür ein, für andere ein Vorbild zu sein und ermutigt sie, ebenfalls ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen.

So hilft die Welthungerhilfe im Westen Nepals:

Alle Fakten zum Projekt

Nov 2017 Projektbeginn
Apr 2021 Projektende
391.747 € Projektbudget 2020
1.332.509 € Projektbudget insgesamt
Themenschwerpunkte
Nothilfe
Landwirtschaft & Umwelt
Ernährung
Wasser & Hygiene
Wirtschaftliche Entwicklung
Stärkung der Zivilgesellschaft
Projekt-ID NPL 1042-17

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