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Welthungerhilfe in Kenia

Neues Leben in Zeiten des Klimawandels

Nomaden in Kenia werden sesshafte Bauern

Traditionelle Viehhirten sollen plötzlich auf Ackerbau umschwenken? Sie sollen Land bestellen und auf kargen Böden Pflanzen zum Wachsen bringen? Die Massai im Süden Kenias stellen sich dieser Herausforderung.

 

Noch vor ein paar Jahren war Esther jeden Tag unterwegs unter freiem Himmel. Mit ihren Kühen und der Familie ist sie durch die Halbwüste Kajiado Countrys gewandert. Immer auf der Suche nach saftigem Gras, dem besten Futter für ihre Tiere. Sie konnte sich kein anderes Leben vorstellen.

Während der Dürre sterben die Tiere

"Doch es hat nicht mehr funktioniert", denkt Esther zurück. Ihr Lebensmodell ist – so wie das vieler Massai in der Region – gescheitert. Bedingt durch den Klimawandel kam es immer wieder zu langen Dürreperioden. Die Tiere der Nomaden fanden kein Gras und kein Wasser mehr. Kühe, Ziegen und Schafe starben. Ohne deren Fleisch und Milch hatten die Familien weder Geld noch Nahrung.

Mit Unterstützung der Welthungerhilfe, ihrer Partnerorganisation Neighbours Initiative Alliance (NIA) und des Staates Kenia haben Esther und andere Massai ihre Lebensweise geändert. Sie haben gelernt, mit den Folgen des Klimawandels in ihrer Heimat zu leben. Der kenianische Staat hat den Nomadenfamilien Land zugeteilt. Die Welthungerhilfe und ihre Partner unterstützen die Viehzüchter dabei, ihr zugewiesenes Land bestmöglich zu nutzen. Das bedeutet: nahrhaftes Futter anbauen, dieses haltbar machen und während der Trockenzeit verfüttern.

Gut vorbereitet für Trockenzeiten: Die Massai ernten und lagern Heu satt in der Halbwüste nach Gras zu suchen. © Philipp Brandstädter
Gut vorbereitet für Trockenzeiten: Die Massai ernten und lagern Heu satt in der Halbwüste nach Gras zu suchen. © Philipp Brandstädter
In der Gemeinschaftsscheune wird das Heu gelagert. © Philipp Brandstädter
In der Gemeinschaftsscheune wird das Heu gelagert. © Philipp Brandstädter
Esthers Kühen tut die Sesshaftigkeit gut: Sie überleben jetzt auch in Trockenzeiten. © rococo media
Esthers Kühen tut die Sesshaftigkeit gut: Sie überleben jetzt auch in Trockenzeiten. © rococo media

Getreide lagert in der Gemeinschaftsscheune

Esther zum Beispiel besitzt jetzt ein Stück Land, auf dem sie vor allem Heu erntet. Das bringt sie in Ballenform und dann in die Gemeinschaftsscheune. Dort lagert es sicher, bis das Vieh es braucht. Alle Tiere in Esthers Herde haben die vergangene Trockenheit überlebt. Täglich geben sie Milch. Was die Familie nicht selbst verbraucht, verkauft Esther. Die neue Scheune ist gut mit Heu gefüllt. „Wir verkaufen das Heu jetzt sogar an andere Bauern“, sagt sie. Mit dem eingenommenen Geld wird möglich, was jahrelang nicht ging: Esther kann ihre Kinder in die Schule schicken.

Esther hat ihr Leben komplett umgekrempelt und trotzt deshalb dem Klimawandel. Sie und andere, die diesen Schritt gewagt haben, sind stolz auf ihre Leistung. Sie sind Vorbild für die, die sich dieser Herausforderung noch stellen müssen.

So hilft die Welthungerhilfe den Massai

  • Schulungen zu den Themen: Hygiene, Vermarktung und Betriebsführung, Tiergesundheit, Regenwasser speichern
  • Verteilung von widerstandsfähigem Saatgut und Werkzeug zum Ackerbau
  • Unterstützung beim Errichten von Scheunen für Heu

(Projektnummer: KEN 1134)

 

 

Karte: Welthunger-Index in Kenia (2000: 37,6, 2017: 21,0)
Kontakt
Kerstin Bandsom

Kerstin Bandsom

Informationsstelle

+49 228-22 88 127