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Fünf Frauen halten Geld in die Kamera, das sie als Kredit für ihre Unternehmensgründung erhalten haben.
Simbabwe

Die Kornkammer wieder füllen

Projektstatus laufend
Themenschwerpunkt
Wirtschaftliche Entwicklung Mehr erfahren
Kerstin Bandsom Team Communications

Die Hungersituation in Simbabwe ist angespannt. Im Welthunger-Index liegt der südafrikanische Staat auf Platz 13 von insgesamt 119 untersuchten Ländern. Das war nicht immer so: Als Fatima Gapa ein Kind war, lebte sie in einem blühenden Land.

Auf den fruchtbaren Böden Simbabwes wuchsen so reiche Ernten, dass Fatimas Heimat bis in die 1990-iger Jahre den Spitznamen „Kornkammer Afrikas“ trug. Reiche Bodenschätze sorgten dafür, dass die Menschen sich eine gute Bildung leisten konnten. Die Alphabetisierungsrate war hoch, die Infrastruktur gut ausgebaut.

Landreform und Klimawandel brachten den Hunger

Titel des Welthunger-Index 2018 Welthunger-Index 2018

Wie wird die Lage in Simbabwe im Vergleich zu anderen Ländern bewertet?

Vor knapp 20 Jahren kehrte sich diese positive Entwicklung dann jedoch ins Gegenteil: Durch eine gewaltsame Landreform verloren rund 4.000 Großgrundbesitzer ihren Besitz; ihre Arbeiter wurden entlassen oder vertrieben. Fatima erlebte als junges Mädchen, wie die Lebensperspektiven ihrer eigenen und tausender anderer Familien zerstört wurden. Noch heute leidet das Land unter den Folgen dieser staatlichen Misswirtschaft: Mehr als 46 Prozent der Bevölkerung sind unterernährt, rund 40 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren leiden unter chronischer Mangelernährung. Im aktuellen Welthunger-Index wird die Lage in Simbabwe mit einem Wert von 32,9 als „ernst“ bewertet - und liegt damit nur knapp unter der nächsten Stufe "sehr ernst"

Besonders angespannt ist die Situation im Bezirk Gokwe South, südwestlich der Hauptstadt Harare. Seit der Weltmarktpreis für Baumwolle massiv gesunken ist, lohnt sich der Anbau nicht mehr – eine Katastrophe für die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in dieser Gegend, für die Baumwolle lange Zeit ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor war. Den rund 15.000 kleinbäuerlichen Familien mangelt es an Kenntnissen in alternativen, innovativen Anbautechniken, sie haben keinen Zugang zu Infrastruktur oder hochwertigem Saatgut. Zusätzlich leiden sie unter den Folgen des Klimawandels: Durch anhaltende Dürreperioden werden ganze Ernten vernichtet. Die Menschen hungern.

Hier in Gokwe South lebt auch die 24-jährige Fatima mit ihrer Familie. Sie arbeitet im landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern.

Selbstvertrauen durch Wissen stärken

Seit 2007 arbeitet die Welthungerhilfe mit ihren Partnern an dem Ziel, die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Gokwe South auf dem Weg in eine bessere Zukunft zu unterstützen. Zuletzt wurde hier 2018 das Agricultural Business Center (ABC) gegründet.

Wissen, Selbstvertrauen, Kontakte und Mut: Im Agriculturual Business Center erhalten junge Bäuerinnen und Bauern Schulungen in innovativen landwirtschaftlichen Anbaumethoden und Viehzucht, sie können sich zu den Themen Existenzgründung oder Kreditvergabe beraten lassen und treffen potenzielle Kunden, Händler und weiterverarbeitende Betriebe um sich in die wichtigen lokalen Netzwerke zu integrieren.

Mehrere Männer und Frauen bei der Ausgabe hochwertiger Saatgüter
Genossenschaften ermöglichen den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Gokwe South einen besseren Zugang zum Markt. © Welthungerhilfe

Mit den Kompetenzen wächst auch das Vertrauen der jungen Menschen in die eigenen Fähigkeiten und in die Zukunft: „Dank der Beratung und Unternehmer-Trainings im ABC habe ich das Selbstvertrauen und den Mut gefunden, meine eigene Idee umzusetzen und eine erfolgreiche Geschäftsfrau zu werden“, sagt Fatima, die das Agricultural Business Center vom ersten Tag an besucht.

Fatima Gapa füttert ihre Hennen

Dank der Beratung und Unternehmer-Trainings im ABC habe ich das Selbstvertrauen und den Mut gefunden, meine eigene Idee umzusetzen und eine erfolgreiche Geschäftsfrau zu werden.

Fatima Gapa Jungunternehmerin in Gokwe South, Simbabwe

Vor allem Frauen und den 4.500 Jugendlichen im Projektgebiet soll das soziale Gemeinschaftsunternehmen von Landwirtinnen und Landwirten, Privatfirmen, Bezirksrat und Welthungerhilfe dabei helfen, ihren Lebensunterhalt langfristig aus eigener Kraft zu sichern. Die Mitglieder des Agricultural Business Centers zahlen den Landwirten faire Preise für ihre Erträge und machen geeignete Märkte ausfindig. Durch berufliche Qualifizierungsmaßnahmen und Zugang zu hochwertigem Saatgut und modernen Geräten lassen sich Erträge und Einkommen deutlich steigern, so dass mehr Nahrungsmittel für alle verfügbar sind. Die sprichwörtiche Kornkammer soll sich perspektivisch wieder füllen.

Die Kraft liegt im Netzwerk

Fatimas Idee, eine eigene Geflügelzucht, ist bereits jetzt lukrativ: „Meine 232 Hennen legen 180 Eier am Tag. Im ABC habe ich Kontakt zu einem lokalen Supermarkt geknüpft, an den ich die Eier nun verkaufe.“ Und doch ist sie noch lange nicht am Ziel: Mit Hilfe eines Business Advisory Officers im Agricultural Business Center erhielt Fatima einen Platz im Mentoring-Programms des Supermarkts. Das bedeutet, dass sie nun einmal in der Woche an einer Fachschulung teilnehmen und sich so ständig weiterbilden kann. Ihr nächstes Etappenziel hat die junge Geschäftsfrau schon fest vor Augen: „Ich möchte den Bestand meiner Gefügelfarm auf mindestens 500 Hennen erweitern.“

So hilft die Welthungerhilfe

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