Die Alliance2015 ist ein Netzwerk von sieben europäischen Nichtregierungsorganisationen. Es wurde gegründet, um durch Zusammenarbeit die Effektivität der humanitären Hilfe zu erhöhen.
Hilfe für Menschen in der Ukraine
„Man hört die Sirenen auch dann noch, wenn sie gar nicht mehr heulen. Sie sind einfach im Kopf“, erklären Maria und Alina. Die beiden Frauen sind vor dem Krieg in der Ukraine geflohen. Beide sind schwer traumatisiert von den schrecklichen Ereignissen, die sie bei der Invasion der Ukraine durch Russland erlebt haben. Über 5,8 Millionen Menschen, meist Frauen und Kinder, leben derzeit als Geflüchtete im Ausland, schätzungsweise 3,7 Millionen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Zwar ist die Zahl der Flüchtlinge insgesamt zurückgegangen – viele Menschen konnten wieder nach Hause zurückkehren. Oft fanden Rückkehrer*innen ihre Heimat aber verwüstet – und die Lebensumstände sehr schwierig.
Man hört die Sirenen auch dann noch, wenn sie gar nicht mehr heulen. Sie sind einfach im Kopf.
Alina B. und Maria C.Nach Schätzungen der UN sind 10,8 Millionen Menschen in der Ukraine auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die humanitäre Lage ist nach wie vor katastrophal: Gebäude und Infrastruktur sind vielerorts zerstört, in den von Kämpfen besonders betroffenen Gebieten gibt es weder Strom, Heizung und Wasser noch ausreichend Lebensmittel.
Eine humanitäre Katastrophe mit unendlich viel Leid
Für viele Menschen war die Flucht aus den umkämpften Gebieten, selbst wenn sie fliehen wollten, gar nicht möglich – wegen anhaltender Belagerung, mangelnden Transportmöglichkeiten, riskanten Fluchtwegen oder fehlender Information. Maria und Alina hatten Glück, sie flohen zunächst mit dem Auto und setzten die Flucht durch die Ukraine anschließend mit dem Zug fort. Dicht an dicht gedrängt, ohne Wasser, Essen und Toiletten und mit der ständigen Furcht und Ungewissheit harrten sie stundenlang im Zug aus. Schließlich gelang ihnen die Flucht nach Polen, dort wurden sie von Freund*innen abgeholt.
Die Geflüchteten konnten oft nur das Nötigste mitnehmen. Viele standen vor dem Nichts, als sie in Polen, der Slowakei, Rumänien oder der Republik Moldau ankamen.
Hilfe für Menschen in der Ukraine
Seit den ersten Tagen des Krieges unterstützt die Welthungerhilfe im Rahmen der Alliance2015, einem Netzwerk von sieben europäischen Organisationen, vom Krieg betroffene Familien in der Ukraine sowie Menschen, die fliehen mussten. Lastwagen und Züge brachten Hilfsgüter wie haltbare Nahrungsmittel, Schlafsäcke, Medikamente und Hygieneartikel ins Land.
Unsere Partner verfügen über lokale Strukturen – in der Ukraine selbst sowie in den Nachbarländern – und können deshalb unmittelbar handeln. Zum Netzwerk gehören auch ACTED und People in Need (PIN), die schon lange in der Konfliktregion aktiv sind. Gemeinsam versorgen wir Menschen mit dem Lebensnotwendigen.
Die russische Invasion der Ukraine hat dramatische Auswirkungen auf deren Bevölkerung – aber auch für Länder außerhalb Europas.
Trinkwasser, Fluchtkorridore und warme Mahlzeiten für Menschen in der Ukraine
In der Ostukraine, wo Wasserversorgungssysteme durch Beschuss beschädigt wurden, haben wir Trinkwasserkanister und Wassertanks zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus haben wir Schutzräume und psychologische Beratung, lokale Fluchtkorridore und sichere Transporte über die Grenzen organisiert.
In der Zentralukraine werden mit Hilfe der Alliance2015-Partner Helvetas und ACTED Bargeld und warme Mahlzeiten verteilt. Im Westen leisten wir gemeinsam mit CESVI und CONCERN Nothilfe.
Aktuell fokussiert sich unsere Arbeit auf die Verteilung von Bargeldhilfe, sogenannte Cash Assistance. Sie auch unter schwierigsten Bedingungen die flexibelste Form der Unterstützung. Vor allem im kalten Winter können Begünstigte damit erhöhte Ausgaben stemmen, etwa für Heizmaterial, Nebenkosten, Lebensmittel, warme Kleidung und Medikamente.
So helfen wir mit der Alliance2015 Menschen in der Ukraine und den Nachbarländern
Wir sind seit 2022 gemeinsam mit Partnerorganisationen in der Ukraine aktiv. Bis zum Jahr 2024 haben wir 18 Projekte durchgeführt und damit insgesamt 321.000 Menschen erreicht. Unter anderem haben wir:
- Geflüchtete sowie Gemeinden, die Familien aufnehmen, mit Bargeld für den täglichen Bedarf unterstützt,
- in Notfällen Nahrungsmittel und Hygienesets in abgelegene Gebiete geliefert, in denen die Menschen unter den Kriegshandlungen leiden,
- Mobile psychosoziale Dienste zur Unterstützung traumatisierter Kinder und Erwachsener angeboten,
- Zivilgesellschaftliche Organisationen und örtliche Selbsthilfegruppen unterstützt,
- Geld für Hausreparaturen und Heizmaterial bereitgestellt, damit Familien sich auf den Winter vorbereiten können, und sie außerdem mit Öfen, Brennholz und Briketts versorgt,
- Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, eine Berufsausbildung angeboten, angepasst an die lokalen Bedürfnisse und individuellen Qualifikationen,
- bei der Arbeitssuche durch Jobbörsen, bezahlte Praktika und Stellenvermittlungen geholfen,
- Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen mit Zuschüssen beim Wiederaufbau oder der Standortverlagerung unterstützt, um die örtliche Wirtschaft wiederzubeleben.
Aktuell fokussiert sich unsere Arbeit auf Bargeldhilfe, weil sie auch unter schwierigsten Bedingungen die flexibelste Form der Unterstützung bleibt. 190.000 Menschen haben bereits Bargeldhilfe erhalten.
